Jubiläum der Feuerwehr Fuhrberg

Das 125-jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr wird vom 7. bis 9. September auf dem Spargelhof Heuer gebührend gefeiert. (Foto: Feuerwehr Fuhrberg)
 
Die heutige Feuerwehr hat neben der Brandbekämpfung viele neue Herausforderungen wie technische Hilfeleistung oder Schadenabwehr nach Unwetterlagen zu meistern. 57 aktive Kameradinnen und Kameraden leisten zurzeit ihren Dienst in der Fuhrberger Wehr. (Foto: Feuerwehr Fuhrberg)

125 Jahre von den Anfängen 1893 bis hin zur modernen Einsatztruppe in 2018

FUHRBERG (r/bgp). Die Freiwillige Feuerwehr Fuhrberg blickt auf eine lange Tradition zurück. 125 Jahre sind seit der Gründung im Jahr 1893 vergangen.
Das Jubiläum nehmen Ortsbrandmeister Marc Otte und sein Stellvertreter Carsten Möhlenbrink zum Anlass, die Geschichte ihrer Heimatfeuerwehr noch einmal Revue passieren zu lassen: Der 10. Januar 1893 kann als historischer Wendepunkt in der Geschichte Fuhrbergs angesehen werden, denn an diesem Datum - so besagt es das Protokoll - leitete der Gemeindevorsteher Witte die Gründungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Fuhrberg ein. Die Zeit der mühsamen und wenig effektiven Eimerketten, bestehend nur aus freiwilligen Helfern, sollte nun endlich vorbei sein.
Als erster Hauptmann wurde mit 25 Stimmen Adolf Köhne gewählt, Vize-Hauptmann wurde Heinrich Lühring mit 19 Stimmen. Das vorliegende Protokoll vom 26. Juni besagt, dass schon im Juni 1893 von der Firma Römeburg eine Handdruckspritze samt Zubehör für 1 300 Mark angeschafft wurde. Diese ist auch heute noch bei uns und aufgrund liebevoller Pflege durch die Spritzengruppe noch immer voll funktionsfähig.
Doch bald schon zogen erste dunkle Wolken über die neu gegründete moderne Fuhrberger Feuerwehr. In einem Schreiben an den Gemeindevorsteher Witte gegen Ende 1893 beschwerten sich der Vize-Hauptmann Lühring und etliche Mitglieder über ihren Hauptmann Köhne. Der ungeheuerliche Vorwurf lautete: Nach der Rückkehr von einem Brandeinsatz in Bissendorf hätte er sie mit Cognac in einer Gastwirtschaft in Gailhof dermaßen betrunken gemacht, dass sie sich ungebührlich verhalten hätten! Außerdem ließ der Hauptmann die teure neue Spritze nicht reinigen und fing auch noch eine zünftige Rauferei an. Der Entschluss seiner Männer stand fest: Der Hauptmann ist für sein verantwortungsvolles Amt nicht zu gebrauchen.
Gemeindevorsteher Witte entzog ihm daher das Amt des Hauptmanns und das königliche Amtsgericht Burgwedel verklagte Köhne zudem, da dieser Dinge aus dem Bestand der Wehr nicht zurückgeben wollte. So wechselte das Amt des ersten Hauptmannes schon nach einem halben Jahr auf den bisherigen Stellvertreter Heinrich Lühring. Vize-Hauptmann wurde Heinrich Müller. Es war also schon ordentlich was los im Gründungsjahr.
Aber ab hier nahm die Erfolgsgeschichte der Freiwilligen Feuerwehr Fuhrberg ihren Lauf. Nach zwei überstandenen Weltkriegen, auch mit einigen gefallenen Kameraden aus den Reihen der Wehr, folgte eine daraus resultierende personalschwache Zeit. Die Gebietsreform 1974 war ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Geschichte unserer Wehr. Fuhrberg wurde aus der bisher eigenständigen Gemeinde mit eigener Verwaltung ein zu der Gemeinde Burgwedel gehörender Ortsteil. Unsere Wehr war fortan ein Feuerwehrstützpunkt. Nun ging es schnell voran: 1976 wurde eine Jugendfeuerwehr gegründet, die auch heute noch sehr erfolgreich die aktive Wehr mit gut ausgebildetem Nachwuchs versorgt.
Die 1980-er Jahre waren geprägt von großen Wettkampferfolgen. Hier wurde die 1. Gruppe Bezirksmeister. Die eindrucksvolle Pokalwand im Feuerwehrhaus zeugt noch heute von dieser erfolgreichen Zeit. Ein weiteres wichtiges Datum war der 30. Juni 1990: Fuhrberg war mal wieder mit der Ausrichtung des Gemeindefeuerwehrtages betraut. Erstmals war hier die neue Partnerwehr aus Späningen in Sachsen-Anhalt zu Gast. Eine lebendige Partnerschaft, die bis heute besteht und sehr gerne gepflegt wird.
1993 feierten wir mit einem dreitägigen Fest unser 100-jähriges Bestehen. Aber es wurden nicht nur Wettkämpfe bestritten oder Feste gefeiert. Wir mussten natürlich auch unserer Hauptaufgabe, der Gefahrenabwehr, nachkommen. Das ist längst nicht mehr nur der Brandschutz, wie in den fünfziger oder sechziger Jahren. Nein – durch die viel befahrene und unfallträchtige Landstraße in Richtung Celle kamen vermehrt technische Einsätze hinzu. Somit wurde hydraulisches Gerät zur Menschenrettung ein unverzichtbarer Bestandteil der Ausrüstung. In den folgenden Jahren kamen noch eine Reihe weiterer Aufgaben hinzu. So hat die Feuerwehr heute mit dem Brandschutz, der technischen Hilfeleistung am Pkw oder Lkw und mit extremen Unwetterlagen, wie Starkregen oder Stürmen gut ausgerüstet und ausgebildet umzugehen. Hierfür besteht der Fahrzeugpark aus einem Mannschaftstransportwagen, einem Löschgruppenfahrzeug und einem 25 Jahre altes Tanklöschfahrzeug. Letzteres wird in diesem Jahr durch ein neuwertiges Hilfeleistungslöschfahrzeug - kurz HLF20 - ersetzt.
Auch am kulturellen Miteinander im Dorf beteiligt sich die Fuhrberger Feuerwehr rege. So richtet sie für den Ortsrat das Osterfeuer aus, nehmen mit den aktiven Kameraden und dem Musikzug – der sich bereits 1924 gegründet hat - am Schützenfest teil und sind auf dem Weihnachtsmarkt mit der Jugendfeuerwehr vertreten. Die Ortsfeuerwehr Fuhrberg besteht heute aus 57 aktiven Mitgliedern, die Jugendfeuerwehr hat einen Bestand von 19 Kindern im Alter von 10 bis 16 Jahren und im Musikzug spielen 31 Feuerwehrmusiker ein Instrument. Nicht zu vergessen sind die 26 Alterskameraden und 216 Freunde der Wehr.