Leistungsschau des Pferdesports weit über die Region hinaus

Die Turnierleitung mit illustren Gästen: v.l: Alberto Michan, Ute Wigand von der Turnierleitung, Dirk Wellmann, Elke Gerns-Bätke, die Vereinsvorsitzende und Turnierleiterin, Isabell Werth und Valentin Schmidt, ebenfalls Turnierleitung. (Foto: Renate Tiffe)
 
Rundum dicht gesäumt von Zuschauern war der Platz beim Springreiten mit der vollbesetzten Tribüne vorn und den VIP-Zelten gegenüber. (Foto: Renate Tiffe)

Der „Große Preis von Isernhagen“ zog mehr als 2000 Besucher an

ISERNHAGEN (ti). Einmal im Jahr wächst der 430-Mitglieder-starke Reit-und Fahrverein Isernhagen weit über sich selbst hinaus - wenn zum Turnier um den „Großen Preis von Isernhagen“ eingeladen wird. Von Donnerstag bis Sonntag dauert das Ereignis, das nicht nur viel Reiterelite von nah und fern anzieht, sondern auch ein großes, Pferde-begeistertes Publikum. Mehr als 2000 Besucher verfolgten allein am Sonntagnachmittag das Drei-Sterne Springen um den „Großen Preis“ und die Dressurprüfung Klasse S als Höhepunkt und Abschluss der Veranstaltung.
Im Gefüge der nationalen Leistungsschauen im Pferdesport nimmt das Isernhagener Turnier mittlerweile einen festen Platz ein. 270 Teilnehmer hatten in diesem Jahr gemeldet. 20 Springprüfungen fanden statt und 7 Dressurprüfungen. Weltklassespringreiter Ludger Beerbaum gab sich die Ehre und ließ sich in die Organisation einbinden. Isabell Werth, eine der weltbesten Dressurreiterinnen, holte sich den Sieg in der Grand Prix Kür. Sie war mit mehreren Pferden angereist, „alles Pferde mit power“, die aber noch Erfahrungen auf den Turnierplätzen sammeln müssen. Dafür sei Isernhagen ein sehr guter Ort. Auch Alberto Michan, Mexikanischer Nationenpreisreiter im Springen, machte hier Station als Vorbereitung für die großen internationalen Turniere. Er lobte das schöne Ambiente, aber auch der Boden sei gut und der Abreiteplatz groß. Eva Bitter, 3. der Deutschen Meisterschaft der Amazonen, und sehr erfolgreich in den ersten Prüfungen, hatte u.a. auch zwei Hengste des Celler Landgestüts vorgestellt. Landgestüt-Pferde und Turniersport seien nicht überall üblich, erläuterte Valentin Schmidt von der Turnierleitung.
Alles geht in Isernhagen. Springreiten und Dressur, aber auch Profis und Amateure treffen hier zusammen. Dirk Wellmann vom Deutschen Amateur-Springreiter-Club ist ständiger Gast in Isernhagen: „wir sind mit 20 Leuten da und gucken immer nach den angenehmen Turnieren“. 400 bis 500-Kilometer-Anreisen am Wochenende sind nicht selten. Den Unterschied zwischen Profis und Amateuren erklärt der 52-jährige Unternehmer aus Chemnitz so: „Isabell weiß genau, wann sie einmal nicht gesiegt hat. Für uns sind Gewinne eher die Ausnahme“. 2006, da sei er dran gewesen und hat den „Großen Preis von Isernhagen“ geholt. Das werde weiter sein Ziel bleiben.
„Tolles Turnier und abends Party“ hatte die spätere Siegerin vom „Großen Preis“, Kathrin Müller, das Geschehen vor Ort gekennzeichnet. Für Samstagabend gilt noch die Tradition der ländlichen Reitturniere, ehemals selbstverständlich mit dem Reiterball. Auch sonst konnte sich das Rahmenprogramm sehen lassen. An der Längsachse zwischen dem Reiterhof an der Burgwedeler Straße in HB und dem weitläufigen Gelände, das – samt den erforderlichen Parkplätzen - bis in die Nähe des Wietzeparks reicht, gab es eine Shoppingmeile für reiterliche und andere Souvenirs. Die Gastronomie war bestens vertreten und wer sich außerhalb der Reitplätze sportlich betätigen wollte, konnte dies auf dem Segway-Parcours tun. Die Kinder konnten sich beim Bungeespringen, in der Malecke oder beim Hufeisenweitwurf beschäftigen. Das Isernhagener Turnier ist immer auch eine Angelegenheit für die ganze Familie.
Zufrieden zeigte sich die Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Elke Gerns-Bätke nach dem Ende des Turniers. Isernhagen habe sich wieder einmal als Schaufenster des Pferdesport unter Beweis gestellt, mit einem Niveau, das weit über die Region hinausreicht, sagte sie. - Die lange zurückreichende reiterliche Tradition der Gemeinde vor den Toren der Landeshauptstadt wirkt fort.