Mit Spiel, Spaß und Arbeit finden Schüler einen Zugang zur Natur

Diese Gruppe hat den Teich und sein Umfeld wieder in Schuss gebracht. Dazu gehörte auch das Schrubben der Holzbänke. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Das Spiel beginnt: Claudia Mithöfer führt einen „Blinden“ zu einem Baum, den dieser zunächst ertasten, und später mit den Augen wieder erkennen muss. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Ganztagsbetreuung an Fuhrberger Grundschule beginnt nach den Ferien

FUHRBERG (hhs). Weiter führte der Rundgang zu Pumpe, Wasserlauf und Weidenrutentunnel. Hier hatten die Schülerinnen und Schüler richtig Hand anlegen müssen, denn der Winter hatte ganze Arbeit hinterlassen. Unterdessen drangen von hinten ungewohnte Töne ans Ohr des Besuchers: Holz wurde aneinander geschlagen und das Kindergejohle war groß. Dort hingen unterschiedlich lange und dicke Holzabschnitte an einem Seil in den Bäumen, die von den Kindern mit einem dicken Ast angeschlagen wurden. Plötzlich war die Melodie perfekt: „Hänschen klein...“, war dort zu hören, etwas dumpf zwar im Klang aber in der Tonfolge korrekt. Hier war Claudia Mithöfer bei der Arbeit,
„Die Kinder haben das sehr schnell herausgefunden“, freute sie sich. „Und wenn man sie jetzt noch eine Minute sich selbst überlässt, dann können sie auch „Alle meine Entchen“ mit den Hölzern spielen. Sie ist Natur- und Waldpädagogin und arbeitet unter anderem im Waldpädagogischen Zentrum Wisentgehege in Springe. Sie rief alle zusammen. Der Hälfte der Gruppe wurden die Augen verbunden. Jeweils ein „Blinder“ und ein Sehender bildeten ein Paar. Der Blinde wurden von seinem Partner mehrmals um die eigene Achse gedreht und dann mit verbundenen Augen zu einem Baum geführt. Diesen Baum galt es zu ertasten. Dann ging es an den Ausgangsort zurück, wieder wurde der Blinde gedreht und dann wurde ihm die Binde abgenommen. Nun musste er den Baum, den er betastet hatte, wiederfinden. „Gar nicht so einfach, das was man mit den Fingern ertastet hat, auch mit den Augen zu erkennen“, schmunzelte Claudia Mithöfer. „Wichtig zu wissen ist dabei auch, dass Baum nicht gleich Baum ist, wenn wir seinen Stamm berühren. Birke und Eiche wirken ganz unterschiedlich auf unseren Tastsinn“.
Claudia Mithöfer hatte die Schülerinnen und Schüler ständig im Blick, kaum jemand hatte die Chance, etwas zu schummeln mit der Augenbinde. „Bäume und Kinder haben mehr gemeinsam als man denkt: Sie brauchen Platz. Licht, Nahrung und ein Umfeld, das sie liebt, so hat es Manfred Kindel einmal auf den Punkt gebracht, der bekannte Kinderliedermacher“, sagt sie. Wer mehr über Claudia Mithöfer und ihre Arbeit erfahren möchte, versuche es unter www.waldolix.de.
Der Rundgang durch die Schule endete in einem Raum, der gegenwärtig den Namen „Königsraum“ trägt, bald aber die Mensa der ersten Offenen Ganztagsgrundschule in der Stadt Burgwedel sein wird. „44 Kinder sind von ihren Eltern zur Offenen Ganztagsschule angemeldet worden, das sind etwas mehr als die Hälfte aller unserer Schülerinnen und Schüler“, sagte Andrea Halden. Nach den Sommerferien wird die Grundschule diese 44 Jungen und Mädchen an vier Tagen in der Woche ganztags betreuen jeweils von montags bis donnerstags von Schulbeginn bis 16.00 Uhr. Als Kooperationspartner konnte die Pestalozzi-Stiftung gewonnen werden als anerkannter freier Träger der Jugendhilfe. Im Rahmen der Ganztagsbetreuung soll eine stärkere individuelle Förderung der kognitiven Entwicklung und der sozialen und emotionalen Fähigkeiten erreicht werden. In der Ganztagsbetreuung werden außerunterrichtliche Angebote aus den Bereichen Sport, Musik, Kreativität und freiem Spiel geboten.
Anmelden kann man seine Kinder für jeweils ein Schulhalbjahr. Die Kinder haben einen geregelten Tagesablauf mit warmen Essen, unterstützender Hausaufgabenbetreuung und abwechslungsreichen Freizeitaktivitäten. Betreut werden sie von verlässlichen Bezugspersonen, einer Sozialpädagogin, zwei Erzieherinnen und bewährten Unterstützungskräften bei der Hausaufgabenhilfe. Die Teilnahme ist bis auf das Mittagessen und Materialkosten kostenfrei. Freitags kann zusätzlich eine Betreuung über den Hort genutzt werden gegen Kostenerstattung. In den Ferien erfolgt über den Hort ebenfalls ein kostenpflichtiges Betreuungsangebot von 8.00 bis 17.30 Uhr.