Mobilität als neues Lebensgefühl

Neben der eigentlichen Fertigkeit des Radfahrens wurde zusätzlich die sichere Teilnahme am Straßenverkehr intensiv vermittelt. (Foto: Nils Budde/TSG)

TSG-Fahrradkurs für Menschen mit Migrationshintergrund

GROSSBURGWEDEL (r/bs). „Prima, klasse, super!“ Der Funke der 14 hoch motovierten Teilnehmer/innen der Neuauflage des zweiwöchigen Fahrradkurses für Menschen mit Migrationshintergrund sprang schnell auf die Übungsleiter/innen der Turnerschaft Großburgwedel e.V. (TSG) über.
Die große Freude über die erfolgreiche Entwicklung während der intensiven zehn Trainingstage war den Teilnehmenden im Alter zwischen 7- und 50 Jahren sichtlich anzumerken und ließ die Anstrengen auf beiden Seiten schnell vergessen. Der für die Teilnehmer/innen kostenlose Fahrradkurs wurde im Rahmen des Bundesprogramms Integration durch Sport mit Mitteln des Bundesinnenministeriums gefördert.
Unter dem Motto „Radfahren vereint“ rief der Deutsche Olympische Sportbund die Vereine bundesweit auf, sich am Aktionsprogramm zu beteiligen. Im Vergleich zu den Vorjahren war das Verhältnis zwischen weiblichen und männlichen Teilnehmern beim Kurs der TSG ausgeglichen und die Herkunftsländer mit Irak, Iran, Russland, Eritrea und Syrien vielseitig.
Zu Beginn des Kurses erläuterten die Übungsleiter die optimale Sitzposition, die Griffhaltung des Lenkers und natürlich die unterschiedlichen Bremsmöglichkeiten. Dass die Pedale von den Zweirädern zunächst demontiert wurden, sorgte unter den Teilnehmenden für Erstaunen. Auf den umgebauten Laufrädern galt es jedoch, in der ersten Übungsphase das eigene Gleichgewicht zu schulen, welches für das Radfahren von elementarer Bedeutung ist. Durch diese Methode gelang es, dass die ersten Teilnehmer bereits am dritten Tag begannen, sich mit Hilfestellung auf den Rädern auch mit Pedalen fortzubewegen.
Die Anzahl der Übungstage wurde von den Organisatoren auf zehn Tage ausgeweitet, da neben der eigentlichen Fertigkeit des Radfahrens zusätzlich die sichere Teilnahme am Straßenverkehr intensiver vermittelt werden sollte. Abbiegemanöver und das korrekte Verhalten auf Radwegen und Straßen waren Schwerpunkte der Übungsstunden in der zweiten Woche.
„Wir haben uns im Vorfeld viele Gedanken zum inhaltlichen Aufbau und Konzept des Kurses gemacht und sind natürlich sehr stolz über das Resultat! Die Sprachbarriere war zweifellos vorhanden, aber letztendlich kein Hindernis für den Lernerfolg“, so TSG-Geschäftsführer Nils Budde.
Durch die Anzahl der vorhandenen Fahrräder und das über mehrere Kurse gesammelte Know-How wird die TSG auch künftig Kurse anbieten und anderen Vereinen Hilfestellung leisten. Die Planungen für eine Neuauflage im kommenden Jahr haben bei der TSG bereits begonnen.