NABU greift Schwalben und Mauersegler unter die Flügel

In diesem Jahr ein eher seltener Anblick: drei Rauchschwalben gemeinsam auf einem Windmesser. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Neue Heimat für die Himmelstürmer gesucht

BURGWEDEL/ISERNHAGEN (hhs). Wer regelmäßig den Blick zum Himmel richtet, um die Flugbewegungen unserer gefiederten Freunde zu beobachten, der wird in diesem Spätfrühling recht nachdenklich: Alle drei Schwalbenarten, die noch bis vor etwa fünf Jahren in großer Zahl überall im ländlichen Bereich auf die Jagd nach Kleininsekten in die Luft gingen, sind nur noch in relativ geringen Populationen zu beobachten.
Selbst Nistmöglichkeiten, die sie seit vielen Jahren regelmäßig besetzt haben, blieben in diesem Jahr bisher leer. Auch die Mauersegler sind in einigen Ortschaften nur noch in geringer Anzahl zu bestaunen. Das will der NABU Burgwedel und Isernhagen ändern. Gegenwärtig wird eine „Arbeitsgruppe Schwalben und Mauersegler“ gegründet.
Kaum andere Vogelarten seien derart stark vom Wohlwollen des Menschen abhängig wie die Mauersegler und Rauch-, Mehl- und Uferschwalben. Alle vier zählen zu den typischsten Sommervögeln in unserem Bereich. Eine Ursache dafür sieht Markus Diedrich-Philippi, stellvertretender Vorsitzender des NABU Burgwedel und Isernhagen, darin, dass mit Ausnahme der Uferschwalbe die anderen drei Arten in direkter Nähe des Menschen, an und in den Gebäuden, brüten. „Sie sind daher auf unsere Duldung und Unterstützung angewiesen“, sagt er. „Hier sind nun die Eigentümer der Gebäude in besonderem Maß gefragt“.
Die Uferschwalben bedürfen auch des Schutzes ihrer Nistplätze. „Sie brüten in den Steilwänden von Sand- und Kiesabbaugebieten in unserer Umgebung. „Wenn sie keine Möglichkeit mehr finden, ihre Bruthöhlen in die Steilwände zu graben, dann verschwindet meistens die gesamte Brutkolonie“, so Diedrich-Philippi weiter. Hier sollten die Betreiber der Abbaugebiete mehr Rücksicht auf die Uferschwalben nehmen.
Um der rückläufigen Bestandsentwicklung entgegen zu wirken, hat der NABU Burgwedel und Isernhagen eine neue Arbeitsgruppe zur Unterstützung dieser Vogelarten gegründet. „Zunächst wollen wir eine Kartierung der derzeit vorhandenen Brutplätze innerhalb unseres Einzugsbereichs in Burgwedel und Isernhagen durchführen und bitten hierzu um Rückmeldung von Brutplätzen der Mauersegler und Schwalbenarten. Hieran kann sich jeder beteiligen und eine entsprechende Meldung an den NABU per Telefon (05139-9586482) bzw. E-Mail mail@nabu-burgwedel.de weiterleiten“, bittet der stellvertretende Vorsitzende des NABU die Mitbürger um Mithilfe bei der Bestandsaufnahme.
Aber dabei soll es allein nicht bleiben: „Darüber hinaus wollen wir uns in den kommenden Jahren um den Erhalt vorhandener Brutplätze bzw. der Neuanlage von Brutplätzen bemühen. Ein weiterer Teil unserer Arbeit wird die Beratung von Hausbesitzern, Kommunen und Handwerksbetrieben, zum Beispiel Dachdecker, zur Situation und Neuansiedlung dieser nützlichen Insektenvertilger sein“, fährt er fort.
Für diese Aufgaben sucht der NABU ebenfalls noch freiwillige Mithelfer aus allen Ortsteilen.