Kinderchor begeisterte die Fuhrberger Gottesdienstbesucher

Am Ende reichen sich alle die Hände. „Gerempel im Tempel“ ist ein Musical für einstimmige Kinderchöre mit einigen kurzen Solopartien. Ein Klavier begleitet den sängerischen Nachwuchs. (Foto: Hans Hermann Schröder)

„Gerempel im Tempel“ setzt Zeichen gegen Gewalt

FUHRBERG (hhs). Der Altarraum der Fuhrberger Ludwig-Harms-Kirche hatte große Ähnlichkeit mit einem orientalischen Marktplatz zum Gottesdienst am vergangenen Sonntag: An bunten Verkaufsständen schien reges Treiben zu herrschen, Händler boten ihre Waren feil, Kunden kauften eifrig ein. Das einzige, was dem entgegen sprach, war das gelbe Schild, dessen Aufschrift verriet, es handele sich in Wirklichkeit um den Vorhof des Tempels. Handel und Wandel im Tempel, das erinnert sofort an die Geschichte, die in allen vier Evangelien erzählt wird, wie Jesus im Vorfeld des Passahfestes die Händler, Geldwechsler und Opfertierverkäufer aus dem Tempel verjagt hat. Diese Geschichte war der Aufhänger für ein Kindermusical, das der Kinderchor der Gemeinde einstudiert hatte. „Gerempel im Tempel“ ist sein Titel, ein Werk von Klaus Müller, ausgezeichnet geeignet für sehr junge Sängerinnen und Sänger, wie die Aufführung im Rahmen des Gottesdienstes bewies.
Die biblische Erzählung berichtet, dass die Verweltlichung des Tempels in Jerusalem durch den profitorientierten Devotionalienhandel Christus sehr erboste. Der Handel blühte. Im Gedränge fragen zwei Kinder mit dem Lied „Schau mal, dahinten kommt doch wer“, ob da noch mehr Leute zum Passahfest in den Tempel kommen wollen. Ein drittes Mädchen singt davon, dass an diesem Tag noch etwas ganz Besonderes passieren wird. Inmitten der ganzen Betriebsamkeit sitzt auch der Bettler Bartimäus . Der ehemals Blinde schildert, wie er von Jesus geheilt wurde, was sein Leben von Grund auf verändert hat.
Die Kinder erinnern sich an ihre eigenen Begegnungen mit Jesus und daran, dass er gerade sie, die Jüngsten, in besonderer Weise gesegnet hat. Und dann geschieht es, plötzlich: ein lauter Knall, ein Verkaufsstand kippt um, es scheppert. „Was ist da los?“ fragen sich die Tempelbesucher und ärgern sich über Jesus, weil er den gewohnten Ablauf im Tempel stört. Jesus muss sehr wütend gewesen sein in dieser Situation. Einige Leute halten inne und fragen sich, ob das derselbe Jesus ist, der von Sanftmut und Vergebung gesprochen hat, den sie doch als so friedfertig kennen. Von hoch oben schallt die gesungene Antwort: „Mein Haus, spricht Gott, soll ein Bethaus sein, Ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus“. Die Kinder kommen zu dem Schluss: „Wut tut manchmal gut, Wut kann manchmal hilfreich sein ... Aber, da sagen wir Nein! Aber, da sagen wir Halt!" Und es heißt dann später: „Wir wollen keine Gewalt! Schlagen und Treten und Hauen und Spucken, das ist einfach gemein!“ Zum Schluss als Finale und Fazit: Zwischenmenschliche Probleme werden aufgelöst, und alle reichen sich die Hand: "...dann hat die Streiterei ein Ende.“
Ein begeistertes Publikum bedankte sich mit anhaltendem Applaus bei den 25 kleinen Sängerinnen und Sängern der Fuhrberger Kirchengemeinde. Die Kinder hatten vor den Sommerferien erst mit dem Musical „Zachäus Zastermann“ ihr Können bewiesen. Nach kurzer Zeit schon eine weitere Produktion in hoher Qualität vorgetragen ist bezeichnend für den hohen Ausbildungsstand und die Begeisterung des Nachwuchses am gemeinsamen Singen.