Kein Geld vorhanden für das Zentrum in Altwarmbüchen

Das zur Verfügung stehende Geld reicht nicht für viel mehr als für die Reparaturen am „Blauen Band“, der optischen Verbindung zwischen der Rathausseite und der Geschäftspassage beiderseits der Bothfelder Straße. (Foto: Renate Tiffe)

Projekt der Neugestaltung wird auf die lange Bank geschoben

ALTWARMBÜCHEN (ti). Für die Neugestaltung des Zentrums in Altwarmbüchen hat es 2008 ein Gutachten zum Einzelhandels- und Zentrenkonzept gegeben, einen Workshop 2011 und eine daraus resultierende Arbeitsgemeinschaft, die der Ortsrat Altwarmbüchen initiierte.
In seiner Rede zur Entwicklung der Gemeinde im Jahr 2013 anlässlich einer Parteiveranstaltung hat Bürgermeister Bogya das Projekt aber mit keinem Wort mehr erwähnt. Gerät das „Zentrum Isernhagen", das eigentlich das Herz der Gemeinde sein sollte - „Versorgungskern“, nennt sich das im Amtsdeutsch – nun ganz aus dem Blick?

Es sieht so aus, nachdem im soeben abgelaufenem Jahr in Isernhagen die Haushaltssperre verhängt wurde. Die Neugestaltung des Zentrums in Altwarmbüchen sei ein vielschichtiges Thema, sagte Arpad Bogya gegenüber den „Burgwedeler Nachrichten“. Es sei kein Geld im Haushalt dafür vorhanden.
Immerhin sind für 2013 noch 10.000 Euro lockergemacht worden, nachdem ein Antrag auf Erhöhung gescheitert war.

Die Arbeitsgemeinschaft, in der neben Mitgliedern des Orts- und Gemeinderates sowie der Verwaltung auch die Gewerbetreibenden im Ortskern mit vertreten waren, hat sich aufgelöst. Die Arbeit sei zu „ineffektiv“ gewesen schildert die Sprecherin der Gewerbetreibenden, Claudia Preiß das Vorgehen. Das zur Verfügung stehende Geld reiche nicht für viel mehr als für die Reparaturen am „Blauen Band“, der optischen Verbindung zwischen der Rathausseite und der Geschäftspassage beiderseits der Bothfelder Straße. Zur Umsetzung weitergehender Vorschläge sei es bisher nicht gekommen. Als nachteilig betrachtet es die Geschäftsfrau, dass sich unterdessen der Fachmarktstandort im Bereich der Opelstraße weiterentwickeln kann.

Ob in Verwaltung und Politik auf den großen Wurf für das Zentrum gewartet wird? Wie steht es da mit der Ansiedlung weiterer Gewerbebetriebe, gar eines Vollsortimenters im Einzelhandel, der ein „Frequenzbringer“ sein sollte?

Die Gemeinde habe Fördermittel bei der EU beantragt, berichtet Helmut Lübeck (CDU). Man wisse allerdings nicht, ob diese kommen werden. Viel tun könne man deswegen nicht. Wichtig sei es zunächst einmal, den augenblicklichen Stand mit den beiden Nahversorgern zu erhalten. Bei der Aufenthaltsqualität könne es im Augenblick, neben der Sicherung des „Blauen Bandes“, nur um die Sauberkeit auf dem Platz und eine freundlichere Gestaltung mit Blumen gehen. Dafür müssten wohl Sponsoren gewonnen werden, wie es der Ortsrat auch beschlossen hat. Die Gemeinde habe wenig Gestaltungsspielraum, weil ihr nichts gehört. Sie hat sich zwar Vorkaufsrechte bei anliegenden Grundstücken gesichert, aber das Aufkaufen gestalte sich schwierig.
„Wir prüfen im Ortsrat parteiübergreifend, wie weiter verfahren werden soll, erläutert Altwarmbüchens Ortsbürgermeisterin Marlies Helfers. Sie warte auf Ideen bei der nächsten Ortsratssitzung. Bei der Verschönerung mit Blumenkübeln sei darauf zu achten, dass es keine Behinderungen für die Rettungsfahrzeuge geben dürfe. „Wir sind überzeugt, dass sich Sponsoren finden lassen. Schließlich geht es um das Zentrum von Isernhagen“. Erst heute zeigten sich die Folgen der Bausünden aus den 1970er Jahren. Die meisten Leute laufen nur schnell durch das Zentrum hindurch. „Wir müssen jetzt das Beste daraus machen“. Sie setze auch auf die Gewerbetreibenden, fügt die SPD-Politikerin hinzu.
Die lassen sich auch durch die wenig aussichtsreiche Lage nicht ganz entmutigen, wie sich jüngst auf dem von den Geschäftsleuten organisierten Weihnachtsmarkt zeigte. Es seien viel mehr Besucher gekommen als im vergangenen Jahr, freut sich Claudia Preiß. Ein Erlös von 400 Euro zugunsten der Bürgerstiftung sei dabei herausgesprungen. Und übrigens: eine neue Teestube sei gerade dabei, sich auf dem Markt zu etablieren, auf der gegenüberliegenden Seite vom Rathaus am Anfang der Ladenpassage.