Lust auf Hochspannung?

Eva Almstädt stellte dem Publikum im Amtshof ihr neuestes Buch „Ostseeangst“ vor. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Trügerische Idylle - Krimiautorin Eva Almstädt las aus ihrem neuen Buch „Ostseeangst“

GROSSBURGWEDEL (bgp). Voller hätte es zur Lesung von Eva Almstädt schon sein können, doch jene Gäste, die den Amtshof gut zur Hälfte gefüllt hatten, erwartete ein unterhaltsamer Krimiabend. Die Autorin erwies sich als emsige Schreiberin, die jedes Jahr ein neues Buch präsentiert. Bereits 14 Bände hat sie in ihrer Ostsee-Reihe um Kommissarin Pia Korittki veröffentlicht. Regelmäßigen Lesern erschließt sich über die Jahre das Privatleben der Hauptfigur, das wie ein roter Faden in deren spannender Ermittlungsarbeit mitläuft. Trotzdem könne auch jeder Band einzeln gelesen werden, da die Figuren entsprechend eingeführt würden, erklärte Almstädt zur Einführung.
Das Publikum war begeistert von ihrem neuesten Buch „Ostseeangst“, das im Bastei Lübbe Taschenbuch Verlag erst Ende März 2019 erschienen ist. Ermittlerin Pia Korittki leidet noch immer unter dem Verlust ihres Freundes Lars, der ein Jahr zuvor bei einem Unfall ums Leben gekommen war. Ihr Leben ist bestimmt von einer Gratwanderung zwischen der Sorge um ihren Sohn Felix und dem aufreibenden Alltag als Kommissarin. Gerade, als sie ein Abendessen mit ihrer Schwester und einigen Bekannten mit der Ausrede „Arbeit“ abgeschmettert hat, erreicht sie der Ruf zu einem Mordfall. Eine Jugendgruppe hatte während einer Kajaktour in der Asche eines Lagerfeuers eine menschliche Hand gefunden. Obwohl noch nicht wieder ganz offiziell im Dienst, übernimmt Pia Korittki die Aufgabe, näheres herauszufinden. In der Nacht darauf verschwindet die Gruppenleiterin aus der Jugendherberge und ist unauffindbar. Auf einem Hof in der Nähe wird im Stallgebäude ein abgetrennter Unterarm entdeckt. Schon bald werden der Fall und auch das Leben für Pia immer unübersichtlicher, ein Konflikt mit Kollegen bringt das Fass schließlich zum Überlaufen. Der Vorgesetzte legt ihr eine Auszeit nahe, doch dann bergen Taucher in einem See weitere Leichenteile.
Eva Almstädt verwebt die Handlung, die immer wieder überraschende Wendungen nimmt, mit dem Charme der holsteinischen Provinz. Schrullige Bauern, die Ermittlerin aus der Hansestadt Lübeck und liebliche Landschaften bilden einen Kontrast, der das Publikum während der Lesung oft zum Schmunzeln bringt, um gleich im nächsten Augenblick voller Spannung den Atem anzuhalten. Dementsprechend groß war das Interesse an der Arbeit der Autorin, die bereitwillig Einblick in die Entstehung ihrer Kriminalromane gab. Sie selbst kenne sich im Handlungsumfeld ihrer Bücher aus, da sie viele Jahre in einem kleinen Dorf in Schleswig-Holstein gelebt habe, so Almstädt. „Aber die Namen der Orte habe ich verändert, ich kann ja schlecht jemanden aus dem Dorf in meinen Büchern ermorden“, merkte sie humorvoll an und erntete Gelächter aus dem Publikum. Das dankte ihr den kurzweiligen Abend mit einer langen Schlange zum Signieren der gerade erstandenen nagelneuen Bücher.