Kinder-Kunstrevue mit viel Musik und Pantomime

Die großen Mädchen übten sich an der Gitarre, manchmal auch mit Gesang. (Foto: Renate Tiffe)

Bei Kindern werden große und kleine Talente geweckt

GROSSBURGWEDEL (ti). Im Gemeindehaus der evangelischen St. Petri Kirche schwirrte es von aufgeregten Kindern aller Altersstufen – kostümiert, nach Art der Pantomimen geschminkt oder mit einem Musikinstrument in der Hand. Und immer mit strahlenden Augen. Zum ersten Mal konnten die Jungen und Mädchen in einer Kinderkunstrevue der Initiative KuKKi – Kunst und Kultur für Kinder (KuK) und der St.Petri Kirchengemeinde (Ki) - zeigen, was sie in den letzten Monaten alles gelernt haben.
Es begann mit einem kleinen Tanztheater „Die Wurzelkinder“ in der Choreographie von Regina Gresbrand. Mit außerordentlichem Engagement hat die Burgwedelerin Kinder von klein bis groß in der Tanzgruppe zusammengeführt und für eine entsprechende Ausstattung gesorgt. „Am Freitagnachmittag ist das Haus voller Musik und Tanz“, berichtete die Initiatorin von KuKKi während die Musikanten schon im Hintergrund mit ihren Instrumenten warteten.
Vor ihrem Auftritt wurde aber noch eine andere Form von Kunst präsentiert. Rundum an den Wänden hingen mit weißen Laken verdeckte großformatige Bilder und auch im Besprechungszimmer waren Malereien ausgestellt. „Kinder mal hinsehen“, hieß es als die Laken entfernt wurden und kleine Kunstwerke in den verschiedensten Maltechniken zu Tage kamen. Ihre Betrachtung lohnte sich vor allem auch für die Erwachsenen.
Der großangelegte, musikalische Teil begann mit der ersten Blockflötengruppe, Kindern, die in die erste Klasse gehen und in einem Schnupperkurs ihre musikalischen Fähigkeiten erproben können. Viele Kurse dieser Art werden von KuKKi angeboten, für Gitarren, Cello, Keyboard. Kindern, die weitermachen möchten, kann kostenloser Unterricht in Anlehnung an die Musikschule vermittelt werden.
„Unser Ziel ist es, bei Kindern aller Bildungsschichten große oder kleine Talente zu wecken. Geld darf dabei keine Rolle spielen“, sagt Regina Gresbrand. Dafür spricht sie Sponsoren an und schafft Räume zum Üben. Sie treffe damit in Burgwedel auf ein sehr gutes Klima, berichtet sie. Geschäftsleute stellen freie Räume zur Verfügung, wie beispielsweise „Krusekinder“, wo die Blockflötenkinder üben dürfen. In der Kunstgalerie von Markus Hohmann am Albert-David-Platz kommen kleine Maler zum ersten Mal mit Farben und Pinsel in Berührung.
Die Kinderkunstrevue bot auch die Gelegenheit, den vielen Kreativen in der Stadt für ihre ehrenamtliche Mitarbeit zu danken. Mit viel Motivation – und manchmal wohl auch viel Geduld – nehmen sie sich der anfangs meist begeisterten Kinder an und bringen sie zu beachtlichen Leistungen, wie dieser Tag zeigte.
Als Höhepunkt hieß es am Schluss „Zirkus, Zirkus“. Der Pantomime Peter Mim ließ seine Truppe auftreten. Jungen und Mädchen unterschiedlichen Alters mimten Pferde- und Dressurdarbietungen, erprobten ihre Phantasie am Reifen und balancierten über ein imaginäres Hochseil. Der große Beifall am Ende war ihnen so sicher wie die vielen Lacher zwischendurch.
Mit der Initiative KuKKi ist die Stadt Burgwedel einem mühselig erarbeiteten Vorhaben der Bundesregierung voraus, Kindern aus Hartz IV-Familien zu mehr Bildung im kreativen Bereich zu verhelfen – und das seit fünf Jahren schon.