Liebestolles Rehwild und schwere Fahrzeuge gefährden Straßenverkehr

Bis in die Dunkelheit hinein sind Niedersachsens Landwirte jetzt mit der Ernte beschäftigt. Man sollte immer mit plötzlich auftauchenden schweren Fahrzeugen rechnen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Die Monate Juli und August sind gefährliche Zeiten für die Kraftfahrer

BURGWEDEL (hhs). Der Juli und der August, das ist die hohe Zeit des Rehwildes und vieler Landwirte im ländlichen Gebiet: Das Rehwild beginnt in diesen Tagen mit seiner Brunft und verliert jetzt nicht nur seine arteigene Scheu sondern auch ein wenige den Verstand. Mal spurtet der Bock hinter einem Nebenbuhler her, ein andermal hinter einer Ricke. Nichts kann sie daran hindern, schnell geht es über die Landstraßen, mitten in den Verkehr hinein, meistens mit fatalem Ende für Bock und Kraftfahrer. Das Tier landet verletzt im Straßengraben, der erschrockene Kraftfahrer unter Umständen auch.
Hohe Zeit ist nun auch angesagt in der Landwirtschaft, wobei „hoch“ einfach bedeutet, dass die Arbeitsbelastung steigt, Raps und Gerste wollen geerntet werden, häufig bis spät in die Nacht hinein, und so muss man auf Deutschlands Landstraßen immer auch spät nach mit den langsamen, oft überbreiten Gespannen und Erntemaschinen rechnen. Die können überall aus einem Feldweg hinaus die Straßen queren oder in sie hinein biegen, und sie kommen ebenfalls immer, nur langsam in Gang. Daran sollte man insbesondere bei schlechter Sicht ständig denken und seine Geschwindigkeit so einrichten, dass man in derartigen Situationen noch rechtzeitig zum Stehen kommen kann.
Häufig ist es auch so, dass die schweren landwirtschaftlichen Fahrzeuge eine Menge Ackerboden aus ihrem Reifenprofil an den Einmündungen verlieren. Wenn es auf diese Verschmutzungen noch ein bisschen regnet, wird das zu einer schlüpfrigen Angelegenheit auf den Straßen. Insbesondere in leichten Kurven ist schon mancher Kraftfahrer dabei von der Fahrbahn wegen zu hoher Geschwindigkeit abgekommen.
Auch in Sachen liebestollen Rehwilds sollte man auf den Straßen immer daran denken: Liebe endet meistens nicht mit dem Dunkelwerden! Und das bedeutet: Auch in stockfinsterer Nacht herrscht Bewegung im Rehwildbestand. Aber man sieht sie nun nicht mehr kommen über das Feld, und im Wald ist noch gefährlicher: Plötzlich sieht man die Tiere im Scheinwerferlicht, und schon ist es geschehen: Ein Knall, zerbrochene Scheinwerfer, und so fort. Um solche Situationen zu vermeiden, sollte jeder bedenken: Vorsichtig fahren, um bremsen zu können, und beim Auftauchen von Wild vor dem Fahrzeug abrupte Lenkbewegungen vermeiden, weiter gebremst auf das Tier zufahren, sonst landet man schnell im Graben oder am Baum.
Bis in die Dunkelheit hinein sind Niedersachsens Landwirte jetzt mit der Ernte beschäftigt. Man sollte immer mit plötzlich auftauchenden schweren Fahrzeugen rechnen.