Kinderbetreuung hat im Haushalt größte Steigerungsrate

Der Hort in Kleinburgwedel ist fertig gestellt. Er soll am kommenden Samstag eröffnet werden. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Auch in den Kindergarten in Wettmar hat die Stadt Burgwedel in diesem Jahr investiert. (Foto: Hans Hermann Schröder)

„Selbstverständlich trägt die Stadt Burgwedel den größten Teil der Kosten“

BURGWEDEL (hhs). Die Aufwendungen der Stadt Burgwedel für den Bereich der Kindertagesstätten, Krippen, Kindergärten und Horte, weisen über die vergangenen Jahre die höchsten Steigerungsraten im Haushalt der Stadt aus: Waren es im Jahr 2005 „nur“ 2.160.300 Euro, so wird die Stadt im Kindergartenjahr 2010 stolze 3.168. 600 Euro für die Betreuung des Nachwuchses der Burgwedelerinnen und Burgwedeler ausgeben. „Darin sind nur die laufenden Kosten eingerechnet, für Personal, Energie und Verpflegung“, erläuterte Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt die Zahlen. „Und es ist kaum damit zu rechnen, dass diese Entwicklung irgendwann endet“. Die Ansprüche der Eltern an die gesetzliche Betreuungsleistung der Städte und Gemeinden verändere sich stetig, und die Kommune müsse darauf vorbereitet sein.

Ein Blick auf die Entwicklung der Zahlen der letzten fünf Jahre beweist es: Im Jahr 2005 gab es 30 Krippenplätzen Burgwedel, heute sind es 129 plus 36 Tagespflegeplätze, ein stolze Bilanz, mit der Burgwedel den vom Bund für 2013 geforderten Versorgungsgrad von 35 % bis auf 2,14 % erreicht hat. „Wir sind im Bereich der Krippenplätze dicht an der Ziellinie“, freut sich der Bürgermeister. „In den Krippen im Stadtgebiet können alle angemeldeten Kinder angenommen werden“, so Dr. Hoppenstedt.
672 Kindergartenplätze halte die Stadt im laufenden Kindergartenjahr vor, „davon 55% mit einer täglichen Betreuungszeit von sieben Stunden und mehr“, so Hoppenstedt. „Im Jahr 1999 wurden nur etwa 4% aller Kindergartenkinder länger als vier Stunden betreut“, brachte er die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre auf den Punkt.
Beeindruckend auch die Steigerung der Hortplätze in der Stadt Burgwedel: 2005 waren es 87, im laufenden Jahr werden 225 Hortplätze angeboten. Hier gibt es noch ein kleines Defizit: „17 für den Hort angemeldete Kinder aus den Ortschaften Kleinburgwedel, Wettmar und Fuhrberg können gegenwärtig nicht ortsnah einen Platz erhalten“, schilderte der Bürgermeister die Situation. „Dem stehen 13 freie Plätze in Thönse und Großburgwedel gegenüber. Wir haben also, wenn man es so ausdrücken will, ein Defizit von vier Plätzen im Stadtgebiet“. Doch die Lösung scheint gefunden: „Den Eltern der Kinder aus Wettmar werden wir die freien Plätze in Thönse anbieten. Das Familien- und Kinder-Service-Büro arbeitet an weiteren Lösungen, unter anderem über Tagespflege“. Die Kinder müssten nach ihrem Unterricht in der Grundschule zum Hort transportiert werden. „Dieses Problem ist eine kleinere Baustelle“, so Dr. Hendrik Hoppenstedt. Für die Hortkinder in Fuhrberg denke man über eine Unterbringung in der örtlichen Grundschule nach.
Darüber hinaus bietet die Stadt Burgwedel in ihren Kindertagesstätten eine Menge Leistungen über den Rahmen der gesetzlichen Vorgaben hinaus an: „Wir setzen in jeder Kindertagesstätte Springkräfte ein“, erläuterte Hoppenstedt. Diese Kräfte sollen die Ausfälle des Kita-Personals infolge von Urlaub und Krankheit kompensieren. 300.000 Euro sind dafür im städtischen Haushalt eingestellt. Zudem stellt die Stadt Burgwedel in jeder Kita Stunden für die Sprachförderung bereit. Kostenpunkt 70.000 Euro jährlich. Darüber hinaus werden in jeder Kita ab dem 1. August Hauswirtschaftskräfte eingesetzt. 50.000 Euro lässt sich die Stadt Burgwedel das kosten. „Damit wird das pädagogische Personal in den Kitas sich stärker um seine eigentliche Aufgabe kümmern können, die Betreuung der Kinder“, erklärt der Bürgermeister. „Der Stadtrat wird auch zukünftig den qualitativ hochwertigen Standard unserer Kitas sicherstellen und alle pädagogisch sinnvollen Maßnahmen unterstützen“. Hintergrund sei, dass der Rat den Bereich der Förderung von Kindertagesstätten auch als Verbesserung der Infrastruktur für junge Familien und Gewerbe ansehe.
Vor diesem Hintergrund sagte Dr. Hoppenstedt, er halte die Gebührenerhöhung in diesem Bereich für sinnvoll. Die Stadt entlaste im gleichen Atemzug die Familien mit einer Geschwisterermäßigung um 50% der Gebühren. Darüber hinaus gewähre die Stadt Burgwedel auf Antrag einen Zuschuss zur Kita-Gebühr und zu den Verpflegungskosten. „Die gegenwärtig anstehende Gebührenerhöhung bringt in etwa das ein, was wir für die Bereitstellung der Sprachförderung und den Einsatz der Hauswirtschaftskräfte aufbringen müssen“, rechnet Hoppenstedt vor. „Die Stadt Burgwedel trägt selbstverständlich den Hauptteil dieser Kosten“. Im Übrigen erinnerte er noch einmal, dass die oben angegebenen Zahlen nur die laufenden Kosten der Kitas abdecken. „Bauliche Veränderungen, Neubauten, Sanierungen sind darin nicht inbegriffen. Das trägt die Stadt Burgwedel ohnehin“.