Nachdenkliche Töne in St. Petri

Christina Vogt (l.) begleitete Emilia Höltge auf der Gitarre, selbst präsentierte sie ein Lied über den Tod eines geliebten Menschen.

Junge Künstler präsentierten hintergründige Songs und Poetry – Gut besuchter Benefiz-Konzertabend

GROSSBURGWEDEL (bgp). Nachdenkliche Töne präsentierte ein Ensemble aus acht jungen Frauen und Alexander Veth, Initiator des Konzertabends „Songs & Poetry“, in der St. Petri Kirche. Mit bunter Beleuchtung im Altarraum und moderner Tontechnik wurde der Sakralbau am Freitagabend kurzerhand in einen heimeligen Konzertsaal verwandelt.
„Guten Abend Burgwedel, Alter, ist das voll hier“, brach es zur Begrüßung aus Veth freudig hervor. In einer kleinen Einführung berichtete der einzige Berufsmusiker aus der Truppe über die Entstehung des Konzertabends. Im Nachgang zu den Frühgebeten im November sei die Idee entstanden, Lieder und Verse in diesem Format zu präsentieren: "Und da sind wir!“
Thematisch legten die jungen Künstlerinnen dann richtig los. Pia-Carlotta Wendel und Katharina Blume brachten ein starkes Statement gegen Rassismus. In den rhythmisch vorgetragenen Kettenversen kritisieren sie die Unterdrücker: „Sie hassen Rassen, können das Hassen nicht lassen, teilen jeden in Klassen“. Bewegend ging das Duo auf den Klimawandel ein mit dem dringenden Appell: „Fangt endlich an zu handeln, eure Politik zu wandeln!“ Die immer größer werdende Kaskade der Protestbewegung Fridays-for-Future brachten sie auf eine griffige Formel: „Viele Tropfen ergeben Regen, und dieser Regen, das ist das Ziel.“
Pia Wendel sang ein berührendes Lied, das sie ihrer verstorbenen Großmutter widmete: „Every time I saw you, you made me smile“. Michelle Meisner beeindruckte mit ihrem Poetry-Stück „Alltagsfreude“, einem Plädoyer für die grundlegende Freude im Leben, die nicht an absolute „Highlights“ geknüpft ist. Sie machte Mut und rief zur Freude im Herzen auf: „Sei jemand, der sich am Montagmorgen für den neuen Arbeitstag bedankt.“
So widmete sich "Songs & Poetry" einer Reihe von ernsten Themen, auch mit christlichem Hintergrund, die gelegentlich ein wenig traurig stimmten, aber die Gäste auch aufrüttelten. Sie waren begeistert von dem anspruchsvollen Abend, an dem bei freiem Eintritt um Spenden für die Initiative Viva con Agua gebeten wurde. Das Netzwerk aus Menschen und Organisationen setzt sich für den weltweiten menschenwürdigen Zugang zu sauberem Trinkwasser ein.
Eine Wiederholung des Benefiz-Konzertabends "Songs & Poetry" könnte laut Veth eventuell im nächsten Jahr erfolgen.