Jägerschaft Burgdorf will Schleiereulen unter die Flügel greifen

Claudia Mithöfer, die Obfrau der Jägerschaft Burgdorf für Greifvogel- und Eulenschutz, kontrolliert einen Schleiereulenkasten hoch oben auf dem Boden des Gemeindehauses in Fuhrberg. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Die nachtaktive Schleiereule ist dank zahlreicher Schutzmaßnahmen nicht mehr so stark gefährdet wie noch in den 1970er Jahren. Damit sich ihre Bestände auch weiter erholen, ist es notwendig, bei Sanierungen von Türmen, Dächern und Scheunen ihre Nistplätze zu schützen und an geeigneten Orten auch neue zu schaffen. (Foto: Rosl Rößner/NABU-Aktion „Lebensraum Kirchturm“)

Erster Erfolg der Nisthilfe-Aktion für den Altkreis Burgdorf

BURGWEDEL/ISERNHAGEN (hhs). Sie sind die lautlosen Jäger der Finsternis, die Eulen. Jeder weiß, dass es diese Tiere gibt, aber nur wenige Menschen haben das große Glück, einmal eine Eule in freier Natur beobachten zu können. Zu den Privilegierten in dieser Beziehung gehören die Jäger, die in der Dämmerung manchmal Waldohreule, Waldkauz und Rauhfußkauz vom Hochsitz aus beim Jagdflug beobachten können.
Oder die Naturschützer, die ihre Nisthilfen für den kleinsten Vertreter der Eulen, den Sperlingskauz, kontrollieren. Sind die Nisthilfen von den Vögeln angenommen, dann kann man den Sperlingskauz auch sehr gut tagsüber in Anblick bekommen, wenn er frisch geschlagene Beute zu seinen Jungen bringt. Bei den Schleiereulen ist das anders, sie sind die Jäger der tiefdunklen Nacht, wenn selbst die Jäger alle schlafen ...
Wer eine Schleiereule sieht, sollte den Augenblick genießen, man wird es so schnell nicht wieder erleben. Das weiß kaum jemand besser als Claudia Mithöfer aus Fuhrberg. Sie ist Jägerin, Falknerin und Obfrau der Jägerschaft Burgdorf für Greifvogel- und Eulenschutz. Die Schleiereulen sind gegenwärtig im Bestand zwar nicht bedroht, aber es wird immer schwieriger für diese Vögel, angemessene Nistmöglichkeiten zu finden.
„Wegen der Wohnungsnot befindet sich der Bestand der Schleiereulen gegenwärtig auf niedrigem Niveau“, sagte sie im Gespräch mit dieser Zeitung. „Schleiereulen benötigen bestimmte Rahmenbedingungen, um überhaupt mit der Brut zu beginnen, und diese Bedingungen werden immer knapper“, fährt sie fort. Diese Eulenart ist gewissermaßen ein Kulturfolger, der in ruhigen Gebäuden wie alten Scheunen, Feldscheunen oder Schuppen brütet und dabei einen absolut dunklen Brutplatz bevorzugt. „Diese Brutplätze werden immer rarer, weil die ursprünglich geeigneten Gebäude heute meistens einer anderen Nutzung unterworfen werden“.
Nun also will sie gemeinsam mit der Jägerschaft Burgdorf über die Hegeringe aktiv der Wohnungsnot der Schleiereulen entgegen wirken. Anstoß dazu war eine bisher absolut positiv verlaufene Aktion in Isernhagen. Der dortige Hegeringleiter Detlef Pausch hatte bei Claudia Mithöfer nachgefragt nach einem Nistkasten für Schleiereulen auf dem Wöhler-Dusche Hof. Die Falknerin hatte einen Bauplan geliefert, nach dem Mitglieder des Hegerings den Kasten bauten. Dann wurde dieser unter dem Dach auf dem Hof eingebaut. Zehn Tage später sollte der Kasten mit einem Stahlband noch weiter abgesichert werden. „Dabei stellte sich heraus, dass der Kasten schon beflogen war und die Schleiereulen auch schon drei Eier gelegt hatten“.
„Ein toller Erfolg, der sicher nicht bei jedem Kasten so schnell eintreten wird“, sagt Claudia Mithöfer. „Dennoch sollten wir gemeinsam daran anknüpfen“. Sie appelliert zunächst einmal an Landwirte und alle anderen Grundbesitzer in den Ortschaften des Altkreises, die Gebäude haben, wo ein Schleiereulenkasten nicht stört und die diese Aktion unterstützen möchten. „Wer an dieser Aktion mitmachen möchte und eine Scheune oder ähnliches dafür zu Verfügung stellt, der wird von mir und den Hegeringen beraten“, beschreibt sie das Procedere. Letztlich hätten die Landwirte davon auch etwas, natürliche Schädlingsbekämpfung.
Die Hegeringe organisieren den Bau der Kästen und das Aufhängen, Claudia Mithöfer stellt die Bauanleitungen zur Verfügung und bietet obendrein eine Menge Tipps dazu. „Außerdem können wir vorab im Rahmen einer Ortsbesichtigung die Platzauswahl und alle anderen Fragen besprechen“, sagt sie. Hängen die Kästen erst einmal, dann werde sie diese kontrollieren in Absprache mit den Hauseigentümern. Dabei werde festgestellt, welche Kästen beflogen sind und natürlich werde auch Buch darüber geführt. Wer gern an dieser Aktion teilnehmen möchte und einen geeigneten Ort für einen Schleiereulenkasten hat, wende sich an Claudia Mithöfer unter 0179-9250928.