„Lichtblick in der Corona-Krise“

Sie mauerten die Zeitkapsel unter fachlicher Aufsicht von Polier Georg Simon (Firma Depenbrock, r.) zur Grundsteinlegung ein (v. l.): Robert Baberske, Markus Kellner und Axel Düker. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Eine kleine Delegation des Schulorchesters untermalte die feierliche Zeremonie musikalisch. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Grundsteinlegung für den Neubau des Gymnasiums fand im kleinen Rahmen statt

GROSSBURGWEDEL (bgp). Eigentlich hätte die Grundsteinlegung für das derzeit bedeutendste Bauvorhaben der Stadt Burgwedel in einem größeren Rahmen gefeiert werden sollen, doch die aktuelle Lage ließ nur eine kleine Feier zu.
Nach dem Spatenstich am 10. März, der den Beginn der Arbeiten für den ersten Neubauabschnitt des Burgwedeler Gymnasiums markierte, erfolgte am Mittwoch die Grundsteinlegung vor den bereits errichteten Mauern des Sporthallentraktes.
Personen aus Verwaltung, Politik und den beteiligten Unternehmen ebenso wie Delegationen aus der Schüler- und Elternvertretung sowie dem Lehrkollegium kamen stellvertretend zur Feierstunde der Grundsteinlegung.
Stadtbürgermeister Axel Düker bedauerte in seiner Begrüßung, dass die Feier nur in kleinerem Rahmen möglich sei und vertröstete die Gäste: „Die angemessene Einbindung der Schülerinnen und Schüler sowie des Lehrerkollegiums wird zum Richtfest oder zur Einweihungsfeier hoffentlich nachgeholt werden können.“
Düker richtete seinen Dank an die Politiker, die „mit großem Engagement das Teilneubauprojekt inhaltlich und natürlich auch finanziell im Haushalt gesichert“ hätten. „Wir möchten unseren Kindern und Jugendlichen die bestmögliche Bildung und Erziehung bieten und sind stolz auf unser gutes schulisches Angebot hier in Burgwedel und das umso mehr am heutigen Tag, an dem wir den Grundstein legen für ein weiteres Stück Schulbaugeschichte“, hob Düker hervor.
Der Vorsitzende des Stadtrates und CDU-Landtagsabgeordnete Rainer Fredermann zeigte sich zwar erfreut über den Fortgang der Arbeiten, betonte aber mit kritischem Blick auf den Haushalt eine Verpflichtung den Bürgerinnen und Bürgern gegenüber: „Das ist mit Abstand das größte Projekt, das Burgwedel finanziell vor der Brust hatte.“ Die Corona-Pandemie werde sich negativ auf das finanzielle Polster der Stadt auswirken. Angesichts der aktuellen Steuerschätzungen sei „Schlimmes zu erwarten für alle Kommunen in Niedersachsen“, mahnte Fredermann.
Robert Baberske, Schulleiter des Gymnasiums Großburgwedel, freute sich trotz der widrigen Umstände: „Die Grundsteinlegung ist ein sehr willkommener Kontrapunkt zu der Stimmung der zurückliegenden Zeit, wo Einschränkung, Stillstand und teilweise auch Rückschritt zu beobachten waren.“ Er sprach von einem „Lichtblick in der Corona-Krise“ angesichts der neuen Perspektiven, die sich mit dem Um- und Neubau eröffneten. Baberske dankte dem Schulleiter der IGS Burgwedel, Dr. Marco Schinze-Gerber, für die „Gastfreundschaft“ während der Bauphase, da die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums dort übergangsweise untergebracht seien.
In der Zwischenzeit könne man den Fortgang der Bauarbeiten als Webcam-Aufnahmen auf der Homepage des Gymnasiums beobachten, ließ Baberske wissen: „Mit Riesenschritten geht es Richtung Vollendung der beiden Klassenraumtrakte für die Jahrgänge 5 bis 10 und der neuen Sporthalle. Zu Beginn des übernächsten Schuljahres soll alles bezugsfertig sein - wir freuen uns darauf!“
Während der Zwangspause in punkto Unterricht wurde die Zeit genutzt und ein Projekt angeschoben, bei dem sich Schülerinnen und Schüler die „Schule der Zukunft“ vorstellen und sie zeichnen sollten. Sieben Arbeiten wurden vom Fachobmann für Kunst ausgewählt, um gemeinsam mit einer Tageszeitung und einer Urkunde in der „Zeitkapsel“ zur Grundsteinlegung eingemauert zu werden.
Der Bereichsleiter des ausführenden Unternehmens Depenbrock, Markus Kellner, ist zuversichtlich, dass die Fertigstellung des Gebäudes trotz Corona-Krise zum Sommer 2021 termingerecht erfolgten wird. Die bisherige Arbeit mit Teilbaugenehmigungen entfalle nun auch: „Wir liegen komplett im Zeitplan, die Baugenehmigung ist jetzt erfolgt, da haben die Behörden sehr schnell gearbeitet“, lobte Kellner. Im Neubauteil auf dem ehemaligen Sportplatz des Gymnasiums werden die Unterrichtsräume der Sekundarstufe I und eine Dreifeldsporthalle untergebracht. Nach Fertigstellung und Inbetriebnahme des ersten Neubauabschnitts erfolgen ein Teilabriss und Neubauarbeiten sowie Sanierung im Altbestand. „Jeder möchte, dass die Schule ohne Verzögerungen fertig wird“, ist Markus Kellner optimistisch.