Krötenzaunbilanz: 713 Erdkröten hat der NABU vor dem Verkehrstod bewahrt

Die Mitglieder des NABU Burgwedel/ Isernhagen haben den Krötenzaun zwischen Engensen und Ramlingen abgebaut. (Foto: Horst Hagenberg/NABU)

Naturschützer suchen Helfer für die nächste „Krötensaison“

ENGENSEN (hhs). Der Krötenzaun an der Straße zwischen Engensen und Ramlingen wurde am vergangenen Freitag von den Mitgliedern des NABU Burgwedel/Isernhagen aufgerollt. 713 Erdkröten und viele andere Frösche, Kröten und Molche hat er vor dem Straßentod bewahrt, so die Bilanz für dieses Frühjahr. Im vergangenen Jahr hatten sich nur 386 Erdkröten, während es im Jahre 2006 schon 1225 Erdkröten waren. Derartige Schwankungen werden auch an anderen Zäunen festgestellt, so dass man sie als vollkommen normal ansehen kann.
Am Würmsee, wo man die Krötenwanderung gut auf der Straße beobachten konnte, waren nur Warnschilder aufgestellt und ein Leitzaun errichtet. Dort wurden keine Kröten gefangen, sondern zum Teil von Anwohnern über die Straße gesetzt. Auch hier wurde die Leiteinrichtung abgebaut. Es ist schon eine ziemliche Anstrengung, mehrere hundert Meter Krötenzaun aufzustellen: Da wollen alle 20 Meter Eimer eingegraben werden, in denen sich die zu rettenden Amphibien fangen sollen, die Rollen mit der Zaunfolien sind auszurollen und etwas eingegraben werden, schließlich wollen auch noch die „Zaunpfähle“, kleine Stahlstangen, zum Hochhalten der Zaunfolie in den Boden geschlagen werden. Da das Aufstellen immer bei noch niedrigen Temperaturen geschieht, wenn die Kröten noch nicht aktiv sind, ist das ein kühles, manchmal sogar frostiges Geschäft. Das Abbauen geht naturgemäß etwas schneller.
713 Kröten, das ist eigentlich ein gutes Ergebnis für die diesjährige Krötenrettungsaktion des NABU Burgwedel/Isernhagen. Immerhin gab es vergangenen Winter zum zweiten Mal hintereinander mehrwöchige Schneeperioden und Dauerfrost mit Tiefsttemperaturen im zweistelligen Bereich. Und deswegen schien es im Vorfeld der Zaunaufstellung in der zweiten Märzwoche durchaus möglich, dass sich der Rückgang der Fangergebnisse des Vorjahres fortsetzen könnte. Um so größer ist nun der Elan der Naturschützer, den Krötenschutz noch auszuweiten. Das macht Sinn, denn ausgewachsene Kröten sind sehr zuverlässige nachtaktive Jäger von Plagegeistern, die den Menschen in freier Natur und Garten piesacken: Sie fressen stechende Insekten, Schnecken, jede ausgewachsene Kröte soll in der Sommersaison ein gutes Kilogramm dieser Tiere vertilgen.
Für einen weiteren Krötenfangzaun an der Kreisstraße 119 in der Nähe des Würmsees werden für das kommende Jahr noch Helferinnen und Helfer für Aufbau und laufende Kontrolle benötigt. Interessenten können sich beim NABU unter Tel. 05139/9586482 vormerken lassen.