NABU-Mitglieder wanderten zu den Schwarzkehlchen am Grasbruch

Ein Schwarzkehlchenmännchen hoch oben in einer Eiche. (Foto: Hans Hermann Schröder)

In den kommenden Tagen wird die zweite Brut schlüpfen

FUHRBERG (hhs). Am Mittwoch trafen sich einige Mitglieder des NABU Burgwedel/Isernhagen an der Brennerei in der Ortschaft Fuhrberg. Sie wollten eine kleine Wanderung unternehmen zum Grasbruch, genauer gesagt, sie wollten an diesem herrlichen Morgen die Schwarzkehlchen „besuchen“, die gegenwärtig auf einer Brachfläche damit beschäftigt sind, ihre zweite Brut in diesem Jahr mit Erfolg auszubrüten. Ende des Frühjahrs waren dort sechs Brutpaare entdeckt worden. Diese hatten hier anschließend erfolgreich gebrütet und ihren Nachwuchs auf die Unbilden des Schwarzkehlchenlebens vorbereitet: Fliegen lernen und Futter suchen, sich unsichtbar machen, wenn der Feind sich blicken lässt.
Die NABU-Mitglieder hatten Glück: Nach kurzem Warten ließ sich das erste Schwarzkehlchen auf einige Entfernung blicken. Es saß in voller Pracht oben in einer Staude, auf große Distanz zwar, aber auf solche Probleme ist jedes NABU-Mitglied in Gottes freier Natur immer entsprechend vorbereitet. Was das eigene Auge nicht schaffen kann, das erleichtert ein Fernglas. Einige Zeit bestaunte die Gruppe den kleinen prächtigen Vogel. Dann kam ein zweiter in Anblick und noch ein dritter, schon etwas näher. Weibchen waren nicht in Anblick gekommen. Dennoch, man kann sicher sein, dass drei Schwarzkehlchenpaare dort ihre zweite Brut angetreten haben.
Frau Schwarzkehlchen brütet allein, sowie das meistens bei den Singvogelarten der Fall ist, die sich sehr deutlich im Gefieder unterscheiden. Das Männchen versorgt das Weibchen über Tag mit der Insektennahrung, ansonsten sitzt er tagsüber in direkter Nähe des Nestes oben auf einer Staude und beobachtet die Welt. Feinde jeder Art werden sehr ernst genommen. Zieht ein Bussard hoch oben in der Luft seine Kreise oder bezieht ein Rotrückiger Würger seinen Ansitzplatz auf einem der nahen Weidepfähle, dann stößt das Männchen einen Warnruf aus und verschwindet im Bewuchs, während sie weiter auf den Eiern bleibt. Nur am ganz frühen Morgen verlässt das Schwarzkehlchenweibchen während der Brut ihr Gelege zum Baden oder Hudern.
Dieses Verhalten der Vögel ändert sich nur wenig, wenn die Jungen geschlüpft sind nach ungefähr 15 Tagen. Das Männchen behält seine Bewacherfunktion weitgehend bei, nur die Intervalle dafür werden kürzer. Die Jungen brauchen eben von Tag zu Tag mehr Futter. Das Weibchen bleibt weiterhin heimlich, ist aber jetzt, wenn auch selten, im Flug zu beobachten. Man kann daher nie genau sagen, wie weit der Reproduktionsprozess bei dieser Art fortgeschritten ist, ob die Vögel noch mit der Brut oder schon mit der Jungenaufzucht beschäftigt sind. Ungefähr 30 Tage nehmen Brut und Jungenaufzucht in Anspruch, dann beginnt der Ernst des Lebens für den Nachwuchs mit den ersten Flugübungen.