Kinder erleben einen Tag bei der Polizei

Polizeioberkommissar Andreas Liedtke zeigte den Kinder, was sich alles in einem Polizeifahrzeug befindet, unter anderem ein Hilfsmittel zur Bestimmung etwa eines Bremsweges. (Foto: Anna Kentrath)
 
Ob der Schuh des Polizeioberkommissars Andreas Liedtke wohl zu dem Gipsabdruck passt? Eher nicht, denn diesen hatte er im Jahr zuvor noch mit seinen alten Schuhen gemacht. (Foto: Anna Kentrath)

Einblicke in die Polizeiarbeit des Polizeikommissariats Großburgwedel

GROSSBURGWEDEL (ak) Die Burgwedeler Ferien(s)passaktionen 2010 bieten auch in diesem Jahr neben Spiel und Spaß für die Kinder, die Möglichkeit einen Blick hinter die Kulissen einiger Berufe zu werfen. Welches Kind hat sich nicht schon mal gefragt, was zum Alltag eines Polizisten eigentlich so alles dazu gehört. „Ein Tag bei der Polizei“ hieß es Montagvormittag für acht Jungen und Mädchen aus Großburgwedel, Thönse, Fuhrberg und Isernhagen.
Erstmalig übernahm die Leitung dieser Aktion die Polizeikommissarin und Kontaktbeamtin Antje Schneider, nachdem Polizeioberkommissar Rolf Bongartz den Ruhestand angetreten hat. Die Neugier obsiegte jedoch bei Bongartz, sodass er die Kinder begrüßte und den Kollegen kurz über die Schulter schaute. In Zusammenarbeit mit Polizeioberkommissar Andreas Liedtke, der im Streifendienst tätig ist, wurde ausgiebig auf die Fragen der Kinder eingegangen. „Was bedeuten denn die Sterne auf den Schultern“, war die erste Frage, die den 9-jährigen Jonas beschäftigte. Antje Schneider erklärte den Kindern die unterschiedlichen Dienstgrade entsprechend der Anzahl aber auch der Farbe der Sterne.
Andreas Liedtke erläuterte den neugierigen Ferien(s)passteilnehmern, was er alles bei sich führen muss. Jede Menge Gegenstände versteckten sich da rund um und an seinem Gürtel, von der Pistole über Funkgerät, Pfefferspray bis hin zu Handschellen, Leder- und Gummihandschuhen. Überrascht schauten die Kinder als der Polizeioberkommissar ein Multifunktionswerkzeug aus einer kleinen Ledertasche zog und stolz erklärte, mit der darin enthaltenen Säge habe er sogar schon einmal einen Ast zersägt und mit einem Augenzwinkern hinzufügte „da brauchte die Feuerwehr gar nicht kommen, um die Straße frei zu machen“. Nicht fehlen durfte bei dieser Vorstellung der Gegenstände die Taschenlampe, insbesondere bei nächtlichen Einsätzen, aber auch eine Maske zur „Mund zu Mund“ Beatmung aus hygienischen Gründen.
Große Augen machten insbesondere die Jungen der Runde als Liedtke seine Reservemunition vorführte. Mit dieser könne er insgesamt 29 Schuss abgeben, habe sie aber zum Glück noch nie gebraucht, das Schießen „macht nämlich keiner gern von uns“. Erst vorsichtig dann immer mutiger wagten sich die Kinder mit Fragen vor und zogen schließlich auch die angebotenen kugelsicheren Westen an, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was ein Polizist für ein Gewicht am Körper tragen muss. Nach der ersten Einführung in das Handwerkszeug und den personelle Aufbau eines Polizeikommissariats folgte der Rundgang. Absolutes Highlight wie jedes Jahr war der Moment, als die Kinder in eine der beiden Arrestzellen gehen durften. Sie bestaunten die Tür ohne Türgriff und schauten durch das kleine Fenster zu Schneider und Liedtke heraus.
Nach der Besichtigung der Räumlichkeiten durfte endlich auch eines der glänzend blauen Polizeiwagen besichtigt werden und sogar das Martinshorn erklang kurz aber laut, sodass der ein oder andere doch ein bisschen zusammen zuckte. Ein spannender Vormittag im Polizeikommissariat Großburgwedel, der durch die Geschwindigkeitsmessung mit der Laserpistole sowie das Nehmen von Fingerabdrücken zu einem unterhaltsamen, aber auch lehrreichen Erlebnis wurde.