NABU sammelt Unterschriften

Unterschreiben für das Volksbegehren: Der NABU Burgwedel & Isernhagen

Ziel ist ein neues niedersächsisches Naturschutzgesetz

BURGWEDEL/ISERNHAGEN (bs). Weniger Lerchen, weniger Kiebitze, weniger Brachvögel. Die Hälfte der gut 11. 000 Tier- und Pflanzenarten Niedersachsens ist gefährdet, 62 Prozent aller Wildbienenarten sind vom Aussterben bedroht, Brutvögel verschwinden. Da sind Burgwedel und Isernhagen keine Ausnahme. 
Niedersachsenweit hat die Unterschriftensammlung für das Volksbegehren „Vielfalt schützen - Zukunft retten“ begonnen. Initiator und Träger ist ein breites Bündnis von lokalen, regionalen und landesweiten Organisationen unter Führung von NABU-Landesverband, BUND und Landesverband „Die Grünen“. Ziel ist, den fortschreitenden Rückgang der Artenvielfalt bei Pflanzen, Insekten und Vögeln aufzuhalten.
Am Wochenende hatte der NABU Burgwedel auf dem IKEA-Parkplatz einen Informationsstand aufgebaut, um für das Volksbegehren zu werben. „Unter Einhaltung der Abstandsregeln und ausgestattet mit Mundschutz ist es gar nicht so einfach, Sinn und Zweck des Volksbegehrens zu erläutern“, so Friedrich Dörr, Schatzmeister des hiesigen Ortsverbandes. „Dennoch war die Resonanz besser als wir erwartet haben“, bilanzierte Christian Dulce, Vorsitzender des NABU Burgwedel-Isernhagen. „Vorherrschender Eindruck bei uns war aber, dass die Kampagne und ihr Sinn und Zweck in der Öffentlichkeit nur wenig bekannt ist. Da müssen wir im Laufe des Jahres noch ganz viel Aufklärungsarbeit leisten“.
Zu den Kernforderungen zählen mehr Vielfalt in der Landschaft durch Hecken, Feldgehölze, Blüh- und Gewässerrandstreifen, Erhalt artenreicher Wiesen und Weiden, mehr naturnahe Wälder, Erhalt und Wiedervernässung von Feuchtgebieten und Mooren, Reduzierung des Pestizid- und Herbizideinsatzes und Förderung des Ökolandbaus.
Es gibt zwar den sogenannten „Niedersächsichen Weg“, der gemeinsam vom Land Niedersachsen, dem Landvolk, der Landwirtschaftskammer und den beiden Naturschutzverbänden BUND und Nabu erarbeitet wurde, allerdings handelt es sich hierbei nur um eine politische Absichtserklärung. „Aber es darf nicht bei Worten bleiben. Erst ein Gesetz und die Einstellung der notwendigen finanziellen Mittel in den Landeshaushalt schafft Verbindlichkeit für alle beteiligten Seiten und Gruppen“, so Christian Dulce, Vorsitzender des NABU Burgwedel-Isernhagen.
Ein neues niedersächsisches Naturschutzgesetz – das soll am Ende des Weges erreicht sein. Damit das Volksbegehren zugelassen werden kann, müssen in einem ersten Schritt innerhalb von sechs Monaten 25.000 Unterschriften gesammelt werden und in den jeweiligen Gemeinden vorliegen.
Die Unterschriftenlisten für das Volksbegehren liegen in Großburgwedel in der Hirsch- und in der Burg-Apotheke sowie bei „Edelkreis“ aus. Darüber hinaus ist der NABU in den kommenden Wochen donnerstags auf dem Wochenmarkt in der Von-Alten-Straße sowie samstags auf dem Landmarkt auf dem Domfrontplatz mit einem Informationsstand vor Ort.