Minister zieht positive Halbzeitbilanz zum Projekt „Rettungsring“

Die Spitzenvertreter der Niedersächsischen Sportverbände DLRG, Landesschwimmverband, Landessportbund sowie Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt und Innenminister Uwe Schünemann im Freibad Großburgwedel. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Während des offiziellen Teils der Veranstaltung zeigten die Trainer des Schwimmvereins Großburgwedel mit den Absolventen ihrer Kurse, wie man Freude am Schwimmen trainiert. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Innenminister Uwe Schünemann besucht das Freibad Großburgwedel

GROSSBURGWEDEL (hhs). Es hatte schon etwas von Realsatire, was am Donnerstag Mittag im Freibad Großburgwedel zu beobachten war: Dort befanden sich weitaus mehr Menschen in feinem Zwirn, die Herren im Jackett mit Schlips und Kragen, die Damen ebenfalls edel gekleidet, als Badelustige. Dann trafen auch noch die Schulleiterinnen und -leiter der Schulen des Großburgwedeler Schulzentrums ein, schließlich der Vorsitzende des Regionssportbundes, Hans Joachim Brandt, Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt, dann der Präsident des Niedersächsischen Landesschwimmverbands Wolfgang Hein, der Landesvorsitzende der DLRG Hans-Jürgen Müller und noch einen Moment später Reinhard Rawe, Direktor der Geschäftsstelle des Landessportbundes. Die Spitzen des Sports im Lande waren im Freibad versammelt, aber nicht zum Baden. Nur einer fehlte noch: Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann, zu dessen Ressort auch der Sport zählt, im Jackett aber ohne Krawatte, ganz locker.
Anlass dieses Treffens war es, eine Zwischenbilanz zu ziehen zum Projekt „Rettungsring“, in dem die Stadt Burgwedel ganz besondere Bedeutung erlangt hat. „Rettungsring“ ist eine Kooperation mit dem Niedersächsischen Innenministerium, dem Kreissportverbänden im Land, der DLRG Niedersachsen, dem Landesschwimmverband und dem Landessportbund. Die Ausgangslage: Schwimmen können ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich. Laut einer DLRG Studie aus dem Jahr 2009 können nur zwei Drittel aller Kinder und Jugendlichen im schulpflichtigen Alter in Deutschland schwimmen. Insbesondere unter den sozial benachteiligten Kindern und Menschen mit Migrationshintergrund nehme die Fähigkeit zu schwimmen immer weiter ab. Das gemeinsame Ziel: In einer Kooperation von Vereinen, Kommunen und Verbänden landesweit dieser Entwicklung entgegen wirken und aus Nichtschwimmer mit finanzierten Kursen Schwimmer machen.
Das Projekt Rettungsring wurde im Landkreis Osnabrück entwickelt und läuft dort seit 2008 erfolgreich. 2010 wurde es Landesprojekt und damit ausgeweitet. Am 1. Mai vergangenen Jahres war Start des Projekts, es ist bis Ende April 2012 befristet. Und somit war am Donnerstag Halbzeitbilanz.
Der Minister zeigte sich beeindruckt vom Erfolg des Projekts Rettungsring in Burgwedel. Die Kooperation von Stadt, Schwimmverein und Schulen hier sei vorbildlich. Hier habe der Schwimmverein vor den Sommerferien in Kursen 40 Schülerinnen und Schüler zu Schwimmern gemacht. Es sei ein gut funktionierendes Netzwerk entstanden. In der Region Hannover bieten nur zwei weitere Schwimmvereine derartige Kurse an. Insgesamt seien es landesweit 77 Vereine, die 233 Kurse angeboten haben. Die dafür vom Land zur Verfügung gestellten 200.000 Euro würden bis zum Projektende vollkommen ausgeschöpft.
„Schwimmen können macht Spaß“, sagte Minister Schünemann. „Wenn man nicht schwimmen kann, dann ist das nicht nur gefährlich, man ist dann auch ausgegrenzt. Wie das Projekt Rettungsring aber zeigt: Die Integration kann doch gelingen. Die Gründe dafür, dass Menschen nicht schwimmen lernen, sind vielfältig und können auch durchaus religiöse sein“, so der Minister weiter. „Hier setzt der Rettungsring an, und zwar landesweit“.
Nun hätten sich viele der anwesenden Gäste gewünscht, dass Schünemann eine Finanzierungszusage zur Weiterführung des Projekts Rettungsring gemacht hätte. Der Minister sagte nur: „Die 200.000 Euro haben wir erfolgreich eingesetzt und sie werden in der Zukunft nachhaltig wirken. Nach Ende des Projekts aber müssen wir weitermachen“. Nur Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt wurde konkreter. Er sagte im NDR-Interview, die Stadt Burgwedel werde überlegen, diese Kurse mit eigenen Mitteln weiter zu führen.