„Kwiatkowski“ löste seinen Fall frech, witzig und spannend

Tom, links, und Jonas, rechts vom Autor, spielten die Szene des Kaugummiblasens als Pantomime gekonnt nach. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Jugendbuchautor Jürgen Banscherus zu Gast in der Bücherei

GROSSBURGWEDEL (hhs). „Kwiatkowski“ ist so cool wie Schimanski, geht so schlau und gerissen vor wie Inspektor Columbo und ist so pfiffig wie Hercule Poirot. Mit Columbo teilt er das Schicksal, keinen Vornamen zu haben. Sherlock Holmes erscheint im Vergleich zu ihm wie ein sensibler Windbeutel. Er ist Privatdetektiv, hat eine Freundin, die Kioskbesitzerin Olga, und eine Mutter, die als Krankenschwester meistens nachts ihr Geld verdient. Alles in allem ausgesprochen günstige Rahmenbedingungen für einen Zehnjährigen, seiner großen Leidenschaft zu privaten Ermittlungen zu frönen. Zu Höchstleistungen in beruflichen Dingen läuft er immer dann auf, wenn er Carpenters Chewing Gum kaut, was er an Olgas Kiosk bekommt, und täglich mindestens zwei Liter Milch trinkt.
Kwiatkowski ist der Held einer Serie von Kinderkrimis des bekannten Kinderbuchautors Jürgen Banscherus. Am Donnerstag stellte Banscherus seinen neuen Kwiatkowski-Band in der Bücherei vor und las daraus vor vorwiegend jungem Publikum. Büchereileiterin Jutta Busch war etwas enttäuscht: Nur etwa 25 Kinder und einige Mütter waren gekommen, weit weniger, als die Bücherei Karten für diese Veranstaltung verkauft hatte.
Eines wurde aber von Beginn an deutlich: Kwiatkowski ist Kult in der Krimiszene der acht- bis zwölfjährigen Leser. Jürgen Banscherus machte dann auch keine lange Vorrede, sondern begann mit seinem neuen Werk „Kwiatkowski: Rache ist Schokotorte“ die Zuhörer zu begeistern. Es ist eine Geschichte, wie sie das Schülerleben immer wieder schreibt: Ein neuer Junge kommt in die Klasse, ein besserer Schüler als die meisten, etwas korpulent. Die Integration gelingt nicht recht, der Junge mit dem Namen Wendelin wird gemobbt. Kwiatkowski begibt sich auf die Spur der Täter. Als er weiß, wer sie sind, entwickelt er einen teuflischen Racheplan, mit dem er die großen Schwächen der kleinen Gangster gnadenlos ausnutzt. Rache ist eben manchmal auch Schokotorte.
Im zweiten Teil schlug die Begeisterung Wellen: Banscherus las den bekannten Showdown aus „Kwiatkowski-Die Kaugummiverschwörung“. Kwiatkowski wird vom Erzfeind Schlange in einen Hinterhalt gelockt. Man einigt sich darauf, dass derjenige verliert, der die kleinere Kaugummiblase zustande bringt, eine Flasche Maggi austrinken muss. Natürlich verliert Schlange und muss die braune Soße herunter schütten. Zwei Jungen aus dem Publikum spielten die Szene mit und erhielten tosenden Applaus.
Mit der Figur des Kwiatkowski ist Jürgen Banscherus der große Wurf gelungen. In Kürze wird der 22. Band der Romanserie erscheinen. Die meisten Bände können in der Bücherei in Großburgwedel ausgeliehen werden.