Margret Brill gibt ihr Meisterstück aus der Hand

Durch die Blume: Margret Brill (v.l.) übergibt symbolisch die Schlüssel an ihre Nachfolgerin Elke Coordes und Mitarbeiterin Elisabeth Geib-Kayser. „Assistentin“ – sprich Enkelin – Lena hat derweil Pause. (Foto: Renate Tiffe)
 
Eine Blütencollage mit Wert schenkt Mechthild Dangendorf (r.) der scheidenden Leiterin Margret Brill. (Foto: Renate Tiffe)

Verabschiedung der Leiterin der Seniorenbegegnungsstätte

GROSSBURGWEDEL (ti). Dies sei keine Feier in dem Sinn dass nur Freude herrsche. Die Verabschiedung von Margret Brill sei ein Ereignis, ein von Emotionen geprägtes, wie er am Ende hinzufügte. Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt ergriff nach dem Begrüßungstrunk als erster das Wort und gab wieder, was alle Anwesenden bewegte, bei der letzten großen Veranstaltung, die unter der Regie der langjährigen Leiterin der Senioren-Begegnungsstätte begonnen hatte.
37 von insgesamt 45 Berufsjahren hatte Margret Brill im Dienst der Stadt Burgwedel gestanden. Die ausgebildete Kinderkrankenschwester und studierte Sozialarbeiterin hatte sich 1973 bei der damaligen Gemeinde für die Leitung des Kindergartens an der Gartenstraße beworben. 1984 - nach wenigen Jahren des „Kürzertretens“ in der Familienphase, zwei Söhne waren inzwischen geboren - übernahm sie den Aufbau der Sozialstation in Großburgwedel. Nach deren Auflösung 1990 stand das Projekt Senioren-Begegnungsstätte an.
Es gab ein Haus an der Gartenstraße und die Aufgabe, sich der wachsenden Zahl der Senioren in der Gemeinde anzunehmen. Es gab keine brauchbaren Vorbilder und nur wenig Vorgaben („bitte nicht nur Kaffeenachmittage!“). Das Ehrenamt war noch umstrittener als heute. Um ein Konzept wurde gerungen, aber es gab keins. Das Konzept wurde Margret Brill.
Unglaublich erfolgreich sei sie mit ihrer Arbeit in der Senioren-Begegnungsstätte gewesen, betonte der Bürgermeister. Eine Einrichtung sei unter ihrer Leitung entstanden, die in der Region Hannover und in ganz Niedersachsen ihresgleichen suche. 4000 Besucher werden monatlich verzeichnet. 120 Ehrenamtliche sorgen dafür, dass die Wünsche und Erwartungen aller zu ihrem Recht kommen.
Selten hat es in Burgwedel bei einer Verabschiedung so viele, so persönliche Worte gegeben. Gesucht wurde nach passenden Bildern, nach Vergleichen. Beifall erhielt das Baum-Symbol: gut verwurzelt, mit seinem Blätterdach Schutz bietend und den Stürmen stand haltend, mit der Zeit an Wert zunehmend, wie es Christiane Concilio in ihrer Dankesrede auf den Punkt brachte. Die Sozialamtsleiterin und stellvertretende Bürgermeisterin gehörte zu den engsten Verbündeten von Margret Brill, wenn aus aufgegriffenen Ideen und Anregungen Strukturen für das Haus entstehen sollten. Monika Franke, die Gleichstellungsbeauftragte, konnte aus Krankheitsgründen nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Frau Concilio rekapitulierte, dass es immer Menschen gewesen seien, mit denen es die jetzt aus dem Amt Scheidende in ihrer Berufslaufbahn zu tun gehabt hat. Mit der Begegnungsstätte sei ihr jedoch ihr Meisterstück gelungen. Nicht unbeteiligt geblieben sei die ganze der Familie Brill: „hinter einen starken Frau steht immer eine starke Familie“.
Einen Blumenstrauß der besonderen Art überbrachte Mechthild Dangendorf, viele Jahre lang Weggefährtin bei der Führung des Hauses. Anhand der Blüten, die zu einer Collage zusammengefügt waren, deutete sie Eigenschaften und Fähigkeiten ihrer „Chefin“.
Um die Deutungen der vielfachen Tätigkeiten im Haus war es der historischen Tanzgruppe von Regina Gresbrand gegangen. („Wir sind hier stellvertretend für alle Gruppen im Haus“). Zwischen den Wortbeiträgen wurden die Begriffe in auf anmutige Weise in Tanzsequenzen umgesetzt nach den beschwingten Melodien aus der „Fledermaus“.
Die Nachfolgerin im Amt, Elke Coordes, hatte schon für die halbjährige Einarbeitungszeit „in Vertrauen und mit unendlicher Geduld bei den vielen anstehenden Frage“ ihren Dank ausgesprochen. Die offizielle Schlüsselübergabe fand noch nicht statt. Nach ihrer abschließenden Rede nestelte Margret Brill aber doch aus zwei Blumensträußen die symbolischen Schlüssel für das Haus.