Kunst gewordene Mahnung

Tuba-Irem (l.) und Lucy stellen für ihre Gruppe den „Elfenbogen“ vor, der die Vorzüge des „analogen Einkaufs“ beleuchtet. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Projekt „Park(t)räume“ an der Thönser Straße warnt vor Vermüllung und Umweltschäden

GROSSBURGWEDEL. (bgp). Monatelang hatten Schülerinnen und Schüler vom Gymnasium und der IGS Burgwedel an ihrem Projekt mit dem Kunstverein Burgwedel zusammen gearbeitet.
Am Samstagnachmittag war es endlich soweit: Die Ausstellung „Park(t)räume“ zum Thema Klimawandel und Upcycling wurde vor rund einhundert Gästen offiziell eröffnet. Musikalische Verstärkung bekam der kreative Nachwuchs durch das Orchester „BlasDesaster“ des Gymnasiums Großburgwedel unter der Leitung von Johannes Grüne.
Nicht nur plastisch sondern auch mit Plastik führten die jungen Nachwuchskünstler dem Publikum im Alten Park vor Augen, welch gravierenden ökologischen Fußbabdruck die Menschen mit der Vermüllung der Meere und umweltschädlichem Verhalten hinterlassen. Stefan Rautenkranz, Vorsitzender des Kunstvereins, dankte allen für die „ideenreiche Umsetzung des Themas“, die mit „ungebremster Begeisterung“ erfolgt sei.
Bürgermeister Axel Düker lobte die „Vielfältigkeit der Kunst in Burgwedel“ und würdigte die Ausstellung als „absolute Einmaligkeit“. Dabei handle es sich nicht um ein Modethema, das erst mit der jungen Umweltaktivistin Greta Thunberg in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt sei. Vielmehr beschäftigten sich die Menschen mindestens seit 20 Jahren und länger mit den Folgen des Klimawandels.
Anschaulich präsentierten die beteiligten Schülerinnen und Schüler aus den Klima-, Natur- und Umweltgruppen ihre Ideen, die nun als kreative Mahnung mindestens bis Ende September im Alten Park zu sehen sind. Das Konzept umfasst „Ausstellungsräume“, die aus naturbelassenen Weidenruten angefertigt wurden und Platz für die Kunstobjekte aus Recycling-Material bieten.
Im „Elfenbogen“ möchten die jungen Kreativen beispielhaft darauf aufmerksam machen, dass Schuhbestellungen im Internet überflüssigen Verpackungsmüll und lange Transportwege verursachen, vor allem wenn sie nicht gebraucht und wieder zurückgesendet werden. Die Gruppe zeigt viele Vorteile auf, die für einen Kauf im Fachgeschäft sprechen.
Zwar sei die Auswahl im Internet riesengroß, aber im Geschäft könnten die Schuhe probiert werden, es gebe eine Beratung und auf dem Rückweg könne man sich noch ein Eis holen. Außerdem könnte der Weg zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden, warben die Jugendlichen für den „analogen Einkauf“.
In kleinen „Stolperkästen“ widmen sich die Nachwuchskünstler jeweils einem Thema oder einer Spezies, auf deren Schutzbedürftigkeit und Bedrohung sie hinweisen. Die Installation „Müllstrudel“ zeigt die immer größer werdende Verschmutzung der Meere durch Plastikabfälle, ein Insektentunnel weist auf das Artensterben hin. Eine Skulptur verdeutlicht, dass in Burgwedel innerhalb einer Stunde über 80 Coffee to go Becher weggeworfen werden.
Zu sehen ist eine große Vielfalt an originellen Ideen und kreativen Objekten, die zur Auseinandersetzung mit dem Thema anregen und im Idealfall nachhaltiges Handeln zugunsten des Klimas bewirken.