„Jetzt geiht dat los“: Frischmarkt in Fuhrberg wird gebaut

Auf dieser Fläche soll der Frischmarkt in Fuhrberg entstehen. In Rekordzeit sind die Finanzierungszusagen erbracht worden, nun wird die Grundbesitzergemeinschaft gegründet. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Noch im Mai wird Grundbesitzergemeinschaft gegründet

FUHRBERG (hhs). „Jetzt geiht dat los, der Frischmarkt wird gebaut“, mit diesem Worten begann Ortsbürgermeister Heiner Neddermeyer seinen Sachstandsbericht zu diesem Thema auf der letzten Ortsratssitzung am Donnerstag vergangener Woche. Diese Sitzung fand wieder im Gemeindehaus statt, aus gutem Grund, denn das Thema Frischmarkt interessiert in Fuhrberg. Auch zu dieser Sitzung waren wieder mehr als 30 Mitbürgerinnen und Mitbürger erschienen.
Neddermeyer führte weiter aus, der Ortsrat habe nun 230 Zusagen über insgesamt 398.500 Euro gesammelt, eine stolze Summe, die ausreichen werde, um den ersten Schritt in Richtung Bau des Frischmarktes zu gehen. Für den Ortsrat sei die an diesem Abend zu gebende Empfehlung zur Gründung einer Grundbesitzergemeinschaft der letzte Schritt zum Neubau des Marktes. Sei diese Gemeinschaft gegründet, dann müsse sie über die Einlagen der 230 Mitglieder zunächst das Grundstück für den Markt erwerben, der dann darauf gebaut werden soll.
Hier kam eine Zwischenfrage, wann denn der Markt endlich eröffnet werden kann. Der Ortsbürgermeister schmunzelte und entgegnete: „Im nächsten Jahr, wenn die Bäume wieder grün werden“. Schneller lasse sich das Megaprojekt nicht realisieren, denn bevor dort mit den eigentlichen Bauarbeiten begonnen werden kann, müsse noch ein vollkommen neues Bebauungsplanverfahren für das Gebiet am Ortsausgang Fuhrberg Richtung Mellendorf von der Verwaltung der Stadt Burgwedel durchgeführt werden.
Dieses Verfahren nehme mindestens drei Monate in Anspruch. Das Verfahren sei notwendig geworden, weil die gegenwärtigen Pläne des Marktes nicht dem jetzt geltenden Bebauungsplan entsprechen. Die ursprünglichen Pläne für einen Lebensmittelmarkt dort schrieben zum Beispiel eine hochwertigere Bauweise vor als die jetzigen Planungen.
Der Wirtschaftsprüfer Heiko Drangmeister und Rechtsanwalt Jörg Offeney, beides Fuhrberger Einwohner, seien gerade dabei, die richtige Gesellschaftsform für die Betreibergesellschaft zu eruieren. Beide hätten mit mehreren Banken gesprochen. Alle Geldinstitute hätten sich beeindruckt gezeigt über die hohe Zahl der zugesagten Beteiligungen und auch über die hohe Summe insgesamt. Und alle hielten das Finanzierungskonzept, das der Ortsrat in seiner Sitzung Anfang Februar vorgestellt hatte, für schlüssig. Das zugesagte Kapital werde ausreichen, erläuterte Heiner Neddermeyer den Anwesenden. Er habe mit mehreren Fuhrberger Betrieben gesprochen, die ihre Bereitschaft bekundet haben, an den Bauarbeiten mitzuwirken und Sonderkonditionen zusagten.
Über die endgültig zu wählende Gesellschaftsform müsse man sich nun schnell im Klaren sein, denn gegenwärtig seien die Zinsen günstig.
Grundsatz dabei sei eine Form für kurze, schnelle Wege, in der alle Anteilseigner unabhängig von der Höhe ihres Anteils zu ihrem Recht kommen. „Bei der Suche nach der richtigen Gesellschaftsform geht Gründlichkeit vor Schnelligkeit“, sagte Neddermeyer. Es sei möglich, dass als Gesellschaftsform die „GmbH & Ko. KG“ oder die „Klein AG“ in Frage komme. Anschließend gab der Ortsrat die einstimmige Empfehlung ab, die Gesellschaft zeitnah zu gründen, um den Weg für die weitere Entwicklung zu ebnen. „Noch Anfang Mai werden wir zur Gründungsversammlung einladen, mit der gebotenen gründlichen Eile“, so der Ortsbürgermeister. Damit war die Tagesordnung dieser Sitzung abgearbeitet. Am Ende stand die Frage eines älteren Mitbürgers im Raum: „Heiner, wann kann ich endlich einzahlen? Ehe ich sterbe, will ich in unserem Markt eigekauft haben“. Einzahlen kann er in den kommenden Wochen, einkaufen im eigenen Markt dann, wenn die Bäume wieder grün werden.