Landfrauenführung zu Gast bei der Saatenunion

Brigitte Scherb, Bundesvorsitzende des Landfrauenverbandes, stellt die gemeinsamen Werte heraus. (Foto: Renate Tiffe)

Iken: „Wir schätzen das Engagement des Verbandes“

ISERNHAGEN/BURGWEDEL (ti). Anlässlich des Landfrauentages, der diesmal in Hannover stattfand, nahm die  Saatenunion die Gelegenheit wahr, die Führung  des Landfrauen-Verbandes nach Isernhagen einzuladen. Etwa 100 Frauen, Vorsitzende und Delegierte des bundesweit 500.000 Mitglieder zählenden straff organisierten Verbandes, nahmen an dem sommerlichen Abendempfang teil, der zugleich eine Begegnung mit der neuen niedersächsischen Ministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Astrid Grotelüschen, brachte.
Die Saatenunion ist die Vertriebsorganisation für sieben deutsche Pflanzenzüchter, die ein umfangreiches Sortenangebot fast aller landwirtschaftlichen Fruchtarten bieten. Durch ihre mittelständische Pflanzenzüchtung sei sie der Landwirtschaft und dem ländlichen Raum sehr verbunden, betonte Marcus Iken, Geschäftsführer des Unternehmens. Er schätze das Engagement des Verbandes für die Frauen im ländlichen Raum. Normalerweise seien bei den Forumsveranstaltungen und Feldtagen der Saatenunion nur die Männer vertreten. Jetzt freue er sich, auch einmal die Frauen empfangen zu können, die an den Betriebsentscheidungen in der Landwirtschaft ebenso beteiligt sind.
Zuvor hatte die Bundesvorsitzende des Landfrauenverbandes, Brigitte Scherb, die zugleich an der Spitze in Niedersachsen steht, die gemeinsamen Werte herausgestellt. Ökonomie, Ökologie und soziale Kompetenz seien die drei Säulen auf denen Nachhaltigkeit beruhe, sagte sie oder einfach zusammengefasst: was der Mensch sät, wird er auch ernten. Sie vergaß dabei nicht, aktuelle Forderungen anzubringen. Die Schaffung von Bioenergie, sozusagen ein neuer Betriebszweig der Landwirtschaft, brauche beste Voraussetzungen, die auch die Beratung bis hin zur Erntetechnik einschließt. Erwartet werde zudem ein ideologiefreier Umgang mit der Gentechnik.
Anstelle des niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff, der bereits in Sachen Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten unterwegs war, sprach Astrid Grotelüschen, die erst seit fünf Wochen im Amt ist, zu den hochrangigen Landfrauenvertreterinnen. Sie stellte sich als eine von ihnen vor, als Rheinländerin in einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen, hat sie vor 22 Jahren in eine Putenbrüterei im Oldenburgischen eingeheiratet, drei Söhne aufgezogen, und konnte nun, als frisch gebackenes Mitglied des Bundestages das „tolle Angebot“ von Wulff nicht ausschlagen. Sie sieht sich vor allem den immer noch notwendigen Bestrebungen zur Gleichberechtigung der Frauen verpflichtet. Grundlage dafür ist die aktuelle Studie der Agrarsozialen Gesellschaft in Göttingen mit dem – nicht eben emanzipatorisch anmutenden – Titel „Frauen sind ein Gewinn“. Landfrauen sowieso, fügte Frau Grotelüschen hinzu. Ergebnis der Studie ist, dass Frauen zu einem Drittel der landwirtschaftlichen Einkommen beitragen, und das neben  Kindererziehung und Haushaltsführung. Sie zweifele die Zahlen der Studie an und werde für deren Weiterführung sorgen, kündigte die Ministerin an. Die Arbeitsleistung der Frauen übersteige die der Männer. – An Gesprächsstoff fehlte es den etwa 100 anwesenden Damen, die sich bei einem opulenten niedersächsischen Büfett stärken konnten, nicht.