Kleiner Brennhaufen konnte die tolle Stimmung nicht trüben

Das Stockbrot backen scheint zum neuen Oster-Hobby großer und kleiner Wettmarer zu werden. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Fortsetzung von Seite 1/Stockbrot backen lag voll im Trend

WETTMAR (hhs). Eigentlich waren es zwei Osterfeuer in Burgwedels zweitgrößter Ortschaft, so etwa 50 Meter entfernt voneinander. Da loderte das „große“ Osterfeuer, und in unmittelbarer Nachbarschaft der Scheune ein kleines, dicht umlagert, vom Erscheinungsbild her gewissermaßen die Miniaturausgabe des anderen.
Hier drängten sich große und kleine Besucher mit Stöcken in der Hand, um ihr leckeres Stockbrot zu backen. Unterdessen versammelten sich immer mehr Wettmarer rund um den „großen“ Brennhaufen und fragten mit einiger Verwunderung, warum dieser ausgerechnet in Wettmar nicht so imposante Ausmaße haben kann wie in den anderen Ortschaften.
Im Übrigen: Diese Frage wurde am Ostersamstagabend nicht allgemein zufriedenstellend gelöst. „Vielleicht liegt es am neuen Brennplatz“, vermutete eine junge Frau, die so ganz nebenbei auf ihren etwa vierjährigen Nachwuchs aufpasste. „Sicherlich wollten die die Veranstalter erstmal ausprobieren, ob sich der Platz für ein großes Osterfeuer überhaupt eignet“, orakelte sie. Auf ähnliche Argumentation griff auch Ortsbürgermeister Rainer Fredermann zurück. „Man muss das hier mal ausprobieren“, sagte er und freute sich zugleich über die große Akzeptanz des neuen Brennplatzes in der Bevölkerung. „Wir sind schließlich auch froh, dass Landwirt Küster sich einverstanden erklärt hat, das Feuer hier abzubrennen und obendrein auch die Scheune zur Verfügung gestellt hat“. Mit Blick auf das ausgesprochen gut brennende Holz fügte Fredermann nachdenklich an, es sei angesichts der Auflagen zur Einhaltung des Umweltschutzes schon sinnvoll, normales Kaminholz für das Osterfeuer zu nutzen. Man könne nie wissen, was sich alles in dem Baumschnitt aus den privaten Gärten an schädlichen Stoffen befinde.
Ratsherr Lothar Urban wertete die gesamte Veranstaltung als großen Erfolg. Man solle das mit einer besonderen Annahme von Gartenschnitt, wie sie in den anderen Ortsteilen der Stadt Burgwedel üblich sei, auch in Wettmar überdenken. „Warum wir ein so kleines Feuer haben, weiß ich aber auch nicht“, sagte er und schmunzelte. „So einen Haufen wie er heute Abend in Kleinburgwedel zu bestaunen war, schaffen wir sonst auch, locker“.
Wer seinen Blick dann einmal rundum in die Ferne schweifen ließ, der sah die starken Rauchfahnen der Osterfeuer der Nachbarortschaften Wettmars mit dem Wind weit über das Land ziehen, ein Schauspiel, das nur die Osterfeuer bieten. Schillerslager und Burgdorfer Qualm verstänkerte Wettmar, der aus Kleinburgwedel sorgte für „Nebel“ auf der L 383, Kleinburgwedel selbst litt etwas unter dem Thönser Osterfeuer. Nur Fuhrberg hatte Glück, die Nachbarfeuer trugen ihren Qualm nicht dorthin, dort hat man einfach Glück gehabt mit dem Wind. Und der Qualm des Wettmarer Osterfeuers: Der stieg recht rasch in die Höhe und war weitaus schwächer als derjenige anderer Feuer, was wohl am trockenen Holz lag, eben auch ein gutes Argument, die beschriebene Vorgehensweise dort beizubehalten.
Die Freude am ersten Frühlingsabend in Gemeinschaft mit Freunden und Nachbarn am Osterfeuer konnte der allgemein für etwas zu klein gehaltene Brennhaufen nicht trüben. Und zur allgemeinen Verwunderung hielt er länger Flammen, als man zuvor gedacht hatte, „dank des trockenen Holzes und der kompakten Bauweise“, wie es einer der Fachleute der Ortswehr am Abend erläuterterte.