Interessiertes Publikum beim Mühlentag

 
(Foto: Renate Tiffe)

Grützmühle und Schrotmühle als Ausstellungsstücke

WETTMAR (ti). Bundesweit wird in jedem Jahr von der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung am Pfingstmontag der Mühlentag veranstaltet. Der Heimatverein für das Kirchspiel Engensen – Thönse –Wettmar beteiligte sich bereits zum zweiten Mal an der Aktion – diesmal allerdings schon mit sichtbaren Zeichen des Fortschritts bei seinem Mühlenprojekt. Am Standort „Auf der Horst“ ragte bereits der gewaltige Mühlenbock in die Höhe (wir berichteten).
Der Start des Schau-Tages hatte sich wetterbedingt etwas verzögert. Es regnete – Zeit, sich im Zelt umzuschauen, das die Gruppe 1 - die unermüdlichen Helfer bei der „Nahversorgung“ in Wettmar -  aufgebaut hatte. Neben Mühlenzeichnung und Mühlenmodell, sowie den Fotos vom Abbau am Nordberg war auch die Urform für das Mahlen von Getreide zu sehen, zwei ineinander greifende runde Steine, hier schon verfeinert mit einem Holzzapfen in der Bohrung, welcher die Handhabung erleichterte.
Zwei weitere alte Mühlen waren im Gelände zu besichtigen, deren Technik an diesem Tag immer wieder erklärt wurde. Die Grützmühle aus Bissendorf hatte der Heimatverein als Dauer-Leihgabe erhalten und Friedhelm Hogreve aus Oldhorst stellte eine Vertikal-Schrotmühle mit Mahlwerk im Metallgehäuse zur Verfügung – viel Gelegenheit für die Mühlenenthusiasten, die Funktionsweise der Geräte zu ertüfteln.
Burgwedel sei nun kein weißer Fleck mehr auf der Mühlenkarte freute sich Gerd Brenneke, der Vorsitzende des Heimatvereins, bei der kurzen Eröffnung in einer Regenpause. Der Bock müsse jetzt etwas Ruhe haben, erläuterte er. In vier bis fünf Wochen werde der Mühlenkörper aufgesetzt, so dass im August das Äußere stehen werde und schon einmal reinzuschauen sei. Mit dem Einbau des Mahlwerkes werden der 1. und 2. Bauabschnitt abgeschlossen sein. Erst im nächsten Jahr ist mit dem Anbau der Flügel zu rechnen.
Mit zunehmender Wetterbesserung stellten sich auch mehr und mehr Besucher auf der Anhöhe am östlichen Ortsrand von Wettmar ein. Die Verantwortlichen vom Heimatverein zeigten sich mehr als zufrieden. Der Bock vermittelte bereits einen Eindruck von der Größe des Bauwerks, dessen Anblick in der engen Ortslage eher verschwunden ist. Die meist gestellte Frage war die nach der Standfestigkeit des Bocks, dessen Ständer letzten Endes auf  Eichenhölzern ruhen. Brenneke konnte versichern, dass die Fachkunde der Baufirma aus Bismarck in der Altmark und von  Rüdiger Hagen, der das Projekt von Anfang an betreut hat,  ausreichten, um dies zu beurteilen. Der Mühlenbauingenieur aus der Wedemark fehlte bei der Veranstaltung, weil er an diesem Tag seine eigene Mühle zu betreuen hatte. 
Ein mächtiger Wind wehte am Nachmittag. Um die Antriebskraft an dieser Stelle brauchte sich  keiner Sorgen zu machen. Immer wieder hervorgehoben wurde, dass die Bockwindmühle ein markanter Punkt in der Landschaft sein werde, mit Blick auf die drei Dörfer des Kirchspiels. Manche schauten hinunter zur Engenser Straße wo irgendwann einmal ein Verbrauchermarkt entstehen soll – Versorgung mit Lebensmitteln heute und gestern, nah beieinander.