Licht und Schatten bei Alkohol-Testkäufen

Positives Ergebnis in Burgwedel

BURGWEDEL/WEDEMARK (r/bs). 59 Testkäufe in vier Kommunen in vier Tagen: In der vergangenen Woche hat die Region Hannover zusammen mit der örtlichen Polizei die Einhaltung des Jugendschutzes in Geschäften unter anderem in Burgwedel und der Wedemark kontrolliert.
Dazu haben eine 14-jährige Praktikantin der Region Hannover und eine 15-jährige Schülerin versucht, alkoholische Getränke in Supermärkten, Getränkemärkten, Tankstellen, Kiosken und Drogerien zu erwerben. Während in Burgwedel weniger als ein Drittel der Geschäfte den Verkauf zugelassen haben, liegt die Quote der Verstöße gegen den Jugendschutz in der Wedemark bei 50 Prozent.
In jedem zweiten der 18 in der Wedemark getesteten Geschäfte konnte die 14-Jährige Getränke wie Apfelkorn, Liköre oder sogar Weinbrand erwerben. Am Mittwoch, 11. August, war das Jugendschutzteam von 13.30 Uhr bis 20 Uhr in Mellendorf, Elze, Bissendorf und Resse unterwegs, hat zehn Supermärkte, einen Kiosk, drei Tankstellen, drei Getränkemärkte und eine Drogerie aufgesucht. Den Verkauf der alkoholischen Getränke zugelassen haben Kassiererinnen und Kassierer in vier Supermärkten, einem Kiosk, einer Tankstelle, zwei Getränkemärkten und der Drogerie. Während sich die Quote der Verstöße in früheren Testkaufwellen kontinuierlich verbessert hatte – von anfangs 64 Prozent über 27 Prozent auf zuletzt 19 Prozent –, ist nun in der Wedemark ein deutlicher Rückschritt zu verzeichnen.
Positive Entwicklung dagegen in Burgwedel: Von 17 kontrollierten Geschäften haben nur vier alkoholische Getränke an die Minderjährige verkauft. Aufgesucht wurden am Donnerstagnachmittag, 12. August, acht Supermärkte, zwei Kioske, fünf Tankstellen und zwei Getränkemärkte in Großburgwedel, Fuhrberg, Kleinburgwedel, Wettmar und Engensen – durch die Testkauf-Kontrollen durchgefallen sind zwei Supermärkte und zwei Tankstellen. Die Quote der Verstöße beträgt damit 23,5 Prozent – bester Wert der bislang vier durchgeführten Testkaufwellen im Bereich Burgwedel (1. Welle: 100 Prozent, 2. Welle: 44 Prozent, 3. Welle: 47 Prozent).
„Dass sich die Testkaufergebnisse in nur einer Kommune verbessert haben, ist für uns enttäuschend – zumal wir in dieser Woche mit einer ausgesprochen jungen Testkäuferin unterwegs waren“, sagte Bettina von Domarus vom gesetzlichen Jugendschutz in der Region Hannover. „Für uns heißt das, dass wir weiterhin dem Einzelhandel mit Testkäufen klar machen werden, dass wir Verstöße gegen den Jugendschutz nicht billigen, sondern mit aller Konsequenz verfolgen“, so von Domarus. Gegen alle Kassiererinnen und Kassierer, die der Minderjährigen Alkoholika verkauft haben, wurde ein Ordnungswidrigkeitverfahren eingeleitet. Sie müssen mit einem Bußgeld von mindestens 180 Euro rechnen.
Seit Anfang November 2009 führt der gesetzliche Jugendschutz der Region Hannover Alkohol-Testkäufe in den 15 Kommunen durch, in denen die Region die Jugendamtsaufgaben wahrnimmt. Anfang September wird die vierte Testkaufwelle abgeschlossen sein.