Lebensberatung konstant auf hohem Niveau

Das Team der Lebensberatungsstelle: Gabriele Steinberg, Sigrid Fahrenbach und Hans-Jürgen Herrmann. (Foto: Renate Tiffe)

Erziehungs- und Familienprobleme im Vordergrund

ISERNHAGEN FB (ti). Die Zahl der Beratungen ist seit 2009 in etwa gleich geblieben. Mit etwa 700 Fällen pro Jahr bewegt sich die Lebensberatungsstelle für Burgwedel, Isernhagen und Wedemark auf konstant hohem Niveau, wie der Jahresbericht für die Jahre 2009 und 2010 ausweist. Geblieben ist auch der weitgehend gleichmäßige Anteil der Klienten aus den drei Kommunen – was der finanziellen Förderung in Dreijahresverträgen entspricht. Etwa ein Viertel der Klienten und der Fördermittel kommen aus anderen Bereichen.
Neu ist die äußere Form des Jahresberichts. Unter dem Titel „Lebenszeichen“ erscheint er jetzt – in den bekannten Farben – als eine Art Faltblatt im DIN-A-4-Format, „kurz, knapp und aussagekräftig“. Anders als bisher soll der Bericht jetzt an weitere Kreise verteilt werden. Und er wird wieder jährlich erscheinen.
Natürlich sind die Probleme nicht neu, mit dem sich das Team der Lebensberatung um den Diplomsoziologen Hans-Jürgen Herrmann als Geschäftsführer zu befassen hat. Nach wie vor stehen Erziehungs- und andere Familienprobleme, sowie Partnerprobleme im Vordergrund, nach der Statistik dicht gefolgt von Geld- und Arbeitsplatzproblemen und Schwierigkeiten bei Trennung und Scheidung. Besonders bei den zunehmenden Erziehungs- und Familienproblemen zeigt sich aber oft die Kombination mit anderen Problemen. Für viele ist es schwer, den eigenen Standort zu finden und zu vertreten. Auffallend ist, dass Jugendliche sich immer häufiger selbst anmelden (was sehr für die Akzeptanz der Einrichtung spricht). Ebenso ist zu beobachten, wie die Diplom-Sozialwissenschaftlerin Gabriele Steinberg berichtet, dass immer mehr ältere Menschen Rat suchen, als Paar oder auch allein, wenn nach Trennungen nach neuen Perspektiven gesucht wird. Der demographische Wandel macht sich bemerkbar. Andererseits verwischen die Grenzen zwischen den Generationen, nicht nur bei den Spätgebärenden und den späten Vätern. „Alles ist im Umschwung, gesellschaftlich ist es eine hochspannende Zeit“, so Frau Steinberg.
Die Lebensberatung reagiert darauf flexibel. „Mit den drei Außenstellen in Burgwedel, Isernhagen und Mellendorf sind wir gut aufgestellt“, meint Hans-Jürgen Herrmann. Beratungszeiten im Haus am Lohner Hof in FB werden ab 8.00 Uhr morgens angeboten, die Gruppenarbeit erstreckt sich oft bis 21.00/22.00 Uhr am Abend. Auch am Sonnabend wird in Gruppen gearbeitet. Neu ist das Projekt MOBIL-RAUM, mit dem nach Absprache mit den Kindertagesstätten und Horten besondere Elternsprechstunden eingerichtet werden.
Geachtet wird auf kurze Vorlaufzeiten bei den persönlichen Beratungen. Sie stehen im Gegensatz zu den Terminangeboten von Psychotherapeuten, die meist erst in vielen Wochen oder Monaten möglich sind. Nicht selten werden dann kritische Zeiten in Isernhagen überbrückt.
Das alles kostet viel Zeit und Arbeit, die im wesentlichen von vier hochqualifizierten Kräften bewältigt werden muss, eingeschlossen deren Fort- und Weiterbildung, auf die viel Wert gelegt wird. Nur drei von ihnen sind durch die Zuschüsse der Gemeinden gegenfinanziert. Um die vierte halbe oder ganze Stelle muss immer wieder gerungen werden mit Spenden- und anderen Geldern. Unterstützt wird die Arbeit der Lebensberatungsstelle vom Arbeitskreis Lebensberatung e.V. der für den Fortbestand und die Weiterentwicklung der Institution sorgt.