Naherholung: Würmsee und Umgebung sollen aufgewertet werden

Würmsee-Idylle am vergangenen Sonntag morgen: Über der Eisfläche des zu gefrorenen Gewässers bemüht sich die Sonne, den Morgendunst zu durchdringen. Solche Stimmungen sind das Grundkapital der Planungen von Stadt Burgwedel und Region Hannover. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Die bauliche Infrastruktur im Gebiet um den See ist zum Teil sehr desolat. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Stadt Burgwedel und Region Hannover lassen Konzept erarbeiten

BURGWEDEL (hhs). Licht am Ende des Tunnels, könnte man meinen bei der Nachricht, dass der Würmsee und das diesen umgebende Wochenendhausgebiet von Grund auf als Naherholungsgebiet aufgewertet werden soll.
In einer gemeinsamen Pressekonferenz gestern von Region Hannover, Stadt Burgwedel, Realverband Kleinburgwedel als Eigentümer des Würmsees und einiger Grundstücke dort wurden die Grundzüge dieses Vorhabens erläutert. Prof. Dr. Axel Priebs, Dezernent der Region Hannover für Umwelt, Planung und Bauen, sowie Dr. Hendrik Hoppenstedt, gaben bekannt, dass Stadt und Region 13.000 Euro für die Erstellung dieses Konzepts ausgeben werden. In diesem Konzept sollen dann konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur des Gebiets formuliert werden.

Den Anstoß zu dieser neuen Entwicklung habe die Stadt Burgwedel gegeben, erläuterte Priebs den jetzt anstehenden Ausbau für die Naherholung, Spazieren gehen, Radfahren, die Natur beobachten, das soll alles in Zukunft rund um den Würmsee möglich und vor allen Dingen besser als bisher sein. Zunächst allerdings werde an einer Bestandsaufnahme der dort vorhandenen Infrastruktur gearbeitet. Und das bedeutet aus Sicht der Region Analyse vor allem der Freiflächen rund um den See, die Uferbereiche, sowie die Strukturen der Wege, etwa die Zuwegung zum Würmsee und die Gebiete in dem Umfeld selbst.
Es werde dabei eine enge Abstimmung zwischen Region und Stadt Burgwedel geben, so Priebs. Man müsse überlegen, das Gewässer an das Radwegenetz der Region Hannover anzuschließen und es darin als Etappenziel auszuweisen.
Diese Etappenziele gebe es überall im Regions-Radwegeplan. „Das sind gewissermaßen Leuchttürme, Attraktivitäten, die von den Radfahrern gern aufgesucht werden, an denen man Station macht und und an denen die Gastronomie zum Verweilen einlädt“, so Priebs weiter. Burgwedels Bürgermeister sieht das ähnlich: „Wir müssen etwas tun, um dort die Qualität der Naherholung zu erhöhen. Dieses Gebiet um den Würmsee hat einen besonderen Wert im Nordosten der Region Hannover. Wir werden das im Zusammenhang angehen“.
Jürgen Schodder, Ortsbürgermeister in Kleinburgwedel, sieht in der neuen Entwicklung für seine Ortschaft einen Meilenstein. Er kündigte an, dass die nächste Ortsratsitzung am Würmsee stattfinden wird. Friedhelm Leisenberg, Vorsitzender des Realverbands Kleinburgwedel, sieht in den Plänen eine Trendwende. „Der Würmsee und sein Umfeld wurden bisher unter Wert gehandelt“, sagte er. Es sei nicht Aufgabe des Realverbands als Eigentümer, den See zu sanieren oder seinen alten Zustand wieder her zu stellen. Das könne und dürfe der Realverband finanziell nicht leisten. Er werde sich aber an den Kosten beteiligen.
Unabhängig von der Erstellung des Naherholungskonzepts für den Würmsee wird die Region Hannover, die für die Stadt Burgwedel die Aufgabe der Bauaufsicht hat, zeitgleich das Gebiet unter baurechtliches Aspekten betrachten. Das Areal sei in einem Bebauungsplan von 1990 als Wochenendhausgebiet ausgewiesen, der die maximale Grund- und Geschossfläche auf 60 Quadratmeter festlegt.
Wir werden jetzt in einem ersten Schritt sämtliche baulichen Anlagen in diesem Gebiet erfassen“, kündigte Priebs an. Dabei stünde sowohl die Größe der Gebäude als auch deren Nutzung im Fokus. Es werde nötig sein, dass Mitarbeiter der Region Hannover die Grundstücke betreten müssen. Die Eigentümer werden rechtzeitig über diesen Termin informiert. Anschließend würden Region und Stadt über weitere Maßnahmen entscheiden. Ursache für diese baurechtliche Betrachtung des Gebiets seien überdurchschnittlich viele so genannte Nachbarschaftsbeschwerden, denen die Region nachgehen müsse.