„Massenrettung“: 300 Rettungsschwimmer bei der DLRG-Trophy 2012

Im flachen Wasser warteten weitere Retter, die die „in Not Geratenen“ dann an den Strand zogen. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Einsatz mit dem Rettungsbrett: Die kleinen Bretter halten selbst bei zwei Meter hohem Wellengang ihre Manövrierfähigkeit und sind ausgesprochen sicher. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Favoritensiege beim sportlichen Wettkampf der Rettungsschwimmer

ALTWARMBÜCHEN/ALTKREIS (hhs). Am vergangenen Wochenende glich der Badestrand am Altwarmbüchener See nahe der Anlage des WSV einem Zeltlager. Schon am Freitagabend begann der Betrieb. Aus allen Teilen der Bundesrepublik waren die Lebensretter angereist, um einen Wettkampf auszutragen, die DLRG-Trophy, die nationale Rettungssportserie machte Station in Altwarmbüchen.
Dreimal werde dieser Wettkampf für Rettungsschwimmer in Freigewässern jährlich ausgetragen, erklärte Mark Dehnert vom DLRG-Isernhagen. Die erste Station dieses Jahres habe im nordrheinwestfälischem Beckum stattgefunden, jetzt hier in Altwarmbüchen laufe die zweite. Letzte Station sei dann am 1. September der Markkleeberger See in der Nähe von Leipzig.
Die DLRG-Isernhagen sei stolz, dass diese Veranstaltung an den Altwarmbüchener See gekommen sei, so Dehnert bei einem kleinen Rundgang. Die Isernhagener Gruppe könne bei der Durchführung auf tatkräftige Unterstützung der benachbarten DLRG-Ortsgruppen aus Celle und Hannover zurückgreifen. „Für einen Verein ist das nicht allein zu schaffen. Wir benötigen zur Durchführung mehrere Boote, um die Bojen zu setzen und den Parcours festzulegen“, sagte er. Und nicht zuletzt habe ein Fernsehteam den Wunsch geäußert, die Athletinnen und Athleten von einem Boot aus zu filmen.
Unterdessen hatten die teilnehmenden Ortsvereine ihre Ausrüstungen ausgepackt und nahe des Strandes abgelegt: Jede Menge Rettungskajaks und Rettungsboards, weiteres Zubehör, um einen in Not geratenen Menschen schnell und vor allen Dingen effektiv und sicher an Land zu bringen. Das Wetter konnte am Samstag nicht besser sein, kein Tropfen Regen, meistens blauer Himmel und durchaus angenehme Temperaturen so um die 25 Grad. Das war die Kulisse für den Wettkampf, den sich die Veranstalter gewünscht haben, freute sich Sebastian Löw von der Bundesgeschäftsstelle der DLRG in Bad Nenndorf.
Der sportliche Wettstreit der Schwimmerinnen und Schwimmer ließ von den Anforderungen her alles in den Schatten treten, was wir in Fernsehserien wie „Baywatch“ gesehen haben. Am Altwarmbüchener See ging es sportlich hart zur Sache: Schwimmen, Retten mit dem Gurtretter, mit dem Rettungsbrett und dem Rettungsski. Für die knapp 300 anwesenden Sportler bedeutete dies Verausgabung bis an die Grenze der Erschöpfung.
In den Wettkämpfen wurden die bekannten Favoriten wieder ihrem Ruf gerecht: Zu den Besten zählten auch diesmal wieder die Sportler von der DLRG-Halle-Saalekreis, die viele Punkte für die Trophywertung sammeln konnten. Julia Schatz, frisch gekürte DLRG-Cup Gewinnerin 2012, wurde wie nicht anders zu erwarten ihrer Favoritenrolle gerecht: Sie siegte in der Königsdisziplin „Oceanwoman“, einem Triathlon aus Rettungsschwimmen, Retten mit dem Rettungsbrett und dem Rettungskajak. Sie hatte am Ende gut 30 Meter Vorsprung vor ihren Mitbewerberinnen. „Julia hat damit ihre Ausnahmestellung als Mitglied des Nationalkaders eindrucksvoll unterstrichen“, freute sich Sebastian Löw.
Bei den Herren gab es ebenfalls einen Favoritensieg: Der 19-jährige Daniel Roggenland von der DLRG-Harsewinkel zeigte seine Klasse und holte als erster in der Disziplin „Oceanman“ die begehrten Punkte für die Trophywertung.
Bemerkenswert auch die Präsenz des DLRG-Teams aus Uetensen. Das Team hatte im vergangenen Jahr den zweiten Platz bei der Trophy belegt, ist aber inzwischen auseinandergegangen wegen anstehender Berufsausbildung einiger Mitglieder. Dennoch gingen sie in einigen Disziplinen an den Start und bewiesen ihre Klasse. Matthias Krause wurde Dritter beim „Oceanman“ und Katharina Stephan siegte im „Surf Race“, dem Brandungsschwimmen.
Nach dem Ende der Wettkämpfe, die sich bis in den Samstagabend erstreckt hatten, feierten die Rettungsschwimmer ihre Erfolge gemeinsam. „Die Kameradschaft bei uns ist ausgesprochen gut“, brachte es Sebastian Löw auf den Punkt. Die Trophy 2012 findet ihren Abschluss am 1. September auf dem Markkleeberger See in der Nähe Leipzigs.