„Medizinstrategie 2020“ soll Versorgungsqualität sichern

V.l.: Hauke Jagau, Regionspräsident und Vorsitzender des Aufsichtsrats der KRH, Barbara Schulte Geschäftsführerin Finanzen und Infrsstruktur, Prof. Dr. med. Thomas Moesta, medizinischer Geschäftsführer, und Elke Nobel, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und Vertreterin der Arbeitnehmer. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Schließung des Klinikums Burgwedel so gut wie beschlossen

BURGWEDEL/LEHRTE (hhs). Mit einem aufwendigen Gesamtkonzept will das Klinikum Region Hannover (KRH) die medizinische Versorgung der Regionsbevölkerung zukunftsfähig machen. Qualität in allen Bereichen der Versorgung sei dabei oberster Grundsatz. Der Vorsitzendes des Aufsichtsrats des KRH, Regionspräsident Hauke Jagau, Barbara Schmidt, Geschäftsführerin Finanzen und Infrastruktur, Prof. Dr. med. Thomas Moesta, Geschäftsführer Medizin und Elke Nobel, geschäftsführende Arbeitnehmervertreterin im Aufsichtsrat, stellten das Konzept vor.
Jagau erklärte, es liege jetzt ein „geeintes Ergebnis“ vor, das ein solides Konsolidierungsprogramm, eine umfassende Medizinstrategie und einen baulichen Masterplan beinhalte. Dies diene der Sicherung eines leistungsfähigen Versorgungskonzepts, der Sicherung der wirtschaftlichen Zukunft der KRH, der Entwicklung eines abgestimmten Leistungsspektrums und der besseren Versorgungsqualität der Kliniken. Es gehe jetzt darum, dass der Aufsichtsrat der Geschäftsführung den Auftrag erteile, diese Medizinstrategie auf ihre Umsetzbarkeit zu prüfen.
Einige starke Veränderungen der Kliniklandschaft in der Region sind angedacht: Spezialisierte Medizin soll es in Gehrden und als ambulantes Versorgungsmodell in Springe geben. Der Osten der Region soll mit einem modernen Neubau mit umfangreicher Versorgung an einem neuen, noch nicht feststehenden Standort versorgt werden.
Dabei schwebt den Planern eine Klinikum nach Vorbild des Siloahs vor mit bis zu 500 Betten und einem Investitionsvolumen von 150.000.000 Euro. Die beiden Häuser in Großburgwedel und Lehrte würden dem zum Opfer fallen.
Die gegenwärtige öffentliche Diskussion sei kontraproduktiv. Es sei den betroffenen Kommunen nur schlecht zu erklären: „Wir machen Eure Krankenhäuser zu, um Eure Versorgung zu verbessern“, so Barbara Schulte.
Hauke Jagau bezifferte das gesamte jährliche Defizit der Kliniken auf 20 Millionen Euro. Das gehe nicht jedes Jahr. „Die Qualität unserer medizinischen Versorgung wird darüber entscheiden, ob unsere Kunden weiterhin zu uns kommen“. In Lehrte und Burgwedel werde es bis zur Klärung der weiteren Schritte auch keine größeren Investitionen geben. Das Bettenhaus in Großburgwedel sei „vom Tisch“. Das Klinikum Großburgwedel sei in weitaus schlechterem baulichen Zustand als Lehrte. Die Geschäftsführung des KRH werde dem Aufsichtsrat vorschlagen, die Geburtshilfe mittelfristig zu schließen: „570 Geburten in 2013 sind zu wenig. Selbst die 1.000 Geburten im Nordstadtkrankenhaus sind nicht wirtschaftlich. Wir müssen unsere Qualitäten bündeln“, endete Barbara Schulte. Der Aufsichtsrat entscheidet im November endgültig darüber.