Nach der Ausstellung ist vor der Ausstellung

Ende einer Ausstellung. Dr. Inge Hanslik und Klaus Heuer mit den noch verbliebenen Stücken, die an die Eigentümer zurückgegeben werden. (Foto: Renate Tiffe)

Erfolgreiche Saison 2010 im Wöhler-Dusche-Hof

ISERNHAGEN NB (ti). Mit der letzten Veranstaltung und noch wenigen Führungen für Schulklassen endete im Oktober die diesjährige Saison im Wöhler-Dusche- Museumshof in Isernhagen NB. Zeit also, Rückschau zu halten auf die vergangenen Monate, Zeit aber auch die nächste Jahresausstellung in den Blick zu nehmen. „Nach der Ausstellung ist vor der Ausstellung“, sagt die neue Vorsitzende Dr. Inge Hanslik.
Die letzten Ausstellungsstücke sind auf einem Tisch zusammengetragen und werden demnächst an ihre Eigentümer zurückgegeben. Die dunkle Diele wirkt ein wenig unwirtlich. Längst gibt es aber seitlich einen kleinen beheizbaren Raum, voll gefüllt mit Ablagematerialien, in dem sich der Vorstand und einige Helfer regelmäßig treffen.
Inge Hanslik schildert die Saison 2010 als sehr erfolgreich. Das Konzept der Teamarbeit hat sich bewährt, mit dem der neue Vorstand Anfang dieses Jahres angetreten ist. Der Besuch sei hervorragend gewesen. Sehr viele Gruppen und Schulklassen haben die Ausstellung besucht. Die plattdeutschen Theaterstücke fanden wie immer vor vollbesetzten Bänken statt und die literarische Lesung, die es zum ersten Mal gegeben hatte, hätte ruhig zweimal stattfinden können. Stolz ist das Team auf den neuen Flyer, in dem sich der Museumshof mit allem Wissenswerten darstellt.
Fest steht bereits das Motto für die nächste Jahresausstellung: die Migration. Mit dem Begriff „Wanderungsbewegung“ möchte Inge Hanslik das Thema etwas niedriger hängen. „Wir möchten deutlich machen, dass es immer Bewegungen in der Einwohnerschaft gegeben hat“. Das Gesinde wechselte zu Maritini und zum 1. April die Arbeitgeber, es gab die „Holland- und die Sachsengänger“, als Saisonarbeitskräfte. Aus Russland wanderten Leute zu, bekannt sind die Wandergesellen. Die Auswanderung im 19. Jahrhundert ist ein großes Gebiet, ebenso wie die Flucht und Vertreibung aus dem Osten nach dem Zweiten Weltkrieg. „Hin und weg - angekommen, weitergegangen, hier geblieben“, fasst die Vorsitzende die Gedanken und Vorstellungen zusammen, was schon der Titel für die neue Ausstellung sein könnte. Als Projekt einbezogen werden könnte auch der Museumshof selbst, der nach dem Krieg zunächst Herberge für Flüchtlinge war, dann die Arbeiter von der Straßenbahn aufnahm und schließlich eine italienische Gastarbeiterfamilie.
Als Problem für die Umsetzung stellt sich dar, dass möglichst viele Gegenstände zusammenkommen müssten, um das Thema – im wahrsten Sinne des Wortes – begreifbar zu machen. „Es müssen Anschauungsmaterialien her“, fügt der stellvertretende Vorsitzende Klaus Heuer hinzu. Alte Dienst- und Wanderbücher gebe es genug. Auch Agentenanwerbungsplakate sind vorhanden. Interessant wären Briefe aus Übersee. Aber auch Gegenstände, wie Koffer und Reisekörbe, Rucksäcke, Handwerkszeug aber auch Kleidung, Anzüge aus der betreffenden Zeit wären wertvoll, wozu evtl. auch Anziehpuppen erforderlich wären.
Wieder einmal geht die Bitte an die Isernhagener Bevölkerung, nach Möglichkeit zu dieser Ausstellung beizutragen - eine Bitte, die bisher nie vergebens war. Der Beitrag der Isernhagener war oft ein wesentlicher Bestandteil der Jahresschauen und trug nicht unwesentlich zu ihrem Erfolg bei.