Klassentreffen nach 66 Jahren

Etwa 20 der damaligen Schülerinnen und Schüler fanden sich jetzt zu einem Klassentreffen in Großburgwedel zusammen. (Foto: Renate Tiffe)

Ehemals 55 Schülerinnen und Schüler

GROSSBURGWEDEL (ti). Sie waren der Jahrgang, der noch zu Kriegszeiten eingeschult wurde, 1944 – ein „normaler“ Jahrgang, der von 1945 bis 1947 mit den Kindern der  Flüchtlinge und Vertriebenen auf  eine Klassenstärke von 55 angewachsen war. Etwa 20 der damaligen Schülerinnen und Schüler fanden sich jetzt zu einem Klassentreffen in Großburgwedel zusammen.
Zum Erinnerungsfoto trafen sie sich vor ihrer alten Schule im Mitteldorf, die jetzt die Grundschule ist. Die Schulglocke von damals wurde geschwungen, mit der, jeweils von Hand, das Unterrichtsende eingeläutet wurde. Elsa Dobel, die langjährige Vorsitzende des Heimatbundes und ebenfalls Schülerin des Jahrgangs, zeigte das Foto aus der Nachkriegszeit. Genauso wollten sich die Ehemaligen wieder aufstellen. 15 von ihnen sind bereits verstorben, 22 sind in Burgwedel und Umgebung wohnhaft geblieben.
Es war nicht das erste Klassentreffen. In den siebziger Jahren waren sie schon einmal zusammengekommen und die Burgwedeler unter ihnen treffen sich häufiger. „So eine Klassengemeinschaft ist wunderschön. Wir freuen uns immer darauf“, sagte Liselotte Fröhlich. Das besondere diesmal war, dass auch Weitgereiste unter ihnen waren, nicht nur aus der Bundesrepublik. Aus Amerika war Klaus Bartmer gekommen, aus Brixen in Südtirol war Eva Aichner-Zimmetatis dabei.  
Nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken und einem Besuch im Heimatmuseum, wo Jürgen Veth sie empfing und führte („wieder einmal Heimatkunde pur“) wurden beim Abendessen im „Marktkieker“ Erinnerungen ausgetauscht: wie es  damals war, als die Schule (nach der Besetzung durch die Amerikaner)  ein Gefangenenlager war, als für die Verwundeten Kräuter gesammelt werden mussten,  als es wegen der Unterernährung die Schulspeisung gab. Ihr letzter Lehrer Albrecht Redecke ist im vergangenen Jahr gestorben. Erich Stoll, Verfasser der Großburgwedeler Chronik von 1972 und lange Zeit Rektor der Schule, war von der vierten Klasse ab ihr Klassenlehrer.
Eine von ihnen, Eva Aichner-Zimmetatis, hat über ihre Erinnerungen ein schön ausgestattetes Buch verfasst „Damals... vor, während und nach dem Krieg 1938 – 1961“. Eigentlich hat sie es für ihre sieben Kinder geschrieben. Auf dem Klassentreffen wurde das Werk stolz präsentiert. Vieles und viele fanden sich wieder bei den Erlebnissen der Autorin aus der Nachkriegszeit. Das Buch, in einer Auflage von 100 Exemplaren gedruckt,  ist auch über den Heimatbund zu beziehen.