Letzter Arbeitstag für Bürgermeister Hendrik Hoppenstedt

Am Mittwoch dieser Woche legte Dr. Hendrik Hoppenstedt sein Amt als Bürgermeister der Stadt Burgwedel nieder. Er ist jetzt Mitglied der CDU-Fraktion im Deutschen Bundestag. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Leiser Abschied von Rat und Verwaltung der Stadt Burgwedel

GROSSBURGWEDEL (hhs). Am Mittwoch dieser Woche hatte Dr. Hendrik Hoppenstedt seinen letzten Arbeitstag als Bürgermeister der Stadt Burgwedel. Wie berichtet hatte Hoppenstedt mit einem großartigen Ergebnis bei der Bundestagswahl im September den Wahlkreis 41 gewonnen. Nun zieht er in den Bundestag ein.
Jetzt hieß es Abschied nehmen von gewohnten Tagesabläufen, lieb gewonnenen Kolleginnen und Kollegen, vom Gestalten einer aufstrebenden Stadt. Ein paar Dinge noch sind zu erledigen gewesen, zuletzt wird er die persönlichen Dinge seiner neunjährigen Dienstzeit als erster hauptamtlicher Bürgermeister Burgwedels einpacken. Der Zeitpunkt für eine offizielle Verabschiedung von den Kollegen in der Verwaltung sei schlecht, sagt er. „Viele machen in den Ferien Urlaub“, sagt Dr. Hendrik Hoppenstedt. Aber wenn die Urlaubszeit vorüber sei, werde er noch einmal vorbeischauen und das nachholen.
Am Mittwochmittag hatte er noch einmal als letzten offiziellen Termin als Bürgermeister zur Pressekonferenz geladen. Einige Dinge habe er noch unbedingt erledigen wollen, und dazu zähle zunächst eine Vorlage für den Ortsrat Großburgwedel zur Verlegung von sogenannten „Stolpersteinen“. Bei den Stolpersteinen handelt es sich um Betonwürfel mit zehn Zentimeter Kantenlänge und einer integrierten Messingplatte auf einer Fläche.
Der Streit um das Mahnmal habe Spuren beim ihm hinterlassen, sagt der Bürgermeister. Die jetzige Lösung gelte als vorbildliche und würdige Erinnerung an die Toten der Jahre 1933 bis 1945. Das Mahnmal schaffe es, allen Opfergruppen gerecht zu werden. Die Entscheidung, es auf dem Friedhof zu platzieren, halte er für richtig. „Um im Alltagsleben die Erinnerung an die Verfolgten noch besser in Erinnerung zu halten, rege ich an, wie bereits in vielen anderen deutschen Städten Stolpersteine für jedes Opfer zu verlegen“.
Auf der Messingplatte sollen die Namen der Opfer eingraviert werden und auch Angaben zu ihrem Schicksal. Er denke, dass die 28 Säuglinge von den polnischen Zwangsarbeitern auch in dieses Projekt einbezogen werden müssen. „Großburgwedel war ihr einziger Lebensort“, sagt Hoppenstedt leise.
Sein letzter Punkt sei die Umgestaltung der Innenstadt, insbesondere der Von-Alten-Straße. Er werde das zwar nicht mehr zu Ende bringen können, wolle es aber noch ein wenig anschieben: Am 21. November werde es eine gemeinsame Sitzung von Ortsrat Großburgwedel und Städtebauausschuss geben. Er hoffe, dass möglichst viele Großburgwedeler sich dort einfinden werden. „Bevor wir bauliche Investitionen dort tätigen, wollen wir erst einmal schauen, was da an Verkehr rein soll“, sagt er. „Dabei muss es ein hohes Maß an Bürgerbeteiligung geben. Und wir wollen von Beginn an den Dialog mit den Bürgern“.
Dieser letzte Arbeitstag im Rathaus Großburgwedel sei eigentlich ein ganz normaler Arbeitstag gewesen, sagte Hoppenstedt mit etwas Melancholie in der Stimme. Von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werde er sich später verabschieden. Von den Ratskollegen bei der nächsten Stadtratssitzung Ende des Monats.
Eine großartige Verabschiedung wolle er nicht, er liebe es kleiner und bescheiden. „Ich bin mir sicher, dass ich eine ganze Menge Dinge schnell vermissen werde. Die guten Kontakte zu den Mitarbeitern und zu den Bürgern, das wird weniger werden. Vielen Dank für das gute Miteinander“.
Er werde auch als Bundestagsabgeordneter weiter stark in dem Wahlkreis präsent bleiben und in allen acht Kommunen des Wahlkreises Bürgersprechstunden durchführen. In den nächsten Tagen müsse er noch Mitarbeiter für seine Tätigkeit in Berlin einstellen und das Büro einrichten. Wenn alles gerichtet sei, werde man ihn auch per Mail ständig erreichen können: hendrik.hoppenstedt@bundestag.de.