Krabbelkinder entdecken die Bücherei Großburgwedel

Lange bleiben die Kleinen nicht auf dem Schoß der Mütter, um die Bücher anzusehen. (Foto: Renate Tiffe)

Großes Interesse am Leseförderprojekt für die Jüngsten

GROSSBURGWEDEL (ti). Die Erkenntnis, dass Lesen ein Grundpfeiler für späteres Lernen in der Schule und im Beruf ist, hat das Land Niedersachsen zum Projekt „Lesestart Niedersachsen“ bewogen. Es wurde initiiert von der Büchereizentrale Niedersachsen in Zusammenarbeit mit der Stiftung Lesen und der Akademie für Leseförderung an der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover und wird vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur finanziell gefördert. In der Bücherei in Großburgwedel hat bereits der erste Kurs stattgefunden.
In der gemütlichen Spielecke vor dem großen Fenster, die schon im vergangenen Jahr eingerichtet wurde, ist eine Decke mit Kissen ausgebreitet. Nach und nach treffen die Mütter mit ihren Kleinkindern ein. Die Einladung ging an Familien mit Kindern, die gerade ein Jahr alt geworden sind. Laufen können die Kleinen alle schon und sie sind keineswegs auf der Decke zu halten. Liz untersucht die kleinen Lesebücher in dem niedrigen Regal in der Ecke, während Jannis schon auf Entdeckungstour durch die Bücherei ist.
Mit einem kleinen Lied „ Hallo, schön, dass Ihr da seid und nicht anderswo...“ wird die kleine Gesellschaft von Eveline Schöttler, der eigens engagierten (ehrenamtlichen) Großmutter, begrüßt, die in ihrem Berufsleben Erzieherin war. In den Refrain stimmen die Mütter mit ein. Eine fröhliche Atmosphäre entsteht, von der alle etwas haben. Beim Lied vom kleinen Känguru hüpfen die Mütter mit und die Kinder gucken erst einmal. Später bei der Wiederholung hüpft das eine oder andere von ihnen schon mit. Große Textblätter für die Mütter sind vorbereitet. Jutta Busch, die Büchereileiterin ist in der Runde dabei. Sie zeigt den Müttern die Buchtitel aus der Spielecke, die infrage kommen, weist auf die Kassetten für Eltern hin. Lange bleiben die Kleinen nicht auf dem Schoß der Mütter, um die Bücher anzusehen. Erst mit fünf Jahren sei ein Kind soweit, dass es sich ungefähr 20 Minuten lang konzentrieren könne, erklärt Eveline Schöttler. Trotzdem... sie interessieren sich auch für die kleine Geschichte und die schönen Bilder zwischen den dicken Pappdeckeln.
Die Zeit vergeht sehr schnell. Die Mütter bedauern es ein wenig, während die Kinder schon wieder unterwegs sind...
Am 2. November und am 7. Dezember werden wieder kostenlose Lesenachmittage für Krabbelkinder angeboten. Im nächsten Jahr soll es weiter gehen. Der Novembertermin sei schon ausgebucht, sagt Jutta Busch. Acht Kinder können jeweils teilnehmen. Nur auf diese Weise ist genügend Ruhe da für die gewünschte Lernatmosphäre, Das Konzept geht auf, wie der erste Kurs zeigte. Allerdings: es waren nur fünf Kinder da. Die Anmeldungen müssen verbindlich sein oder im Falle von Verhinderung unbedingt abgesagt werden, weil noch andere Kinder warten. Schade, wenn sie nicht dabei sein können.