Jagdhornbläser laden zum Konzert in die St. Pankratius-Kirche

Martin Bruns ist Mitglied aller drei teilnehmenden Musikgruppen und bläst sein Alphorn im herbstlichen Wald des Sprillgeheges am Königsstein. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Jagd-, Parforce- und Alphörner erklingen am 22. Oktober

BURGDORF (hhs). Zu einem bunten jagdmusikalischen Konzert am Freitag kommender Woche laden die Jagdhornbläser ab 19.00 Uhr in die St. Pankratius-Kirche in Burgdorf ein. Das Bläsercorps Burgwedel-Thönse, die Lärchentaler Alphornbläser und das Parforcehornbläsercorps Hubertus Hannover versprechen ihren Gästen einen außergewöhnlich unterhaltsamen Abend mit viel Musik und auch bekannten Lieder zum Mitsingen.
Herbstzeit ist Jagdzeit, lautet ein alter Spruch der Jäger. Früher war man auf dem Lande der Auffassung, dass nach dem Einbringen der landwirtschaftlichen Ernte nun auch die jagdliche Ernte stattfinden müsse. Große Jagden auf Hirsch, Sau, Reh, Hasen, Fasan und Huhn fanden unter starkem Personaleinsatz statt. Es war ganz „natürlich“, die Jagd war die Ernte der frei lebenden Tiere, die einen ganz wesentlichen Beitrag leistete zur Ernährung. Dabei gab es schon sehr früh Exzesse: Die Überlieferung erinnert in diesem Zusammenhang an einen wilden Jäger in den belgischen Ardennen. Der nahm keine Rücksicht auf das Wild, das er erbeuten wollte. Der Legende nach hatte dieses grausame Verhalten seine Ursache darin, dass dieser Mann namens Hubert seine Frau und den Sohn bei der Geburt verloren hatte.
Der Schmerz darüber hatte den Mann gebrochen, er zog sich in die wilden Wälder zurück und suchte das Vergessen bei der Jagd. Aber er wurde immer gnadenloser dem Wild gegenüber, die Trennschärfe zwischen dem „wilden Mann“ und dem „bösen wilden Tier“ ging beinahe vollkommen verloren. In einigen Teilen Frankreichs sagte man sogar „mal de St. Hubert“, wenn man von Tollwut sprach. Es änderte sich, als Hubert eines Tages auf einen Hirsch traf, der zwischen seinen Geweihstangen ein leuchtendes Kreuz trug. Hubert erkannte, dass frei lebendes Wild Teil der Schöpfung Gottes ist, dem man mit Moral, Ehre und vor allem Fairness gegenübertreten muss. Er war geläutert, weihte sein weiteres Leben Gott, wurde Bischof von Lüttich und später heilig gesprochen als Schutzpatron von Jagd und Jägern.
Was daran realer Hintergrund ist, ist vollkommen unwichtig, die Legende fokussiert die Läuterung des wilden Jägers in der Erscheinung des Hirsches mit dem leuchtenden Kreuz. An der Erkenntnis des heiligen Hubertus damals orientieren sich ordentliche Jagd und Jäger noch heute. Der Gedenktag des Heilige Hubertus im Kalender der Heiligen ist der 3. November, also zum Beginn der „Kernjagdzeit“. Und in diesem Zusammenhang ist auch das Konzert der Jagdhornbläser in St. Pankratius zu sehen, Musik zum Lobe Gottes und der Schöpfung und der Freude darüber.
Das Programm ist bunt gemischt: Es beginnt mit der „Begrüßung“, dem traditionellen Jagdsignal, mit dem die Jagdgäste willkommen geheißen werden. Dann folgen die Lärchentaler Alphornbläser mit einigen Beiträgen. Den Kernteil übernimmt das Parforcehorn-Bläsercorps Hubertus Hannover mit Stücken aus der Hubertusmesse, danach wird der Ablauf einer Parforcejagd zu Pferde mit den entsprechenden Signalen vorgestellt und schließlich gibt es eine musikalische Reise durch Europa. Einige bekannte Stücke finden sich dabei, die das Publikum mitsingen kann. Die entsprechenden Texte finden sich im Programm. Zum Schluss ertönen noch einmal die Alphörner. Der Eintritt zu diesem ganz besonderen musikalischen Leckerbissen ist frei.