Mia Marie Jöhrens-Lazar ist Ortsbürgermeisterin

Fuhrberger Ortsrat: Ortsbürgermeisterin Mia Marie Jöhrens-Lazar (Mitte, SPD) mit Heiner Neddermeyer (von links), Frank Töllner (beide CDU), Stephan Mithöfer (Bündnis90/Die Grünen) und Björn Lüders (SPD). (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

SPD-Frau setzt auf Teamgeist, Parteigrenzen überwinden

Fuhrberg (bgp). Voll besetzte Stuhlreihen am Dienstagabend in der Maria-Sybilla-Merian-Grundschule: Mit Spannung verfolgten die Einwohner die Wahl des Ortsrates um das höchste Amt im Dorf. „Bürgermeisterin oder Bürgermeister?“ stand als Frage im Raum, die Entscheidung fiel rasch. Mia Marie Jöhrens-Lazar (SPD) konnte alle Stimmen von Sozialdemokraten und Grünen auf sich vereinen und setzte sich damit als neue Ortsbürgermeisterin gegen ihren Mitbewerber Heiner Neddermeyer durch.
Dieser bekam in Würdigung seiner zahlreichen Leistungen für die über 20 Jahre währende Arbeit im Fuhrberger Ortsrat reichlich Applaus. Er wird dem Ortsrat als Mitglied weiterhin erhalten bleiben und den Vorsitz des Finanzausschusses fortführen, den er seit November 2011 im Stadtrat Burgwedel innehat. Außerdem wird er die Interessen der Fuhrberger als Mitglied im Fachausschuss für Umwelt, Energie und Verkehr vertreten. Neddermeyer hatte bei der Kommunalwahl zwar die meisten Stimmen bekommen und war erneut als Kandidat angetreten, konnte sich jedoch nicht die Mehrheit für das Bürgermeisteramt sichern. Der 78-jährige hält gemeinsam mit Frank Töllner die zwei Sitze der CDU, die SPD kam mit Jöhrens-Lazar und Björn Lüders ebenfalls auf zwei Sitze. Büdnis90/Die Grünen werden mit einem Sitz durch Stephan Mithöfer vertreten, der auch als stellvertretender Ortsbürgermeister gewählt wurde.
Jöhrens-Lazar übernahm das Wort und dankte Heiner Neddermeyer für seine langjährige Arbeit im Ortsrat und seine großen Leistungen: „Du hast wahnsinnig viel erreicht.“ Er könne wahrlich stolz darauf sein: „Ich glaube, der ganze Ort ist stolz auf das, was Du erreicht hast in den letzten Jahren.“
In ihrer Antrittsrede begeisterte sie die Bürgerinnen und Bürger mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für Teamgeist, dem mit viel Applaus zugestimmt wurde. Sie stellte die Anliegen des Ortes über Parteiinteressen hinweg in den Vordergrund: „Wir können, wenn wir alle gewillt sind, unser Bestes zu geben und Parteigrenzen nicht als Mauern zu betrachten, viel erreichen und voneinander profitieren.“ Sie sehe aber auch den Auftrag der Wähler darin, die „mehrheitliche Sitzverteilung“ vollumfänglich für „frischen politischen Wind“ zu nutzen.
Die unterschiedlichen Biographien, Kontakte und Erfahrungen der Ortsratsmitglieder böten verschiedene Perspektiven, die sich in der Zusammenarbeit auszahlen würden. Das gelte auch für die unterschiedlichen Blickwinkel von Männern und Frauen. Als Pädagogin und 27-jährige Mutter zweier Kinder werde sie Themen von Frauen, jungen Familien und Kindern eher thematisieren, während Frank Töllner sich mit der Perspektive der Fuhrberger Unternehmen identifizieren könne. Die Belange der Alteingesessenen könne Heiner Neddermeyer dabei besonders nachvollziehen, während Stephan Mithöfer wahrscheinlich vieles „durch die Brille der Nachhaltigkeit“ sehen werde. Björn Lüders verstehe, wie sich zugezogene Fuhrberger fühlten, warb Mia Marie Jöhrens-Lazar um eine konstruktive Zusammenarbeit im Ortsrat, den sie auch in Sachen Kommunikation transparent gestalten möchte.
„Wir streben mehr Nähe an zu den Bürgern, wir wollen einfache Wege der Kommunikation schaffen, alle beteiligen und zur gemeinsamen Gestaltung unseres schönen Dorfes Fuhrberg anregen“, hob sie hervor. Die zahlreichen großen und kleinen Vereine im Ort sollten verstärkt mit einbezogen und die Zusammenarbeit erweitert werden.
Große Bedeutung habe seit langem schon der Verkehr: „Wir möchten ,neben der Umsetzung des Lärmaktionsplans und der Ergreifung von Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität an der Hauptverkehrsader, die Verkehrssicherheit des Schulwegs für unsere Kinder auf jeden Fall überprüfen“, betonte Jöhrens-Lazar.
In der Fragestunde hatten Einwohner unterschiedliche Anliegen, die ihnen auf der Seele liegen. So kam neben der unsicheren Verkehrssituation an der Hannoverschen Straße auch die hohe Wasserentnahme im Fuhrberger Feld durch das Wasserwerk zur Sprache. Wassermangel, trockene Wälder, abgestorbene Eichen und weitere Trockenschäden machten nicht nur den Land- und Forstwirten zu schaffen, sondern hätten Konsequenzen für die gesamte Ortschaft, wurde verdeutlicht. Zu diesem Thema regte Frank Töllner eine gesonderte Fragestunde an, damit diese Themen mit Personen diskutiert werden können, die fachlich mehr mit der Thematik befasst seien. Thema wurde auch die anstehende mehrmonatige Sperrung der L310 zur Sanierung der Brücke über die Hengstbeeke. Fuhrberger Unternehmen hatten sich auf dem Klageweg dagegen gewehrt und wollen eine Umfahrung mit Behelfsbrücke erreichen, um die komplette Sperrung zu verhindern. Die sanierungsbedürftige Sporthalle wurde ebenfalls angesprochen, hier sei eine Lösung dringend nötig, so der Tenor.
Die Dringlichkeit der Themen und das große Interesse in der Sitzung spiegelten sich auch im Schlusswort der Antrittsrede wider: „Wir wollen nämlich alle eines: Das Beste für unser schönes Fuhrberg“, so Jöhrens-Lazar.