„Mit düssen Swinkram will eck nicks tu don hem“

Brigitte Wehrhahn im Outfit der Putzfrau, denn ihr ging es um Hygiene. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Brigitte Wehrhahn zu Gast beim Heimatbund Burgwedel

GROSSBURGWEDEL (hhs). Wenn Brigitte Wehrhahn den Heimatbund in Großburgwedel besucht, dann steht nicht ein sprachlicher Vortrag über niederdeutsches Platt auf dem Programm, nein, denn ersten können das die meisten Mitglieder ebenso gut wie die Ikone des „Süntelplatts“, dann steht ein Feldzug im Namen der Hygiene bevor, gegen Schweinegrippe, BSE und Vogelpest, dann weiter zu den Krankenkassen, zur Politik, wo Brigitte Wehrhahn dann so richtig in Fahrt kommt: „Eck kräge allmählich Temperatur“, sagt sie, wobei sie wohl schon vergessen hatte, was sie drei Sätze zuvor eingeworfen hatte: „Sabbeln is nicks förn plattdütschen Minschen“.
Schwache Nerven durfte man nicht haben, dann sank der Spaßfaktor gewaltig. Und man musste ein Faible haben für Schlagfertigkeit, schnelle thematische Wechsel und derben Witz. Wer das alles in sich vereinigte, hatte einen fröhlichen Nachmittag, und schlug sich häufig vor Lachen auf die Schenkel. Und das taten die Mitglieder des Heimatbundes ausgiebig im voll besetzten Saal des Gasthauses am Markt. Michael Jackson bekam posthum sein Fett weg, dann Angela Merkel, und schließlich waren „de Teene so düer worn, dat de Nahnbar se nur sündags innebunden har. De tweite Frühling kümmt mit de drittenTeene“, Gelächter auf allen Plätzen, dann geht es im sauseschritt weiter zu „Use Siegmar Gabriel, dissen geräumigen“, und schließlich weiter zu Sacharping, dem sie Stützräder empfiehlt. Fazit: „Berlin is en Nervenheilanstalt“. Und abschließend noch Brigtte Wehrhahns Urteil zur Deutschen Wiedervereinigung: „Her werste ebenso überwachet wie doa, nur hebbt wi de bessere Technik“. Auch das traf den Nerv der Besucher. Brigitte Wehrhahns Show war eine Sünde wert, Werbung für plattdeutsche Sprache, für tolle Sprachbilder, die wir alle verinnerlicht haben als eine gewisse Grundfröhlichkeit. Nur eines sollte man nicht vergessen bei aller Fröhlichkeit: Wenn uns in Ostfriesland oder an der Ems, wo heute noch viel Platt gesprochen wird, aus dem Fahrzeug bittet, um ins Röhrchen zu pusten, dann hört sich das sicherlich fröhlich an, aber es ist der Ernst des Lebens...