NABU Burgwedel-Isernhagen öffnet am Pfingstmontag sein Vogelschutzgehölz

Der alte Schlauchturm auf dem NABU Gelände hat sich zu einem ganz besonderen Refugium entwickelt, in dem Insekten, Fledermäuse und Vögel leben. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Horst Hagenberg, ehemaliger langjähriger Vorsitzender des NABU, begrüßt vom erhöhten Posten die Gäste. Hier gibt es eine Menge freilebender Tiere zu bestaunen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Vier kostenlose Führungen um 9.00, 11.00 sowie um 14.00 und 16.00 Uhr

GROSSBURGWEDEL (hhs). Seit vielen Jahren betreut der NABU Burgwedel - Isernhagen ein kleines aber feines Wäldchen als sogenanntes Vogelschutzgehölz ganz in der Nähe von Großburgwedel. Die Besonderheit an diesem wunderschönen Flecken Natur ist, dass die NABU Mitglieder hier ein selbstauferlegtes Betretungsverbot ganz strikt einhalten. Nur selten, gewissermaßen in Ausnahmefällen, geht dort der ein oder andere Naturschützer hin, um nach dem Rechten zu schauen. Sonst herrscht absolute Ruhe das ganze Jahr über mit der Folge, dass sich dort nahe des Bahnhofs Großburgwedel eine ungeahnte Vielfalt an Lebensräumen und Arten entwickelt hat, die auch im weiteren Umkreis ihresgleichen sucht.
Einmal im Jahr macht der NABU eine Ausnahme von dem allgemeinen Betretungsverbot: Immer am Pfingstmontag öffnen die Burgwedeler Naturschützer ihr Vogelschutzgehölz für die Öffentlichkeit und zeigen den Besuchern dann mit mehreren Führungen, wie sich die Natur im landwirtschaftlich genutzten Umfeld selbst hilft, wenn man sie nur in ruhe lässt. Am kommenden Montag, dem Pfingstmontag, ist es wieder soweit. Vier hochinteressante Führungen, um 9.00, 11.00 und nachmittags um 14.00 und 16.00 Uhr werden angeboten. Diese sind auch für Kinder und Jugendliche geeignet.
Der Naturschutzbund Burgwedel öffnet nur am Pfingstmontag das Tor zu seinem Vogelschutzgehölz und lädt zur Besichtigung ein. Der Eintritt ist frei. Getränke oder andere Nahrungsmittel gibt es dort an diesem Tag nicht. Es werden dort keine Vögel oder andere Tiere in Gehegen gezeigt, sondern in etwa einstündigen Führungen die unterschiedlichen und reizvollen Lebensräume des Geländes mit ihren Bewohnern sowie Nisthilfen am Turm und im urwüchsigen Wald. Ein Blick in die Kinderstube der Vögel ist ausnahmsweise gestattet. Die Tümpel und Teiche bieten vielen Tierarten einen Lebensraum, Frösche und Molche werden wohl ganz nah zu sehen sein. Am alten Schlauchturm lassen sich Solitärbienen und –wespen bei der ungewöhnlichen Brutpflege in der künstlichen Baumscheibe beobachten.
Der alte Schlauchturm der Freiwilligen Feuerwehr Burgwedel, ein imposantes Bauwerk ganz aus Holz, steht seit vielen Jahren auf dem Gelände. Die Naturschützer haben den Turm übernommen. Er stand bis in die siebziger Jahre am Alten Markt in Großburgwedel und wurde nicht mehr gebraucht. Diesen Turm im Vogelschutzgehölz hat „eine Menge Getier“ im Laufe der Jahre sich als Lebensraum ausgesucht: Dort bauen alljährlich Wespen und Hornissen ihre Nester, Fledermäuse lieben das Bauwerk als Sommerquartier, viele Vogelarten, die in Höhlen brüten, finden hier ihren Nistplatz, dazu noch Eulenarten und in manchen Jahren der Turmfalke.
Vom Teich gleich dahinter wird das Quaken der Frösche herüber schallen, dort gibt es Libellen zu bestaunen und mit etwas Glück bekommt man auch den ein oder anderen Molch zu Gesicht. Im vergangenen Jahr hat ein Brutpaar Rohrweihen im Schilf des kleinen Tümpels erfolgreich gebrütet. Beim damaligen Tag der offenen Tür konnte man das wunderschöne aber selten zu sehende Rohrweihenmännchen dabei beobachten, wie es geschlagene Beute zu seinem Nachwuchs brachte.
Die Mitglieder des NABU werden alle Fragen der großen und kleinen Besucher zu dem Vogelschutzgehölz beantworten. Dieses Gehölz ist ganz einfach zu finden: 300 Meter etwa hinter dem Bahnhof Richtung Fuhrberg auf der rechten Seite. Natürlich gibt es auch eine Menge weiterer Informationen zur NABU Kindergruppe und zur Pflege anderer Grundstücke, die sich in der Obhut der Burgwedeler Naturschützer befinden.