Malen als Ausdruck der Seele: Ausstellung zeigt beeindruckende Bilder

„Wachsende Herzen“, ein Gemeinschaftsbild der Kreativ-AG. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Viel Farbiges in hoher handwerklicher Qualität

GROSSBURGWEDEL (hhs). Die so genannte Kreativ AG, die in der Jugendhilfe der Pestalozzi-Stiftung angesiedelt ist, hatte am Donnerstag zu einer ganz besonderen Ausstellungseröffnung eingeladen: Die Werke von sieben jungen Menschen aus der Jugendhilfe wurden vorgestellt, und das war ein ganz besonderes Erlebnis. Die Künstler sind alle zwischen zehn und 15 Jahre alt, vier von ihnen waren anwesend, und sie stellten ihre Werke den Eröffnungsbesuchern vor. Eines wurde dabei klar: Malen ist eine Ausdrucksform der Seele.
Der Bereichsleiter der Jugendhilfe der Pestalozzi-Stiftung, Günter Meyer, fasste sich in seiner Begrüßung der Gäste kurz: Eigentlich sei es keine Neueröffnung, sondern eine Wiedereröffnung oder Weiterführung der Ausstellung der Kreativ AG des Jahres 2006. „Malen ist eigentlich kein Thema der Jugendhilfe, aber wir können hier heute alle sehen, dass in jedem Menschen Talente stecken“, sagte Meyer. Er bedankte sich bei allen Sponsoren, die das Projekt mit Material oder Geld unterstützt haben. Dann übergab die Kunsttherapeutin Kerstin Thölking, die die AG geleitet hatte, Urkunden an die jungen Künstler und schon begann der Rundgang durch die Flure der Jugendhilfe, an deren Wänden die Werke nun hängen.
Farbiges war zu bestaunen und in sehr guter handwerklicher Qualität. Lara Dieling erläuterte den Aufbau eines ihrer Werke mit dem Titel „Der Pudel geht die Treppe hoch“. Sie habe die Leinwand zunächst mit einer Grundfarbe versehen und dann angefangen zu malen. Sie habe an einen Hund gedacht und dann sei das Bild entstanden. Warme Farben weist es auf, einen verfremdeten Hund und eine ebensolche Treppe, es vermittelt eine Grundfröhlichkeit.
Malen sei eine hervorragende Möglichkeit, sich durch kreatives Gestalten auszudrücken, sagte Kerstin Thölking. Die Kinder hätten in den vergangenen Monaten eine Menge ausprobiert, Acryl, Öl- und Pastellkreiden. „Anschließend begannen sie ihre eigenen Kunstwerke: Sie bestimmten selbst das Material, die Technik und die Farben. Die Bilder sind überwiegend abstrakt, manche sogar beschrieben, aber immer mit einem eigenen Titel. Oft haben die Kinder beim Gestalten ihre momentane Stimmung zu Papier gebracht“, berichtete Kerstin Thölking. „Die jungen Menschen konnten durch die Kunst ihren Gefühlen Ausdruck geben, ohne dabei fürchten zu müssen, von ihrer Umwelt nicht verstanden zu werden.“
Günter Meyer, der Bereichsleiter der Jugendhilfe, erläuterte, die gruppenübergreifenden Angebote der Kreativ AG seien nicht nur sinnvoll und machten Spaß, sie helfen auch den Jugendlichen, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten. Interessenten für die Bilder sollten sie sich während der Öffnungszeiten der Jugendhilfe in der Pestalozzi-Straße 7, 1. Obergeschoss, gern anschauen. „Gegen eine Spende werden die Bilder, sofern der Künstler zustimmt, abgegeben“, sagte er. „Diese Form der Jugendhilfe kostet natürlich Geld für Farben und Material. Ohne Spenden kommen wir dabei nicht aus“. Außerdem suche die Jugendhilfe noch Unterstützung in anderen Bereichen der kreativen Förderung, zum Beispiel im musischen Bereich und für Sport. Wer daran mitarbeiten möchte und gute Ideen hat, wende sich bitte an Günter Meyer unter 05139/990120.