Junge Ausnahmetalente zum Auftakt des Kulturellen Herbstes

Liza Lengert bewies, wie schön eine klassische Gitarre klingen kann. (Foto: Sina Balkau)
 
Ergreifendes Spiel: Victoria Constien entlockte dem Cello wunderschöne Töne. (Foto: Sina Balkau)

IFF-Studenten versetzten Publikum im Amtshof in Erstaunen

GROSSBURGWEDEL (sib). Der Kulturelle Herbst in Burgwedel startete dieses Jahr mit einem ganz besonderen Konzerterlebnis: Acht Musiker des Instituts zur Frühförderung musikalisch Hochbegabter (IFF) der Hochschule für Musik und Theater Hannover bewiesen, dass es auch in jungen Jahren schon möglich ist, ein alter Hase auf seinem Instrument zu sein. Die Zehn- bis Achtzehnjährigen spielten anspruchsvolle Stücke bekannter Komponisten und zeigten eine große Bandbreite an Instrumenten, die vom Cello bis zum Akkordeon reichte.
Genies oder gar Wunderkinder wollen sie nicht genannt werden – dabei waren das die ersten Begriffe, die dem Zuhörer der hochbegabten Jungmusiker am Mittwochabend durch den Kopf schossen. Den Anfang machten die beiden Jüngsten: Grace Wen und Alwine Yu aus Hannover spielten den „Tanz der Puppen“ aus Bohuslav Martinus „Marionetten“ sowie den Walzer aus Sergei Prokofievs „Kindermusik op. 65“ auf dem Klavier. Die zehn- und elfjährigen Mädchen beherrschten ihr Instrument so gut, als seien sie schon Klavier spielend zur Welt gekommen.
Für große Begeisterung auf Seiten des Publikums sorgten auch Liza Lengert und ihre Gitarre. Die Dreizehnjährige präsentierte die Introduktion sowie Variationen über „Das klinget so herrlich“ aus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ – ein romantisches, verträumt wirkendes Stück, das von Liza wunderschön interpretiert wurde.
Nach der klassischen Gitarre war das Violoncello an der Reihe: Die fünfzehnjährige Victoria Constien aus Northeim spielte das „1. Adagio-Moderato“ aus dem „Konzert für Violoncello und Orchester e-moll, op. 85“ von Edward Elgar. Hochkonzentriert und ganz versunken in ihr Spiel, schien es, als habe die junge Frau alles um sie herum vergessen. Mit großer Leidenschaft bediente sie das Streichinstrument und entlockte ihm emotional berührende Töne in Perfektion.
Als Abschluss des ersten Teils bekam das Publikum Franz Liszts „Rhapsodie Espagnole“ von der Pianistin Meng Sun zu hören. Das vierzehn Jahre alte Mädchen musste nach ihrem Auftritt zweimal wieder auf die Bühne kommen, um sich zu verbeugen – so lange dauerte der Beifall an. Aber auch die anderen Musikerinnen wurden mit Lob überschüttet: „Genial“, „atemberaubend“ und „wundervoll“ waren die häufigsten Kommentare.
Dabei standen die Auftritte der erfahreneren Studenten – am Institut für Frühförderung musikalisch Hochbegabter (IFF) können bereits Dreizehnjährige ein richtiges Musikstudium aufnehmen – erst noch bevor. Elisabeth Brauß zum Beispiel hat mit ihrem Klavierspiel schon zahlreiche große Wettbewerbe gewonnen, wie „Jugend musiziert“ oder den Internationalen Gotrian-Steinweg-Wettbewerb. Im Amtshof spielte sie Robert Schumanns „Faschingsschwank aus Wien“. Christof Wenzel und Matvej Demin sind ebenso professionell und bewiesen an Akkordeon und Flöte ihr riesiges Talent.
Das Können dieser acht jungen Musiker gibt dem Konzept der IFF recht: Seit zehn Jahren widmen sich die Mitarbeiter der Musikhochschule Hannover der intensiven Förderung des musikalischen Nachwuchs, ohne ihn aus seinem familiären und schulischen Umfeld zu reißen. Dabei wird neben dem aktiven Musizieren auch viel Wert auf Gehörbildung und Musiktheorie gelegt. Am 22. Oktober wird das zehnjährige Jubiläum des Instituts mit einem Festkonzert gefeiert. Im großen Saal der Musikhochschule werden dann alle 70 Kinder und Jugendliche, die derzeit gefördert werden, zu hören sein.