Künstlerische Vielfalt im Dorfgemeinschaftshaus Wettmar

Gisela Völcker mit einer Auswahl ihrer Kunstwerke, darunter auch die kunterbunten Keramikkugeln. (Foto: Sina Balkau)

Von Sina Balkau

BURGWEDEL/WETTMAR (sib). Der Kunstkreis Wettmar hatte zum „Tag der offenen Tür“ geladen: In den Räumen des Dorfgemeinschaftshauses stellten die zwölf Künstlerinnen ihre durch und durch weibliche Kunst aus, boten sich den Besuchern zum Gespräch an und ließen sich außerdem bei der Arbeit über die Schulter schauen.
Einmal in der Woche treffen sich die zwölf Frauen des Kunstkreises Wettmar im Dorfgemeinschaftshaus, um gemeinsam kreativ zu sein – und das schon seit 1991. „Einige der Künstlerinnen sind seit den Anfängen dabei, andere sind erst vor Kurzem zu uns gestoßen“, erzählte Kunstkreisleiterin Ilse Kleinsorge.
Die Großburgwedelerin malt und zeichnet seit ihrer Schulzeit. 1977 fing sie dann verstärkt an, Malkurse an der Volkshochschule zu besuchen und sich auch autodidaktisch weiterzubilden. Ihr künstlerisches Fachwissen gibt Kleinsorge nun gerne an ihre Schülerinnen weiter. Gab sie in den ersten Stunden noch Motive und Techniken vor, steht sie den Künstlerinnen mittlerweile beratend zur Seite, während diese ihre eigenen Ideen umsetzen. Ob Zeichnungen, Ölbilder oder Aquarelle – erlaubt ist, was gefällt.
So sind über die Jahre viele ganz unterschiedliche und einzigartige Kunstwerke entstanden. Eine Auswahl daraus konnten die zahlreichen Besucher, die am Sonntag den Weg ins Dorfgemeinschaftshaus gefunden haben, in Augenschein nehmen.
Die Kunstliebhaber zeigten sich begeistert ob der künstlerischen Vielfalt, die ihnen geboten wurde. Bewunderten sie eben noch die in zarten Pastellfarben gehaltene Amaryllis, blieb ihr Blick kurz darauf schon an dem knallig-bunten Acrylbild mit dem Titel „Der Turm“ hängen.
Die Idee zu diesem Werk entwickelte die Künstlerin Kerstin Winkel im Mallorcaurlaub. Aus Pappmaché, Draht, Perlen und Plastikfischchen aus dem Anglerbedarf schuf sie das faszinierende – teilweise dreidimensionale – Bild, das in kräftigen Orange-, Blau- und Grüntönen leuchtet.
Nur ein paar Meter weiter präsentierte Gisela Völcker ihre Keramikkugeln, die ein hübscher Blickfang in jedem Garten wären. Die Kugeln werden aus Ton geformt und bei 900 Grad gebrannt, bevor sie mit einer speziellen Glasur bemalt werden können. Die Motive stammen teilweise von Hundertwasser und Franz Marc, teilweise entspringen sie Gisela Völckers Fantasie. Allen gemein sind auf jeden Fall die fröhlich-frischen Farben.
Da es sich bei dem Ausstellungsort auch gleichzeitig um das Atelier der Damen handelt, wollten sie den Besuchern auch einen kleinen Einblick in ihr künstlerisches Schaffen gewähren: Im Sitzungszimmer ließen sie ihre Gäste dabei zuschauen, wie sie an ihren Herbstbildern arbeiteten. Außerdem malten die Künstlerinnen an einem Gemeinschaftsbild, das sich mit jeder Stunde weiterentwickelte.