„Mal4“: weibliches Künstlerinnen-Quartett stellt im Rathaus Großburgwedel aus

Heidrun Schlieker hält die Eröffnungsansprache, daneben Gabi Boettcher, Edeltraud Brase, Birgit Heddinga und Ulrike Hormann (v.r.n.l.). (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Ulrike Hormanns Malerei weist eine starke Freude am Experimentieren aus. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der Stadtverwaltung zu sehen

GROSSBURGWEDEL (hhs). Der Flur im ersten Stock des Rathauses Großburgwedel ist nicht nur die erste Adresse nur in Bezug auf die Erledigung von Verwaltungsangelegenheiten, er ist auch die „Nummer 1“, wenn es um die Präsentation von Kunst in der Stadt Burgwedel geht. Das liegt zum einen am Schnitt des Raumes: Er ist lang und breit mit einer Fensterfront. Damit bietet er ganz unterschiedliches Spiel des Lichtes, wer dort Malerei präsentiert, dem eröffnen sich dabei ungeahnte Möglichkeiten. Zum anderen bietet er mit diesen Rahmenbedingungen eine ungeheure Tiefe und den nötigen Freiraum zur Betrachtung. Am vergangenen Sonntag wurde dort eine Ausstellung von Werken der Künstlerinnengruppe „mal4“ eröffnet. Vier Frauen, die sich nach ihren ersten künstlerischen Schritten im Atelier Farbraum zusammen geschlossen haben, zeigen ihre Entwicklung, und das kam gut an bei den Gästen am späten Sonntagmorgen.
Es waren gut 100 Neugierige ins Rathaus gekommen, die meisten voller Erwartungen, denn die vier Kunst schaffenden Damen sind längst keine Unbekannten mehr im hiesigen Bereich. Alle haben schon an Ausstellungen teilgenommen in kleinerem Rahmen und sich schon einen Namen gemacht. Die vier Damen sind Gabi Boettcher, Edeltraud Brase, Birgit Heddinga und Ulrike Hormann. Viele Besucher waren schon vor der Eröffnung gekommen und sie nutzten die Chance, die Werke der vier Malerinnen zu bewundern. Es gab ganz Unterschiedliches zu sehen, wobei immer die Entwicklung der Künstlerinnen zu entdecken war und die Freude am Umgang mit der Kunst, und auch die Freude am Experimentieren.
Es waren merkwürdigerweise die Männer, die an diesem Sonntagmorgen von der Vielfalt und der hohen Qualität der ausgestellten Werke infiziert waren und offenbar auch in Kauflaune gerieten. Mehrmals kurz hintereinander, noch vor der offiziellen Eröffnung fragten Interessenten, wo es denn die klassischen roten Klebepunkte gebe, mit denen ein Werk während der Ausstellungszeit als „verkauft“ gelte und somit für andere Liebhaber tabu sei. Um es vorweg zu sagen, wer sich für eines der Werke ernsthaft interessiert, der findet in der Ausstellung die Telefonnummern der Künstlerinnen und sollte sie kontaktieren.
Die Eröffnung der Ausstellung hatte Heidrun Schlieker übernommen. Sie ist selbst Künstlerin und hat in den vergangenen Jahren Kinderbücher entworfen und illustriert. Sie ging kurz aber prägnant auf jede der vier Ausstellenden ein: Bei Edeltraud Brase stellte sie eine harmonische Ausdrucksstärke fest, die sich zum Ganzen füge. Die Künstlerin habe sich in einer Krise befunden, sie habe sich „in Aquarell festgemalt“, dann aber stärkere Ausdrucksweisen in Pastellkreide bis hin zu Acryl gefunden. Bei Edeltraud Brase stünde Realismus und Surrealismus nebeneinander.
Birgit Heddinga liebe das Meer, stellte Heidrun Schlieker fest, ihre Bilder dufteten geradezu nach Seeluft, sie male poetisch. mehrheitlich Aquarelle in einer harmonischen Farbigkeit. Gabi Boettchers Themen sind Natur und Landschaft. „Deine Himmel werden höher und die Flächen weiter“, freute sich Heidrun Schlieker. „In Deinen Bildern bleibt Irreales erkennbar und führt dennoch zum Abstrakten“. Ulrike Hormann zeige Werke mit ganz unterschiedlichen Maltechniken und Material. Bei ihr besteche nicht nur die Experimentierfreude, sondern auch, dass sie trotz dieser immer wieder zu harmonischen Farbkompositionen gelange.