NABU saniert Storchennest auf dem Amtsgericht

1.Die Unterlage ist fertig und die beiden Dachdecker legen den geflochtenen Weidenkranz hinein. Den Rest soll sich Meister Adebar selbst bauen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Naturschützer hoffen nach 26 Jahren wieder auf Meister Adebar

GROSSBURGWEDEL (hhs). Horst Hagenberg vom NABU Burgwedel/Isernhagen hatte seinen „Blaumann“ angezogen am Donnerstag morgen und war zum Amtsgericht in Großburgwedel gekommen, wie immer mit dem Fahrrad, wenn er in Sachen handfester Arbeit für den Naturschutz unterwegs ist. Dort warteten schon einige Helfer auf ihn. Markus Fortmüller hatte seinen Hubwagen kostenlos für diese Aktion zur Verfügung gestellt, und drei Männer der Dachdeckerei Haupt aus Isernhagen. Sie standen alle unten, den Kopf in den Nacken gelegt. „Da oben müssen wir hin“, erklärte Hagenberg seinen Mitstreitern und wies auf einen so genannten Dachreiter, auf dem sich das Storchennest ehemals befunden hatte.
Schnell war der Hubwagen aufgebaut, zwei der Dachdecker bestiegen ihn und einige Augenblick später waren sie oben in luftiger Höhe. Es würde wohl etwas dauern, riefen sie hinunter. Die Unterlage, auf dem sich das Storchennest bis vor einigen Jahren befunden hat, war morsch und musste erneuert werden. So wurden zunächst Holz und Werkzeug nach oben gebracht, und nach gut einer Stunde war dieser Teil der Sanierung erledigt.
Inzwischen hatten Horst Hagenberg, Markus Fortmüller und Dachdecker Marc Nadarsczy unten auf sicherem Boden Weidenzweige zu einem großen Kranz mit Draht zusammengebunden. 120 Zentimeter im Durchmesser müsse dieser Grundstock für das spätere Nest haben, klärte Horst Hagenberg seine Mitstreiter auf, sonst würde sich der Storch nicht wohl fühlen, und unten in das Nest müssten noch ein paar Grasplacken und etwas trockenes Nistmaterial hinein. Markus Fortmüller, der im vergangenen Jahr auch bei der Sanierung des Storchennestes in Wulfshorst seinen Hubwagen zur Verfügung gestellt hatte, regte an, weiße Farbkleckse auf die Unterlage zu spritzen. Der Storchenspezialist, der damals bei der Sanierung des Nestes in Wulfshorst anwesend war, sei sich sicher gewesen, dass das Vortäuschen von Storchengeschmeiß am Nest die ziehenden Störche neugierig machen würde und sie deshalb dort eher einmal nach schauen wollten. Farbe war allerdings nicht da, aber Grasplacken und trockenes Schilf als Nistmaterial. Beides wurde nach oben befördert und mit dem Kranz einladend für den Storch platziert. Gegen Mittag war die Sanierung beendet.
Ob nun schon in diesem Frühjahr ein Storchenpaar dort auf dem Amtsgericht einziehen wird, ist ungewiss. Seit 26 Jahren sei das alte Nest unbesetzt geblieben, erinnerte sich Hagenberg. Das Biotop trage seiner Meinung nach durchaus ein Paar Störche samt Nachwuchs. „Mit etwas Glück werden wir irgendwann in den kommenden Jahren wieder ein Storchenpaar auf dem Amtsgericht bestaunen können“.