Mahnung zu Versöhnung und Frieden

Die Ortsratmitglieder Bedri Özdemir (Mitte l.) und Frank Leibelt legten einen Kranz zum Gedenken an die Opfer der Weltkriege nieder (l. Rolf Fortmüller). (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Gedenkfeier für die Opfer der Weltkriege

Von Bettina Garms-Polatschek

GROSSBURGWEDEL. Der bundesweite Volkstrauertag stand auch in Großburgwedel im Zeichen von Mahnung und Gedenken an die Opfer der beiden Weltkriege.
Nach dem Gottesdienst in der St. Petri Kirche führte ein Trauermarsch zur Gedenkstätte auf dem Friedhof an der Thönser Straße. Rund sechzig Personen aus Ortsrat, Vereinen und Verbänden ebenso wie aus der Bürgerschaft gedachten gemeinsam der Menschen, die durch Krieg und Gewalt ihr Leben verloren. Musikalisch begleitet wurde die Gedenkfeier vom Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Großburgwedel.
Bürgermeister Rolf Fortmüller hob in seiner Ansprache die Bedeutung des Volkstrauertages vor allem in Hinblick auf gegenseitige Verständigung hervor. Dieser solle ein Tag der kritischen Reflexion sein und des „Schutzes vor billigen Parolen, die Menschen anderer Herkunft, Religion oder Hautfarbe abwerten“. 55 Millionen Menschen seien Opfer von Gewaltherrschaft, Flucht und Vertreibung geworden. Für viele, die diese Zeit noch selbst erlebt hätten, sei das Leiden bis heute nicht vorbei. Angesichts der unvorstellbaren Dimensionen sei es wichtig, dem Gedenken an den Verlust einzelner Menschen in der Öffentlichkeit weiterhin Beachtung zu schenken.
Allein auf dieser Gedenkstätte werde etwa dreihundert Menschen gedacht, die überwiegend aus Großburgwedel gewesen seien. „Aber es wird auch derjenigen gedacht, die hier in Großburgwedel auf unterschiedlichste Weise ihr Leben verloren haben“, so Fortmüller, der dezidiert alle Opfer der Kriege und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in seiner Rede bedachte.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sei es nicht mehr möglich, sich nur auf nationaler Ebene zu erinnern, verwies der Ortsbürgermeister auf die besondere Annäherung in den deutsch-französischen Beziehungen und unterstrich damit den Wunsch nach enger Zusammenarbeit und Freundschaft in ganz Europa: „Nur Versöhnung, Kooperation, Verständigung und Kompromisse schaffen einen dauerhaften Frieden. Diese Errungenschaft müssen wir uns bewusst machen und bewahren, gerade in Zeiten, in denen nationalistische und fremdenfeindliche Parolen in den öffentlichen Raum vordringen“.