Lagerhalle im Gewerbegebiet Isernhagen HB geht in Flammen auf

Mit dem Drehleiterfahrzeug versuchten die Wehren, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Doch das gestaltete sich schwierig, weil das Wasser nur durch die geborstenen Fenster in die Halle gelangen konnte. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Hier reißen die Feuerwehrkameraden das Pflaster auf, um die Wasserleitung anzuzapfen. Im Hintergrund bemühen sich Kameraden unter Atemschutz, dem Brand zu Leibe zu rücken. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Betriebe im vorderen Gebäudebereich wurden gerettet

ISERNHAGEN HB (hhs). Am Donnerstag gegen 16.15 Uhr wurde Alarm für die Ortswehr Isernhagen HB ausgelöst: Rauchentwicklung in einer Halle in der Eisenstraße 17 im Gewerbegebiet, keine Menschengefährdung. Wenige Minuten später war klar: Für die Gemeinde Isernhagen wurde Alarmstufe 5 ausgerufen, was nichts anderes bedeutet, als dass alle Ortswehren angefordert wurden.
Nach Auskunft der Polizei hatte ein 39-jähriger Angestellter einer ansässigen Werbetechnikfirma Rauch bemerkt und sofort die Rettungskräfte alarmiert. Als diese eintrafen, stand das zweigeschossige Gebäude bereits erheblich in Flammen. Die schnell am Brandort eintreffenden Feuerwehrkameraden sahen eine riesige schwarze Rauchwolke aus dem hinteren Bereich der Halle schnell in die Höhe steigen. Es stank nach verbrennenden Kunststoff, dicke schwarze Schwaden flogen in der Luft.
Die Halle soll im wesentlichen von der Firma „Digitale Printmedien GmbH genutzt worden sein. In ihr waren Papier, Druckerpatronen und Farben gelagert. Der zur Eisenstraße reichende Bereich wird von weiteren Betrieben genutzt, unter anderem von „Fachmann Farbe GmbH“, „LOGOCOM GmbH “, „Stefan Krieger Company Werbedesign“, „Rudo-Verpackungen und Displays GmbH“, die „AC Wertimmobilien GmbH“, „pos|it“ dazu noch „Redeke Pumpen“ und das „Saigon Express Bistro“.
Sofort wurde die Drehleiter der Gemeindefeuerwehr Isernhagen zum Einsatz gebracht. Sie bekämpfte zunächst den hinteren Teil der Halle, bei dem der dicke Qualm schon aus Dach und Fenstern quoll, mit Wasser. Wurde der Rauch etwas zurückgedrängt, dann loderten im Innern der Halle, durch die zerborstenen Fenster gut zu sehen, die Flammen schnell züngelnd in einem dunklen Rot. Gegenüber an der Westseite des brennenden Gebäudes waren unterdessen weitere Wehren damit beschäftigt, die Halle unter Wasser und Schaum zu setzen, um eine weitere Ausbreitung in den vorderen Bereich von Redeke Pumpen und Bistro zu verhindern. Dank zweier Brandmauern, von denen eine den hinteren Hallenbereich vom vorderen trennte, die zweite den vorderen Bereich noch einmal absicherte und dem engagierten Einsatz der Feuerwehren gelang es, die Unternehmen an der Frontseite der Eisenstraße vor dem Übergreifen der Flammen zu bewahren.
Unterdessen hatte die Einsatzleitung beschlossen an der gegenüberliegenden Seite der Eisenstraße die beiden durch Qualm und Funkenflug gefährdeten Betriebe zu evakuieren. Dabei handelt es sich um ein American Motel und den Backgroßhandel „Backring Nord“.
Da es zunächst nicht danach aussah, dass trotz starken Einsatzes von Mensch und Material dieses Feuer in den Griff zu bekommen war, wurde ein zweites Drehleiterfahrzeug alarmiert. Es griff das Feuer von der gegenüberliegenden Seite an. Schließlich wurde der gesamte Bereich rund um die brennende Halle geräumt. Die Einsatzleitung befürchtete Explosionsgefahr.
Die Feuerwehren aus den Ortschaften der Gemeinde Isernhagen sollen mit etwa 120 Einsatzkräften vor Ort gewesen sein, schließlich wurden zur Unterstützung auch Langenhagen und Burgwedeler Wehren herangezogen. Insgesamt waren etwa 170 Kameradinnen und Kameraden im Einsatz. Gegen 19.15 Uhr hieß es „Brand unter Kontrolle“. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Löscharbeiten soweit gegriffen, dass eine Ausbreitung des Feuers auf den vorderen Bereich des Gebäudes verhindert war. Die Firmen und Betriebe sind weitgehend unbeschadet aus der Katastrophe herausgekommen. Am Freitag waren sie aber noch von der Strom- und Telefonversorgung abgeschnitten. Die Löscharbeiten dauerten bis in die späte Nacht an.
Am nächsten Morgen war das gesamte Ausmaß dieses Brandes einigermaßen zu übersehen: Die Halle, die als Lager benutzt worden war, ist vollkommen ausgebrannt. Das Feuer muss sehr hohe Temperaturen entwickelt haben: Teile der Metallkonstruktion der Halle haben sich krumm verzogen, Kunststoffverblendungen an den Außenfronten sind weggeschmolzen, die Regale im Innern waren unter der Hitze zusammengesackt. Die Feuerwehr hatten die Rolltore aufgeschnitten. Sie waren am Abend wegen der Hitzeentwicklung nicht mehr zu öffnen gewesen. „Totalschaden“, murmelte am Freitagmorgen Polizist, als er durch eines der Tore schaute. Die Brandermittler der Kriminalpolizei haben dann die Suche nach der Brandursache aufgenommen. Ein Ergebnis lag bis Redaktionsschluss der Burgwedeler Nachrichten noch nicht vor. Auch über die Schadenshöhe lässt sich noch nichts genaues sagen. Die Polizei geht „von mehreren hunderttausend Euro aus“.
Der Brand scheint allerdings am rückwärtigen Ende im Innern der Halle Richtung Chromstraße ausgebrochen zu sein. Zumindest sagten Zeugen, dass sie von dort den ersten Rauch aus der Halle aufsteigen sahen. Dann habe sich das Feuer rasend schnell ausgebreitet, wahrscheinlich zusätzlich angefacht durch den Wind, der leicht böig wehte, und den Rauch nach Süden trug. Die Rauchfahne soll noch in Hannover beobachtet worden sein.