Jan Jiracek von Arnim begeisterte Konzertbesucher in St. Paulus

Jan Jiracek von Arnim begeisterte am Flügel sein Großburgwedeler Publikum mit einer hier noch nie gehörten Liszt-Interpretation. (Foto: Hans Hermann Schröder)

5400 Euro für die Brasilien Uganda Hilfe eingespielt

GROSSBURGWEDEL (hhs). Es ist schwierig, das Klavierkonzert und insbesondere den Interpreten Jan Jiracek von Arnim nach seinem Konzert am vergangenen Samstag in St. Paulus Großburgwedel zu bewerten. Das Schwierige liegt darin, dass die 270 Besucher das Urteil eigentlich schon vorweggenommen haben an diesem Abend. Da gab es nur Attribute zu hören wie großartig, einzigartig, hervorragend, exzellent und unglaublich. Stehend zollten sie dem Pianisten Applaus, machen liefen die Tränen über die Wangen. man hörte immer wieder: „So etwas schönes habe ich noch nie gehört“. Und das, obwohl Burgwedel beileibe kein weißer Fleck auf Niedersachsens kultureller Landkarte ist und die Burgwedeler in dieser Beziehung auch hohe Erwartungen haben.
Jan Jiracek von Arnim zählt zu den Weltbesten seines Fachs und ist jüngster Professor für Klavier, der je an der Wiener Universität für Musik berufen wurde. Zudem hat er eine Liszt-Biografie geschrieben, aus der er im Verlauf seines Konzerts vortrug. Darin teilt er Liszts Leben in vier Abschnitte oder Schaffensperioden ein, die er mit den für das Konzert ausgewählten Stücken erläuterte.
Wie kommt so ein hochkarätiger Künstler nach Großburgwedel, muss man fragen. Von Arnim ist in Hannover auf die Wilhelm-Raabe-Schule gegangen und dort war Wolf-Dieter Böthmann, Gemeindeglied von St. Paulus Lehrer. Jan Jiracek von Arnim versprach seinem Lehrer ein Konzert, wenn dieser seinen 70. Geburtstag feiern würde. Und dieser 70. Geburtstag war am vergangenen Samstag, an dem nun auch dieses Versprechen eingelöst wurde.
Wolf-Dieter Böthmann entschloss sich aber, aus diesem eher privat angedachten Geschenk eine Benefizveranstaltung für die Brasilien-Uganda-Hilfe zu machen und mit dem Erlös den von Aids betroffenen Mädchen zu helfen. Mädchen, so hieß es, sind von der Immunschwäche fünfmal häufiger betroffen als Jungen. 5.400 Euro sind bei dem Konzert zusammen gekommen, und auch dafür fallen Attribute ein: spitze, klasse, hervorragend, unglaublich...