Naturschützer bauen Krötenzaun bei Engensen auf

Die Mitglieder des Naturschutzbundes haben am Dienstag den Krötenzaun an der K 117 aufgebaut. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Gemeinde Isernhagen sperrt nachts den Alten Postweg

BURGWEDEL/ISERNHAGEN (hhs). Immer wenn im Spätwinter morgens das erste Vogelkonzert zu vernehmen ist, dann erwacht draußen nicht nur die Natur, dann werden auch die Mitglieder des NABU hellhörig: Wenn die Temperaturen auch nachts einige Grad über Null liegen, dann erwachen die Kröten aus ihrer Winterruhe und beginnen sofort mit der Wanderung zu ihren Laichgewässern. Horst Hagenberg vom NABU Burgwedel-Isernhagen hat am Dienstagmorgen den jedes Jahr wieder gefährdeten Bereich an der K 117 Engensen/Ramlingen angeschaut und schon die ersten platt gefahrenen Erdkröten vorgefunden. Am Mittag startete er einen Rundruf und neun Gleichgesinnte trafen sich am Nachmittag zum Aufbauen des Krötenzauns.
400 Meter Zaun sind es in jedem Frühjahr, die hier aufgestellt werden müssen. Das Hindernis für die Amphibien beginnt westlich der Wulbeck, für den Schutz östlich des Flüsschens sorgt der NABU Burgdorf, auch in jedem Jahr. Es ist keine leichte Arbeit für die doch eher etwas älteren Herren.
Die Kunststoffbahnen müssen ausgerollt und in den Boden eingegraben werden. Alle paar Meter schlagen die Helfer Stangen in den harten Boden, an denen die grünen Bahnen aufrecht befestigt werden und in etwa 20 Meter-Abständen wird dann noch ein Loch gebuddelt für die Eimer, in denen sich die Kröten fangen sollen. Nach drei Stunden war es geschafft und in gut zwei Wochen, wenn die Kröten ihre Wanderung zu den Laichgewässern beendet haben, muss das alles wieder zurück gebaut werden.
Auch im Bereich Isernhagen haben die Kröten mit ihrer Wanderung begonnen. Hier hat die Gemeinde sofort reagiert und zunächst am Schmiededamm und am Alten Postweg Hinweisschilder aufgestellt. Dieser Bereich, der für viele Kraftfahrer eine beliebte Abkürzung zwischen den Ortschaften Neuwarmbüchen und Altwarmbüchen ist, wird über Nacht von 19.00 bis 8.00 Uhr für den Verkehr mit einer Schranke in Höhe des Parksees Lohne gesperrt. Im vorderen Bereich sorgt zusätzlich noch ein Krötenzaun für Schutz.
Am frühen Mittwoch Morgen kontrollierten die NABU-Mitglieder zum ersten Mal die Eimer an der K 117 und ihr Erstaunen über die „Beute“ war groß: In der ersten Fangnacht waren 45 Erdkröten, fünf Kammmolche und ein Teichmolch in die Eimer gefallen. In der Nacht zum Donnerstag scheint die Krötenwanderung schon einen ersten Höhepunkt erreicht zu haben: 105 Erdkröten, fünf Teichmolche und ein Grasfrosch. Für die Naturschützer eine Ausbeute, für die sich die Mühe des Zaunbaus allemal gelohnt hat. Der Regen in der Nacht könnte eine Ursache für die hohe Zahl sein. Gestern wurden 30 Kröten und ein Molch gefangen. Die Amphibien wurden alle sicher im Eimer über die Landesstraße in das nahe gelegene Laichgewässer getragen. Der NABU bittet alle Mitbürgerinnen und Mitbürger darum, totgefahrene Kröten auf den Fahrbahnen dem NABU zu melden. In einer bundesweiten Aktion wollen die Naturschützer aussagekräftige Zahlen über die Straßenopfer bekommen, um daraus weitere Maßnahmen zum Krötenschutz zu entwickeln. Die Zahlen verendeter Tiere können dem NABU-Deutschland per E-Mail unter www.nabu.de übermittelt werden.