Informationsveranstaltung stieß nur auf geringes Elterninteresse

Armin Witthaus (links), Leiter des Gymnasiums, sprach sich gegen den gymnasialen Zweig aus. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Schulen plädieren mehrheitlich für Oberschule mit gymnasialen Zweig

GROSSBURGWEDEL (hhs). Am Donnerstag vergangener Woche fand in der Aula des Gymnasiums Großburgwedel die mit großen Erwartungen besetzte Bürgerversammlung zum Thema Schulentwicklung in der Stadt Burgwedel statt. Die Aula war gut besetzt, es fiel aber auf, dass die Eltern der Burgwedeler Schülerinnen und Schüler, die in Zukunft das weiterführende Schulangebot hier vor Ort nutzen sollen, eindeutig in der Unterzahl waren.
Groß erschien dagegen das Interesse der politischen Gremien und der Lehrerschaft. Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt begrüßte die Besucher und fasste die Rahmenbedingungen zusammen, die das neue Schulgesetz, das im März zur Abstimmung ansteht, für die Weiterentwicklung der Schullandschaft Burgwedels bieten wird. Die Burgwedeler Nachrichten haben diese ausführlich vorgestellt. Anschließend waren die Schulleiter der weiterführenden Schulen Burgwedels gefordert. Sie stellten den Anwesenden ihre Sicht der Dinge vor.
Den Beginn machte der Direktor des Gymnasiums Großburgwedel, Armin Witthaus. Er führten Kürze aus, worüber nun zu entscheiden sei: Über eine Oberschule mit oder ohne gymnasialen Zweig. „Wie sollen wir bei den zurück gehenden Schülerzahlen in Zukunft die vorgegebenen 75 Schülerinnen und Schüler, davon 27 für den gymnasialen Zweig hernehmen?“, fragte er. Die Durchlässigkeit in der gymnasialen Oberstufe müsse gewährleistet bleiben. Witthaus erinnerte daran, dass bei Schaffung der Oberschule mit gymnasialen Zweig bis Klasse ein einheitlicher Bildungsstandard herrschen muss, wie am Gymnasium. „Wr brauchen kein zweites gymnasiales Bildungsangebot am Ort. Wir halten besondere Vorbereitungsangebote vor für Schülerinnen und Schüler, die zu uns kommen. Es ist eigentlich alles vorhanden. Es gibt ein tragfähiges Kooperationsprojekt aller Schulen der Stadt“. Witthaus schlug vor, eine Oberschule ohne gymnasialen Zweig zu bilden.
Evelyn Polke, die Leiterin der Hauptschule, Stellte ihrer Rede eine Zusammenfassung des Ist-Zustandes der Burgwedeler Schullandschaft voran. „Eigentlich haben wir alles“, sagte sie und fuhr fort: „Aber die Eltern wählen uns nicht. Die wollen grundsätzlich einen hochwertigen Schulabschluss für ihre Kinder. Also warum gehen die weg?“ Sie vermutete, dass das Modell IGS als Option in den Köpfen festsitzt, dass alle Optionen für die Kinder am ehesten offen hält. Schulleiterin Polke sprach sich für die Bildung einer Oberschule mit gymnasialen Zweig aus.
Renate Koch, Leiterin der Realschule in Großburgwedel, formulierte das Ziel der Weiterentwicklung der Schullandschaft eingangs etwas verschieden von ihren Vorrednern: „Unser Ziel: Wir wollen neben dem Gymnasium eine attraktive Schulform setzen“. Die drei möglichen Alternativen seien schließlich klar definiert: Oberschule mit oder ohne gymnasialen Zweig, oder alles so lassen wie es ist. Dann stellte sie klar, dass zunächst die Schulen über die Ausgestaltung der neuen Angebote entscheiden in Absprache mit der Stadt Burgwedel. Sie formulierte acht Vorteile, die die Oberschule mit gymnasialen Zweig bieten würde: 1. Der Entscheidungsdruck würde von den Eltern und Grundschulen genommen. 2. Die Eltern haben nach Klasse vier eine echte Wahlmöglichkeit. 3. Die Schülerinnen und Schüler könnten länger gemeinsam lernen. 4. Die schulische Differenzierung nach Schulzweigen erfolgt später. 5. Die Schullaufbahn bleibt für die Kinder länger offen. 6. Hohe Durchlässigkeit zwischen Kursen und Schulzweigen. 7. Allgemeinde Hochschulreife nach zwölf oder 13 Schuljahren. 8. „Potentielle IGS-Eltern hätten eine echte Alternative in Burgwedel“. Sie spreche sich deswegen für eine Oberschule mit gymnasialen Zweig aus. Eine gemeinsame Sitzung mit den Leitern der Grundschulen und der Förderschule sowie Haupt- und Realschule habe zu dem gleichen Ergebnis geführt. Dabei hätten die Grundschulleiterinnen noch einen weiteren, bisher unbeachteten Aspekt formuliert: Wenn man mit der neuen Schulform Oberschule einen alternativen Weg zum Abitur bieten wolle, dann solle das auch in der Bezeichnung für die Schulform deutlich werden. Andernfalls würden die Eltern das nicht glauben. Der Verzicht auf den gymnasialen Zweig sei eine vertane Chance.
Der nächste Schritt zur Weiterentwicklung der Schullandschaft in der Stadt Burgwedel wird in der kommenden Woche, am Dienstag, den 15. Februar im Verlauf der nächsten Sitzung des Schulausschusses getan werden.