Innehalten vor den Opfern menschlicher Gewalt

Gedenkfeier am neu gestalteten Ehrenmal in Wettmar. (Foto: Renate Tiffe)

Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Wettmar

WETTMAR (ti). Schon der Gottesdienst in der St. Marcus-Kirche stand in Zeichen des Volkstrauertages, obwohl dieser Tag für die Kirche nur als vorletzter Sonntag im Kirchenjahr gilt. In der Einführung hatte Pastor Wilfried Karneboge auf die Bedeutung dieses Tages hingewiesen, dessen Relevanz nur scheinbar nachgelassen hat. Es wurde Fürbitte gehalten für die Opfer von Krieg und Gewalt. Die Vereine hatten mit ihren Fahnen das Gotteshaus betreten.
Viele Gottesdienstbesucher und Bürger aus dem Dorf hatten sich dem Musikzug der Feuerwehr angeschlossen, der sich mit dunklen Trommeltönen auf das neu gestaltete Denkmal an der Hauptstraße zu bewegte. Zwei Feuerwehrleute mit Helm hielten Ehrenwache. Ortsbürgermeister Rainer Fredermann verwies dann auch zuerst auf das Denkmal für die gefallenen und vermissten Soldaten, dessen Umgestaltung der Ortsrat vor über einem Jahr angeregt hatte, und das sich nun „nicht mehr zu verstecken braucht“.
Es war eine nachdenkliche Rede, die sich anschloss. Sie warf Fragen auf und enthielt persönliche Anmerkungen, wie die, dass seine Generation keinen Krieg erlebt hat. „Kann ein ganzes Volk trauern“ fragte er, aber auch „wie sollen wir zum Krieg in Afghanistan stehen?“ Die deutschen Soldaten, die dort starben, haben ein Recht auf unsere Anerkennung und Trauer, betonte er und leitete über zu allen Opfern von Gewalt, die geschlagen, vergewaltigt und getötet werden. Er mahnte mehr Zivilcourage an.
Pastor Karneboge stellte die Suche der Menschen nach dem Frieden heraus. Gott lasse seinen Frieden aufleuchten in der Versöhnung, die für alle Zeiten ein Zeichen setze.
Der Volkstrauertag ist ein Tag des Innehaltens und des Gedenkens an die Opfer menschlicher Gewalt in aller Welt. „Unsere Verantwortung gilt dem Frieden in aller Welt“, sagte Fredermann nachdem er und Pastor Karneboge zur Kranzniederlegung geschritten waren.
Die Feierstunde wurde musikalisch umrahmt von der Feuerwehrkapelle und vom Gesang des Wettmarer Gemischten Chores.
Im Anschluss an die Feier gab Fredermann bekannt, dass der Ortsrat eine Haus- und Straßensammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge beschlossen hat. Sie findet statt am Freitag, den 26. November.